Jens Spahn wirbt um Fachkräfte Mexikaner sollen Pflegenotstand in Deutschland lindern

Von red/dpa 

In Deutschland herrscht seit Jahren ein Pflegenotstand. Da es in Mexiko derzeit ein Überangebot gibt, soll die Mittelamerikaner eine Arbeitserlaubnis in der Bundesrepublik erhalten.

In Deutschland sind zahlreiche Jobs in der Pflege unbesetzt. Foto: dpa/Oliver Berg
In Deutschland sind zahlreiche Jobs in der Pflege unbesetzt. Foto: dpa/Oliver Berg

Nürnberg - Deutschland wirbt angesichts eines Pflegenotstandes um Fachkräfte aus Mexiko. 100 Pflegerinnen und Pfleger aus Mexiko seien bereits in Deutschland eingetroffen, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mit.

Am Freitag wird Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Mexiko um weitere Männer und Frauen werben, die nach Deutschland kommen sollen. In Mexiko herrscht derzeit ein Überangebot an gut ausgebildetem Pflegepersonal. Es gehe darum, denjenigen Menschen eine Chance in Deutschland zu bieten, die in Mexiko trotz guter Ausbildung keine Chance auf einen Job hätten, sagte Daniel Terzenbach aus dem Vorstand der Bundesagentur.

Spezialprogramme wegen Fachkräftemangel

Die Bundesagentur versucht seit fünf Jahren, nicht nur Akademiker, sondern auch Angehörige nicht akademischer Berufe aus dem Nicht-EU-Ausland nach Deutschland zu holen, um dem Fachkräftemangel abzuhelfen. Durch solche Spezialprogramme sind in den vergangenen fünf Jahren 3600 Verträge geschlossen worden - 2100 Personen sind bereits in Deutschland. Der Rest bereitet sich noch vor, etwa mit Sprachkursen.

Terzenbach weist darauf hin, dass bei den Rekrutierungsprogrammen, die es etwa auch für die Philippinen oder Tunesien gibt, strenge Vorgaben der Vereinten Nationen eingehalten werden. Es gehe um faire und nachhaltige Rekrutierungen. „Beide Länder müssen etwas davon haben“, sagte Terzenbach.