InterviewJens Bürkle vom HBW Balingen-Weilstetten „Bittenfeld war für meine Entwicklung ganz entscheidend“

Jens Bürkle: Der HBW-Trainer hofft auf die ersten Bundesligapunkte in dieser Saison gegen den TVB Stuttgart. Foto: Baumann
Jens Bürkle: Der HBW-Trainer hofft auf die ersten Bundesligapunkte in dieser Saison gegen den TVB Stuttgart. Foto: Baumann

Es ist ein Handball-Derby und für Jens Bürkle ein ganz Besonderes: Der Trainer des HBW Balingen-Weilstetten empfängt mit dem TVB Stuttgart seinen Ex-Club aus Jugendzeiten. Was er damit verbindet und wie er den TVB einschätzt, verrät er im Interview.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Balingen - Der HBW Balingen-Weilstetten steht vor dem Handball-Bundesliga-Derby gegen den TVB Stuttgart (Samstag, 20.30 Uhr/Sparkassenarena) mit 0:4 Punkten da. Trainer Jens Bürkle lässt sich davon nicht verrückt machen und sagt, an welchen Stellschrauben er bei seinem Team drehen muss.

Herr Bürkle, wie ist denn diesmal Ihr Gefühl vor einem Derby?

(lacht) Ich weiß, auf was Sie hinaus wollen. Vor dem Derby in Göppingen hatte ich ein sehr gutes Gefühl und war mir ziemlich sicher, dass uns der Gegner liegt und wir gewinnen werden.

Heraus kam eine 23:28-Niederlage.

Das zeigt, wie wenig Gefühle bringen. Aber trotz allem wäre im Spiel bei Frisch Auf für uns etwas drin gewesen.

Jetzt aber stehen Sie mit 0:4 Punkte da.

Das ist enttäuschend, aber im Grunde ist nichts passiert. Wir haben gegen die MT Melsungen zwar zum Auftakt 23:25 verloren, aber die Art und Weise wie wir gegen dieses Topteam gespielt haben, war richtig stark. Und in Göppingen hat uns ein 2:9-Lauf nach der Pause die reelle Chance auf Punkte geraubt.

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Dennoch: Was muss besser werden?

Wir brauchen mehr Präzision in unserem Tun. Wir müssen die Dinge auf den Punkt spielen und im Angriff mehr Leidenschaft zeigen, vor allem was das Eins-gegen-Eins-Verhalten betrifft. Das wird gegen die robuste TVB-Abwehr eine echte Herausforderung.

Wie schätzen Sie den TVB Stuttgart ein?

Das ist inzwischen schon eine erfahrene, abgezockte Bundesligamannschaft mit einer starken ersten Welle und der Waffe Patrick Zieker. Im Rückraum halte ich Adam Lönn für einen absolut kompletten Handballer, aber auch Viggo Kristjansson ist sehr wurfstark. Und über das Potenzial im Tor mit Jogi Bitter und Primoz Prost müssen wir nicht reden. Was nicht heißt, dass wir das Torwart-Duell am Samstag nicht auch gewinnen können.

Kann sich Ihr Team von den Abstiegsplätzen auf Dauer fernhalten?

Die Chancen sind gering, in die Top Ten reinzurutschen, aber wenn wir jetzt schnell anfangen zu punkten, dann ist mit Selbstvertrauen Vieles möglich. Von Platz acht bis runter zu den Abstiegsplätzen ist die Leistungsdichte sehr eng.

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Ist ein Spiel gegen den TVB für Sie eigentlich immer noch etwas Besonderes?

Ja, klar. Ich selbst bin, glaube ich zumindest, immer noch Mitglied, mein Vater auf alle Fälle Freundeskreismitglied. Ich habe nach meinem Wechsel vom TV Oeffingen nach Bittenfeld dort meine Jugendzeit verbracht, bin unter Trainer Günter Schweikardt von der Verbands- in die Oberliga aufgestiegen, und zusammen mit Jürgen Schweikardt als Spieler nach Kornwestheim gewechselt. Die Station Bittenfeld war für meine Entwicklung im Leistungssport ganz entscheidend, weil ich dort erstmals eine professionelle Einstellung kennenlernte.

Und wann kommen Sie als Trainer zum TVB zurück?

(lacht) Diese Frage höre ich nicht zum ersten Mal. Ich habe zwar auch eine Wohnung in Bietigheim, aber wir fühlen uns auf der Zollernalb wohl und ich habe beim HBW einen Vertrag bis 2021.

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