Der Neubau des Kultur-, Event- und Messetempels im Stadtkern wurde vor genau 25 Jahren eröffnet. Am Sonntag wird das Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

Eigentlich ist es sogar ein Doppel-Jubiläum, das an diesem Sonntag in Schorndorf gefeiert wird: 125 Jahre Barbara-Künkelin-Halle. Und: 25 Jahre Barbara-Künkelin-Halle. Denn die ursprüngliche Halle öffnete am 25. Oktober 1900 ihre Pforten. Auf den Tag genau 100 Jahre danach folgte dann die Premiere in dem Nachfolgebau mitten in der Stadt. An diesem Sonntag können Interessierte beim Tag der offenen Tür hinter die Kulissen der Künkelin-Halle schauen.

 

Als Ende der 1990er Jahre die Debatte entbrannte, ob man die alte Halle, gelegentlich auch als „Bretterbude“ bezeichnet, denn nicht ein wenig aufhübschen könnte oder ob nicht doch besser ein kompletter Neubau an derselben Stelle die zukunftsträchtigere, sinnvollere Variante wäre, kochten die Emotionen durchaus hoch.

Knappes Votum für den Neubau

„Wir haben uns im Vorfeld so manches Scharmützel geliefert“, erklärte der damalige Oberbürgermeister Winfried Kübler mit Blick auf den abgelehnten Bürgerentscheid und das knappe Votum zugunsten des Neubaus.

Wie lange dieses Vierteljahrhundert in diesem „Prachtbau“ (Kübler) auch schon wieder zurückliegt, lässt sich bei den Namen der Ehrengäste des Jahres 2000 erkennen: Wirtschaftsminister Walter Döring vertrat die Landesregierung, der Moderator mit der prägnanten Stimme Elmar Gunsch („Wiedersehen macht Freude“) war Conférencier. Heutige 25-Jährige können mit diesen Namen wohl kaum noch etwas anfangen.

So umstritten der 18,7 Millionen Mark teure Neubau (umgerechnet etwa 9,3 Millionen Euro) also im Vorfeld war, so zufrieden sind in Schorndorf nahezu alle mit der seitherigen Entwicklung. Sven Pflug, seit April 2018 Hallenmanager, erläutert gegenüber unserer Redaktion: „Die Barbara-Künkelin-Halle ist aus dem Stadtbild und aus der Stadtgesellschaft nicht mehr wegzudenken.“

Ein Blick in den großen Saal, benannt nach dem gebürtigen Schorndorfer Gottlieb Daimler Foto: Danijel Grbic

Für Pflug steht fest: Die Schorndorfer Halle kann absolut mit jenen anderen rund 20 vergleichbaren Hallen in der Region Stuttgart mithalten. Job- oder Baumessen wie auch der Weihnachts- und Kunsthandwerkermarkt locken die Menschen, einige „Weltmarktführer“ aus dem Rems-Murr-Kreis halten hier ihre Weihnachtsfeiern ab.

„Und wir haben ein Top-Kulturprogramm“, sagt Pflug. Gäste im vergangenen Vierteljahrhundert waren Wolfgang Ambros, Spider Murphy Gang, Münchner Freiheit, Gerhard Polt, Konstantin Wecker oder Lisa Fitz. Der große Gottlieb-Daimler-Saal bietet bis zu 600 Personen Platz – und kann, indem man Wände beiseite schiebt und auch den Reinhold-Maier-Saal nutzt, auf 740 Plätze erweitert werden.

Die Namensgeberin Barbara Künkelin war Anführerin der sogenannten Schorndorfer Weiber, die im Jahr 1688 durch ihren Widerstand die Übergabe der Stadt an die Franzosen verhinderten. Der Barbara-Künkelin-Preis, der alle zwei Jahre an mutige Frauen verliehen wird, erinnert an diese tapfere Persönlichkeit der Schorndorfer Stadthistorie – die Übergabe erfolgt natürlich in der Barbara-Künkelin-Halle.

Jedes Jahr rund 150 Veranstaltungen

Das Programm der kommenden Monate bietet den Schauspieler Christian Berkel, der am 22. November aus seinem Roman „Sputnik“ liest, oder die Show „Nashville Live“ am 18. Januar mit „The Greatest Hits of Country Music“. Insgesamt sind es pro Jahr in der Barbara-Künkelin-Halle rund 150 Veranstaltungen aus allen Genres.

Zunächst einmal aber wird am Sonntag, 26. Oktober, von 11 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt das Jubiläum gefeiert – mit Weißwurstvesper und Blasmusik, einem Zauberer und einer Seifeblasenshow. Das Figurentheater Phönix stellt sich vor, für die Erwachsenen gibt es den ganzen Tag über Führungen zu den Themen Technik, Architektur und Kultur.