Jobabbau bei Bosch Unternehmen streicht weitere 1000 Stellen

Von Imelda Flaig 

Bosch verschärft den Personalabbau am Standort Schwäbisch Gmünd und baut dort insgesamt 1760 Stellen ab.

Neue Hiobsbotschaft bei Bosch – 1000 weitere Jobs fallen in Schwäbisch Gmünd weg. Foto: dpa/Marijan Murat
Neue Hiobsbotschaft bei Bosch – 1000 weitere Jobs fallen in Schwäbisch Gmünd weg. Foto: dpa/Marijan Murat

Schwäbisch Gmünd - Angesichts des verschärften Wettbewerbs- und Preisdrucks im Markt für Lenksysteme will Bosch am Standort Schwäbisch Gmünd bis Ende 2022 weitere 1000 Arbeitsplätze abbauen. Die Bestürzung ist groß. Am Donnerstag wurden die Mitarbeiter über die Pläne informiert. Jetzt sollen die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern beginnen, teilte Bosch mit. Zuvor hatte die „Rems-Zeitung“ darüber berichtet.

In Schwäbisch Gmünd sitzt der Bosch-Geschäftsbereich Automotive Steering (Lenksysteme), einst ein Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und ZF, das Anfang 2015 komplett von Bosch übernommen wurde. Der Standort hat ein Kostenproblem. Bereits 2017 wurde eine Standortvereinbarung mit Betriebsrat und IG Metall geschlossen, die Kostensenkungen und einen Abbau von 760 Arbeitsplätzen bedeutete und im Gegenzug Investitionen von 100 Millionen Euro am Standort brachte. Die Vereinbarung gilt bis Ende 2022. Die Personalanpassungen seien vollständig sozial verträglich umgesetzt worden, heißt es bei Bosch. Jetzt wird verschärft gespart.

Am Standort arbeiten 5000 Mitarbeiter

„Insgesamt konnte Schwäbisch Gmünd seine Kostenposition verbessern. Bei den verschärften Rahmenbedingungen reichen die Maßnahmen jedoch deutlich nicht aus, um den Standort auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen“, begründet Christian Sobottka, Vorsitzender des Bereichsvorstands, die Abbaupläne von zusätzlich 1000 Stellen. Insgesamt sind am Standort 5000 Mitarbeiter beschäftigt. Bis zum Jahresende wolle man mit den Arbeitnehmervertretern konkrete Maßnahmen entwickeln. Dabei solle über die erforderlichen Anpassungen bis 2022 sowie über Perspektiven bis 2026 gesprochen werden.

„Wir müssen jetzt handeln, um uns mit einer tief greifenden Restrukturierung wieder wettbewerbs- und damit zukunftsfähig zu machen“, sagt Sobottka. Nur so könne man angesichts des aktuellen Technologiewandels ausreichend in die Zukunft investieren. Laut Bosch liegen Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Bosch-Geschäftsbereichs „weit unter der Planung“. Zahlen nennt Bosch nicht.

Der massive Abbau ist ein herber Schlag – nicht nur für den Standort, sondern für viele Boschler. Erst am Dienstag hatte Bosch den Abbau von 1600 Jobs in Stuttgart-Feuerbach und Schwieberdingen (Kreis Ludwigsburg) verkündet.