John-Cranko-Schule Das Sparen fällt der Ballettintendanz schwer

Von Thomas Braun 

Auf ein „Optimierungspotenzial“ von 2,2 Millionen Euro hat sich eine Arbeitsgruppe aus Stadt, Land und Staatstheater für die John-Cranko-Schule verständigt. Weitere Sparvorschläge scheitern an ihrer Realisierbarkeit – andere am Widerstand der künftigen Nutzer.

Der Neubau der John-Cranko-Schule  ist wegen der hohen Kosten umstritten. Foto: dpa
Der Neubau der John-Cranko-Schule ist wegen der hohen Kosten umstritten. Foto: dpa

Stuttgart - Am kommenden Freitag tagt der Verwaltungsrat der Staatstheater. Auf der Tagesordnung stehen neben der Sanierung des Staatsschauspiels auch mögliche Einsparungen beim geplanten Neubau des Ballettinternats der John-Cranko-Schule. Wie berichtet, waren die Kosten für das Projekt am Urbansplatz zuletzt aus dem Ruder gelaufen: Am Ende des Architektenwettbewerbs war 2011 von maximal 32 Millionen Euro die Rede, die sich Stadt und Land laut Finanzierungsvereinbarung hälftig teilen. Mittlerweile taxiert der Projektsteuerer Drees & Sommer die Kosten aber auf mindestens 50 Millionen Euro (die Stuttgarter Zeitung berichtete).

170 Posten auf Einsparpotenzial abgeklopft

Im Vorfeld der Sitzung hat eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Landes, der Stadt und der Staatstheater, nach Einsparpotenzialen gefahndet. Untersucht wurden rund 170 Posten mit einem Gesamtwert von zehn Millionen Euro. Das Ergebnis ist in einem Papier des Projektsteurers Drees & Sommer festgehalten, das der StZ vorliegt und am Freitag dem Verwaltungsrat präsentiert wird. „Einvernehmlich“ einigen konnte man sich demnach auf den angesichts der Gesamtsumme relativ bescheidenen Sparbetrag in Höhe von 2,2 Millionen Euro.

Darin enthalten sind als dickste Batzen Reduzierungen beim Schallschutz (rund 430 000 Euro) sowie ein Abspecken bei der Innenausstattung; gespart werden könnte bei Fliesen und Heizkörpern (490 000 Euro). Auch die Zahl der Steckdosen und Datenanschlüsse könnte demnach verringert werden (140 000 Euro). Beim Stichwort „Einsparungen mit Nutzungs-/Entwurfseinschränkungen“ hingegen gibt es Differenzen: Zwar wollen weder die Geldgeber Stadt und Land noch die Ballettdirektion, dass das Gebäude mit einer Billigfassade versehen wird und die Wand- und Deckenverkleidung in Gipskarton ausgeführt wird, was nochmals mehr als eine Million Euro einsparen würde.




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