Safari in Kenia Großes Abenteuer mit Löwen, Leoparden, Elefanten und Co.

Einmal Löwen sehen: Darauf hoffen viele Safari-Urlauber. Foto: KI/Midjourney/Montage: Ruckaberle

Vor 40 Jahren kam das Melodram „Jenseits von Afrika“ in die Kinos und begeisterte ein Millionenpublikum mit der überwältigenden Schönheit Kenias. In den Fußstapfen der Filmhelden.

Nein, ganz so wie vor 40 Jahren, als Regisseur Sidney Pollack „Jenseits von Afrika“ drehte, sei Kenia heute nicht mehr, erklärt Philip Eichkorn, Manager von Safari Memories und sagt: „Lebten Mitte der 1980er Jahre noch 20 Millionen Menschen in dem ostafrikanischen Land, sind es heute fast dreimal so viele. Was im Umkehrkehrschluss bedeutet, dass sich der Lebensraum von Nilpferd, Löwe und Co. deutlich verkleinert hat und sich heute im Wesentlichen auf Naturschutzgebiete beschränkt, die ohne die Einnahmen aus dem Tourismus keinen Bestand hätten.“

 

Das Safari-Abenteuer beginnt im Ol Pejeta Bush Camp in der gleichnamigen Conservancy am Fuße des majestätischen Mount Kenia. „Ein Conservancy ist ein Naturraum mit nachhaltiger Landnutzung und einem Management, das die Bevölkerung maßgeblich an Entscheidungen beteiligt“, erklärt Eichkorn, der in Kenia längst seine zweite Heimat gefunden hat. Der Flug mit der einmotorigen Cessna ist überwältigend und gestattet „einen flüchtigen Blick auf die Welt mit Gottes Augen“, so wie es Filmheldin Karen Blixen einst erlebte, als sie mit ihrem Geliebten, dem Großwildjäger Denys Finch Hatton, über die offene Savanne flog, über den Großen Afrikanischen Grabenbruch und zehntausende Flamingos.

Singendes Personal

Beim Landeanflug nimmt eine Horde kräftiger Büffel Konturen an. Einige Dutzend mögen es sein, vielleicht Einhundert. Oder mehr. Überragt nur von ein paar Giraffen, die auf den ersten Blick, trotz ihrer stattlichen Größe, gar nicht so leicht zu erkennen sind.

Gänsehautmoment: Bei einer Safari kann man Tiere oft aus nächster Nähe beobachten. Sogar ein Rudel Löwen. Foto: Marc Vorsatz

Nicht minder überraschend ist die herzliche Begrüßung durch das singende Personal des Ol Pejeta Bush Camps. Besonders Familien mit Kindern genießen diese kleine Einlage sichtlich. Die geschmackvoll eingerichteten Zelte am Fluss mit Wohn- und Schlaf- und Sanitärbereich lassen keine Wünsche offen, außer vielleicht dem einen, es sich dort so richtig gemütlich zu machen.

Noch vor dem Morgengrauen geht es auf Pirschfahrt. Über Nacht hat es empfindlich abgekühlt, die Guides versorgen ihre Gäste mit warmen Decken und heißem Tee. Minuten später schon bricht die Dämmerung an. Kurz vor Sonnenaufgang strahlt der Horizont in einem magischen Rot. Die Natur erwacht. Sollte man meinen. Doch viele Tiere haben im Schutze der Dunkelheit gejagt: Hyänen, Schakale, Servale, Leoparden und natürlich die Löwen. Ein Rudel war erfolgreich, es hat ein Zebra gerissen. Nicht selbstverständlich. Die Raubkatzen schlagen sich den Bauch voll, bis nichts mehr geht. Zuerst die energiereichen Innereien. Auch der Kopf findet seine Liebhaber. Wer weiß, ob nicht ein Rudel Tüpfelhyänen daherkommt und ihnen die Beute abspenstig macht. Danach ist Zeit zum Dösen, die Löwinnen stillen ihre verspielten Babys. Der dominante Löwe bewacht argwöhnisch das Zebra, oder das, was von dem Tier noch übrig ist, zieht es ins dichte Gestrüpp. Dicht auf den Fersen ein Schabrackenschakal, der auf ein Fetzen Fleisch hofft und ihn schließlich auch bekommt.

Karen Blixen und Denys Finch Hatton

Als der absolute Höhepunkt einer jeden Kenia-Safari gilt jedoch der Besuch der weltberühmten Masai Mara weiter südlich, die alleine 1,6 Millionen Tiere beherbergt und zusammen mit der Serengeti in Tansania ein zusammenhängendes Ökosystem bildet, das zu den vielfältigsten und beeindruckendsten weltweit gehört.

Im autobiografisch angelehnten Filmepos „Jenseits von Afrika“, welches übrigens zu den erklärten Lieblingsfilmen von Ex-Kanzlerin Angela Merkel zählt, zeigt auch Denys Finch Hatton seiner Geliebten Karen Blixen die überwältigende Schönheit der Landschaft mit ihren Bewohnern am Mara Fluss. Denys ist jetzt Fremdenführer, leitet betuchte Europäer und Amerikaner zu Fuß durch die Savanne. Mit dem Jagdverbot der bereits stark dezimierten Elefanten durch die britische Kolonialregierung 1921 war sein Job als Großwildjäger passé.

Safari und Meer lassen sich in Kenia gut kombinieren Foto: STZN/Lange

Die Population hat sich mittlerweile prächtig erholt. Ein ganz besonderes Schauspiel bietet jeden Vormittag gegen zehn Uhr eine große Horde Elefanten. Die Rüsseltiere durchqueren den Mara River, vorbei an urzeitlich aussehenden Krokodilen und tonnenschweren Nilpferden, und nehmen dabei ein ausgiebiges Bad. Besonders die vielen Jungtiere scheinen unendlich viel Spaß dabei zu haben. Die wenigen Jeeps am Ufer und ihre fotografierenden Insassen scheinen sie dabei nicht im Geringsten zu stören. Warum auch? Geschossen wird hier nur noch mit Handy und Kamera.

Doch die Masai Mara ist vor allem das Revier der Katzen. Löwen sieht man fast überall in den ostafrikanischen Parks. Geparde mit etwas Glück, Leoparden fast nie. Anders hier und in der angrenzenden Mara Naboisho Conservancy.

Francis Saruni ist Masai und Guide des Rekero Camps, das in puncto Komfort, Gastlichkeit und Kulinarik Maßstäbe setzt. Er kennt das Unterholz wie seine Westentasche und weiß, wo Leoparden-Mama Luluka ihr Baby versteckt hält. „Sechs Monate ist Riziki jetzt alt und hat schon einen Bärenhunger.“

Die Sonne steht bereits recht hoch, als sich die Leopardin ganz vorsichtig an ein dichtes Gestrüpp pirscht. Dabei nutzt sie sogar zwei Safariautos als Tarnung. „Luluka hat irgendein Tier gewittert. Vielleicht ein Wildkaninchen oder ein Perlhuhn“, vermutet Francis. „Sie muss Beute machen, um jeden Preis. Zwei Babys aus ihrem Wurf hat sie bereits verloren.“ Doch die Spur scheint sich verloren zu haben, Luluka dreht ab. Vielleicht wird sie in der kommenden Nacht mehr Glück haben. So fantastisch die schönste Safari der Welt auch sein mag, so sehr lockt irgendwann das türkisfarben schimmernde Meer an mit breiten Palmen gesäumten Puderzuckerstränden, um den Urlaub richtig rund zu machen. Kenia ist mit beidem gesegnet.

Den schönsten gibt es südlich von Mombasa, den Diani Beach. Über 17 Kilometer erstreckt er sich und ist berühmt für seine vielfältigen Sportmöglichkeiten. Schwimmen, Segeln, Surfen, Kiten, die reiche Unterwasserwelt beim Tauchen und Schnorcheln bestaunen oder den einen oder anderen dicken Brocken beim Angeln an Bord hieven. Das bereitet besonders Kindern einen Heidenspaß, denn die Fische, die hier an den Haken gehen, sind meist so groß wie sie selbst.

Palmen, Strand und Meer

Im Handumdrehen lösen die Skipper die zarten Filets aus. Wie man diese dann am Abend stilvoll bei Kerzenschein am Strand verspeist, machen Karen Blixen und Denys Finch Hatton in ihrem Filmepos vor.

Info

Anreise
Flug ab Frankfurt nach Nairobi, zum Beispiel mit Lufthansa, www.lufthansa.com .

Einreise
Zur Einreise ist die elektronische Reisegenehmigung eTA erforderlich. Mindestens 72 Stunden vorab beantragen, www.etakenya.go.ke . Veranstalter
Organisierte Reisen gibt es in verschiedenen Preisklassen. Luxus: „Kenias exklusive Familiensafari“ heißt das 12-tägige Abenteuer vom Afrika-Spezialisten Safari Memories. Mit dem Buschflugzeug geht es in die Schutzgebiete Mara Naboisho, Masai Mara und Borana. Übernachtung in Zelten mit Dusche und WC. Gourmetküche, Pirschfahrten in privatem Jeep, Badeverlängerung am Meer, all inclusive ab 12 250 Euro zuzüglich internationaler Flüge, www.safari-memories.com .Gehoben: Safari durch Kenias wilden Norden mit Ol Pejeta, den Nationalparks Aberdare, Samburu und Meru sowie Badeverlängerung Diani Beach, 14 Tage inklusive Lodges und Camps, Pirschfahrten, Verpflegung, privatem Fahrzeug, sämtlichen Flügen bei Geoplan Privatreisen ab 6790 Euro, www.geoplan-reisen.de . Budget: Tui bietet die 3-tägige Safari „Kenia – Kilimanjaro und Amboseli“ ab Mombasa zum Tsavo Ost und Amboseli Nationalpark ab 999 Euro inklusive Abholung vom Hotel oder vom Flughafen, Unterkunft, Vollverpflegung und Pirschfahrten, www.tui.com. Nachhaltiger lokaler Veranstalter: www.asiliaafrica.com/

Unterkunft
Am Diani Beach liegt das von einer deutschen Familie geführte 4-Sterne-Hotel Diani Sea Resort. Eine Woche all inclusive ab 596 Euro pro Person, www.dianisearesort.de .

Buchtipp
Karl, Müssig, von Poser, Bendl: „In 225 Reisen durch Afrika“. Beeindruckender Bildband mit Kurzbeschreibungen der unterschiedlichsten Highlights des faszinierenden Kontinents. Darin: 15 Touren durch Kenia. Verlag National Geographic, 45 Euro.

Allgemeine Informationen
Kenia Tourismus, www.visitkenya.com

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