Die E-Mobilität kostet Jobs bei Bosch in München, weil der Konzern die Produktion von Kraftstoffpumpen für Diesel- und Benzinmotoren verlagert. Der Beschluss steht jetzt.

Wirtschaft: Imelda Flaig (imf)

Die Elektromobilität kostet Bosch Arbeitsplätze in München. Die Produktion bei Bosch Powertrain Solutions soll bis spätestens Ende 2027 verlagert werden. Das Werk hat 230 Beschäftigte. Arbeitnehmervertreter und Geschäftsleitung haben sich nach monatelangen Verhandlungen, die von Protesten begleitet waren, auf einen Interessenausgleich und Sozialplan geeinigt.

Verlagerung kommt schrittweise

Die Teilefertigung der elektrischen Kraftstoffpumpe soll bis Ende 2022 nach Nürnberg verlagert werden, die Ventilfertigung und Pumpenmontage bis spätestens Ende 2027 nach Österreich und Tschechien. Mitarbeiter sollen Jobangebote in anderen Bosch-Werken bekommen und auch extern vermittelt werden. Zum Maßnahmenpaket gehören freiwillige Aufhebungsverträge. Die Einigung sieht vor, dass betriebsbedingte Kündigungen bis Ende März 2024 ausgeschlossen sind. Der Standort solle zu einem Entwicklungs- und Dienstleistungsstandort werden, teilte Bosch mit.

„Nach harten, aber konstruktiven Verhandlungen sind wir zu einem für beide Seiten akzeptablen Ergebnis gekommen. Wir als Arbeitnehmervertreter sind zufrieden, dass wir mit dem vereinbarten Stufenplan eine sozial verträgliche Lösung für unsere Kolleginnen und Kollegen gefunden haben“, sagte der dortige Betriebsratsvorsitzende Giuseppe Ciccone.

„Sozial verträgliche und wirtschaftlich vertretbare Lösung“

„Ich bin froh, dass wir nach konstruktiven Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern eine für unsere Mitarbeiter sozial verträgliche und gleichzeitig für den Standort wirtschaftlich vertretbare Lösung gefunden haben. Das vereinbarte Maßnahmenpaket eröffnet uns die Möglichkeit, für alle Mitarbeiter individuelle Lösungen zu finden“, sagte der Werkleiter des Standorts München, Jörg Luntz.

Bosch hatte im vergangenen Jahr bekannt gegeben, dass man aufgrund des nachhaltigen Rückgangs des Produktionsvolumens der in München gefertigten Komponenten für Verbrennungsmotoren und der damit verbundenen angespannten wirtschaftlichen Situation verschiedene Szenarien für den Standort bewerte. Zu diesen zählte auch eine Verlagerung der Fertigung.