Jens Spahn im Morgenmagazin Bundesgesundheitsminister weist Kritik an Impfstrategie zurück

Jens Spahn wehrt sich gegen die Kritik an der Impfstrategie. Foto: dpa/Kay Nietfeld
Jens Spahn wehrt sich gegen die Kritik an der Impfstrategie. Foto: dpa/Kay Nietfeld

Jens Spahn hat auf die Kritik an der Impfstrategie der Regierung reagiert und diese am Dienstag im ARD-“Morgenmagazin“ zurückgewiesen. Unter anderem hat SPD-Politikern Lars Klingbeil seinen Unmut geäußert.

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Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Kritik an der Strategie für die Impfungen gegen das neuartige Coronavirus entschieden zurückgewiesen. Die derzeit in Deutschland verfügbaren Impfdosen seien „genau die Größenordnung, die ich seit Wochen ankündige“ und die im Kabinett auch besprochen worden sei, sagte Spahn am Dienstag im ARD-“Morgenmagazin“ mit Blick auf Kritik des Koalitionspartners SPD. 

Wegen der zunächst relativ geringen Zahl der verfügbaren Dosen müsse bei der Impfung priorisiert werden, führte Spahn aus. Gerade in Pflegeheimen, die deshalb zuerst dran seien, seien die Impfungen aber „etwas aufwändiger“.

Klingbeil übt scharfe Kritik

Derzeit konzentriere sich Debatte auf das langfristige Ziel, so viele Menschen in Deutschland zu impfen wie möglich, sagte der Minister. Wichtig seien aber auch „Zwischenziele“. „Wenn wir es im Januar schaffen würden, in allen Pflegeheimen alle Bewohnerinnen und Bewohner zu impfen, dann macht das in dieser Pandemie einen echten Unterschied“, betonte Spahn.

Zu der scharfen Kritik von SPD-Politikern wie Generalsekretär Lars Klingbeil an Problemen bei Corona-Impfungen sagte Spahn, in „dieser echt schweren Phase der Pandemie“ erwarteten die Bürger „zurecht Geschlossenheit und Entschlossenheit ihrer Regierung“. „Es funktioniert in so einer Phase nicht gut, gleichzeitig Regierung und Opposition sein zu wohlen“, warf der CDU-Politiker der SPD vor. „Irgendwie hat es auch seit 20 Jahren für die SPD nicht gut funktioniert. Ich glaube nicht, dass das jetzt im Wahljahr besser läuft.“

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Zugleich verwies der Gesundheitsminister auf Bemühungen, mehr Impfdosen für Deutschland zu beschaffen. Dazu unterstützten die Behörden den Aufbau eines neuen Biontech-Produktionswerkes in Marburg „sehr aktiv“. Außerdem solle aus seiner Sicht die Nutzung von fünf Impfampullen für sechs Impfungen zur Regel werden. 

„Wir tun doch alles dafür, dass es schnellstmöglich geht“, versicherte Spahn. „Aber ich finde, wir müssen auch realistisch miteinander sein.“ Die Impfkampagne habe schon „ziemlich schnell“ begonnen. „Der Umstand, dass wir den Weg raus aus der Pandemie begonnen haben mit dem Impfen, der sollte uns auch Zuversicht für 2021 geben“, warb Spahn.

Merkel und Länderchefs beraten am Dienstag

Deutschland wurde bislang mit rund 1,3 Millionen Corona-Impfdosen des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer beliefert. Rund 266.000 Menschen wurden bislang geimpft. Am Dienstag beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen gegen die Pandemie. Dabei werden außer einer Verlängerung des Lockdowns auch Probleme bei den Corona-Impfungen zur Sprache kommen.




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