Jubiläum 30. Oeffinger Advent Stadt Fellbach war anfangs äußerst skeptisch

Von Ingrid Sachsenmaier 

1990 lud der Gewerbeverein Oeffingen zum ersten weihnachtlichen Markt in der Schulstraße ein, an diesem Sonntag, 1. Dezember, findet nun die 30. Auflage statt. Oberbürgermeisterin Gabriele Zull eröffnet die Veranstaltung um 11 Uhr.

So eng gings auf der Schulstraße  schon bei der Premiere des Oeffinger Advents am 9. Dezember 1990 zu. Foto: Archiv
So eng ging's auf der Schulstraße schon bei der Premiere des Oeffinger Advents am 9. Dezember 1990 zu. Foto: Archiv

Oeffingen - Der Oeffinger Advent läutet die Weihnachtszeit im nördlichen Fellbacher Stadtteil ein: Immer am ersten Adventssonntag gibt es in der Schulstraße unter anderem Selbstgebasteltes, Weihnachtsartikel, heiße Maroni, Lebkuchen, Glühwein und Gutsle. Um 11 Uhr wird der Markt eröffnet, um 18 Uhr ist Schluss. Alle Jahre wieder.

Die Veranstaltung hat Tradition, schafft Identität und ist ein lieb gewordener Treffpunkt

An diesem Sonntag, 1. Dezember, findet der 30. Oeffinger Advent statt. Veranstalter ist seit eh und je der Gewerbeverein Oeffingen. Daran hat sich in all den Jahren nichts geändert. Die Veranstaltung hat Tradition, schafft Identität und ist ein lieb gewordener Treffpunkt. Sie bietet Gelegenheit für Gespräche, zum Bummeln, zum Geschenke kaufen und natürlich zum Glühwein trinken und Essen.

30 Stände sind es dieses Jahr – die Mischung ist bunt, das Angebot weihnachtlich. Auch die Pfadfinder sind wieder dabei, der Besinnungsweg, der Obst- und Gartenbauverein, Kindergärten und die Schillerschule, die unter anderem die Bäume schmückt. Viele weitere ortsansässige Vereine beteiligen sich. Das ist das Besondere am Oeffinger Adventsmarkt, das gibt ihm sein besonderes Flair. Nur dort und deshalb nur einmal im Jahr gibt es beispielsweise die Springerle vom Ehepaar Stöhr, das sie mit selbstgefertigten Modeln, die Motive vom Besinnungsweg zeigen, anfertigt. Sie sind mittlerweile zu Sammlerstücken geworden.

Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull eröffnet den 30. Adventsmarkt

Aus dem 30-jährigen Jubiläum macht der Gewerbeverein bewusst kein großes Tamtam, freut sich aber, dass heuer wieder 30 Buden und Stände im Ortskern, in der Schulstraße, aufgebaut werden. „Der Oeffinger Advent hat Tradition“, sagt Wolfgang Tittl, stellvertretender Vorsitzender des Gewerbevereins und seit einigen Jahren rühriger Organisator der Veranstaltung. Selbstgebasteltes, Weihnachtsartikel, heiße Maroni, Lebkuchen, Glühwein und Gutsle, darauf dürfen sich die Besucher auch in diesem Jahr freuen. „Nachmittags wird es immer richtig voll“, weiß Wolfgang Tittl. Auch im Gewölbe im Schlössle – dort serviert der Seniorentreff unter anderem Kaffee und Kuchen.

Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull eröffnet den 30. Adventsmarkt am Sonntag, 1. Dezember, um 11 Uhr in der Schulstraße. Sebastian Aupperle, der Vorsitzende des Gewerbevereins Oeffingen, richtet ein Grußwort an die Besucher, der Musikverein Oeffingen spielt und eine Tanzgruppe des TV Oeffingen tritt auf. Der Weihnachtsmann ist den ganzen Tag unterwegs.

Die Stadtverwaltung lehnte die Aktion in der Schulstraße ab

Im Frühjahr 1990 wurde die Idee für einen weihnachtlichen Markt von den Oeffinger Einzelhändlern geboren. Es sah zunächst nicht gut aus für den Markt. Im Rathaus Fellbach witterte man Konkurrenz für den Weihnachtsmarkt in Fellbach. Die Stadtverwaltung lehnte die Aktion in der Schulstraße ab und hätte sich maximal an einem anderen Tag – jedoch nicht an einem Sonntag – eine Veranstaltung vor und hinter dem Rathaus in Oeffingen vorstellen können.

Der damalige Vorsitzende des Oeffinger Gewerbevereins, Wolfgang Scheel, blieb hartnäckig und hatte die ortsansässigen Einzelhändler, Vereine, Musikgruppen, Chöre und die Schillerschule hinter sich. „Wenn beim Fellbacher Herbst die Geschäfte offen sein dürfen, dann muss dies an Weihnachten auch in Oeffingen möglich sein“, argumentierte der Gewerbeverein und fand Fürsprecher im Gemeinderat. Schlussendlich lenkte die Stadt ein und gab grünes Licht. „Unter großen Bedenken“, wie der damalige Oberbürgermeister Friedrich-Wilhelm Kiel in seiner Zusage an den Gewerbeverein schrieb. „Es dürfen keine Fremdanbieter auftreten. Für Glühwein, Rote Wurst, Maronen und Backwaren darf jeweils nur ein Stand aufgestellt werden. Der Gewerbeverein räumt selbst auf und die Verbrauchskosten werden abgerechnet. Der Stadt dürfen durch die Aktion keine Kosten entstehen“, so die Vorgaben.

Der Gewerbeverein sponsert die Veranstaltung

Der erste Oeffinger Advent fand daraufhin am 9. Dezember 1990 in der Schulstraße statt, auf dieses Datum fiel damals der zweite Advent. Den Namen habe sich Elisabeth Herm ausgedacht, erinnern sich die Macher der ersten Stunde, zu denen auch Paul Rothwein gehört.

Bereits der erste Markt war ein Erfolg. Schnell stand fest, dass er zu einer Institution in Oeffingen werden sollte. Schon im zweiten Jahr wurde die Veranstaltung auf den ersten Adventssonntag gelegt – und bei diesem Tag ist es bis heute geblieben. Im vergangenen Jahr wurden die Standgebühren gesenkt, Gewerbetreibende zahlen 100 Euro, Kindergärten und Schulen die Hälfte. Das reicht nicht, um die Unkosten zu decken. Der Gewerbeverein sponsert die Veranstaltung.