InterviewJoaquin Phoenix im Interview Immer noch nervös vor der Kamera

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Sie sind einer der prominentesten Tierschützer und Veganer in Hollywood. Was möchten Sie mit Ihrem Engagement für die Tierschutzorganisation Peta erreichen?
Ich möchte bei den Leuten ein Bewusstsein dafür schaffen, wie mies Tiere behandelt werden. Als ich ein Kind war, dachte man noch, Veganer würden einem Kult folgen, der bizarre Rituale beinhaltet. Ich will einerseits zeigen, dass es eine Alternative gibt, und dann sollen sich die Menschen der Realität stellen. Mir ging es genauso. Auf viele Dinge musste man mich auch erst einmal aufmerksam machen. Dafür bin ich dankbar. Ich hatte keine Ahnung, dass ich Tierquälerei unterstütze, wenn ich bestimmte Produkt kaufe. Deshalb ist diese Organisation enorm wichtig.
Wann haben Sie sich entschlossen, Veganer zu werden?
Da war ich drei Jahre alt.
Dann haben es Ihre Eltern für Sie entschieden, oder?
Nein, das waren meine Geschwister und ich. Wir haben unsere Eltern angeschrien, dass wir nie wieder Fleisch essen werden.
Was war denn da passiert?
Wir waren auf einem Boot, und die Erwachsenen fingen Fische. Wir waren fünf Kinder an Bord. Ach nein, wir waren vier. Meine Mutter war gerade mit meiner kleinen Schwester schwanger. Die Erwachsenen schlugen dann die Fische gegen die Bordwand des Bootes, um sie zu töten. Wir Kinder empfanden das als ausgesprochen brutal und barbarisch. Für uns war es der reinste Horror. Ich erinnere mich noch sehr genau, dass meine Mutter unsere Frage nicht beantworten konnte, warum die Erwachsenen so grausam sind. Ich meine sogar, sie hat in diesem Moment geweint.
Wird Schauspielen mit mehr Erfahrung leichter? Oder eher schwerer, weil man mehr darüber weiß?
Ich finde es wirklich schade, dass ich kein Kinder-Darsteller war und diese Zeit der Naivität verpasst habe. Ich stelle mir vor, dass du da einfach drauf los spielst, ohne diesen ganzen Ballast, den ich nun mit mir herumschleppe. Heute kämpfe ich ständig mit mir und ich habe Angst, dass die Zuschauer irgendwann genug von mir haben. In diesen Phasen mache ich mich selbst krank. Ich glaube, das Spielen wird für mich mit zunehmenden Alter tatsächlich schwieriger.
Warum sind Sie nach all den Jahren immer noch nervös vor der Kamera?
Weil die Arbeit so wichtig für mich ist. Ich möchte ja alles richtig machen und ich will, dass der Regisseur zufrieden mit mir ist. Deswegen baue ich mir selbst einen enormen Druck auf. Und dann bin ich nervös.
Ist jemand wie Sie jemals mit seiner Arbeit zufrieden?
Ich werde nie mit meiner Arbeit zufrieden sein, sondern immer nur die Dinge sehen, die ich verbessern kann.




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