Jubiläum der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart Seit 20 Jahren gut vernetzt

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Vor 20 Jahren wurde die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart gegründet. Eine Zwischenbilanz zum Jubiläum.

Walter Rogg ist seit der WRS-Gründung ihr GeschäftsführerVeit Haug leitet den Bereich Kreativwirtschaft Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Walter Rogg ist seit der WRS-Gründung ihr GeschäftsführerVeit Haug leitet den Bereich Kreativwirtschaft Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Ein Gespräch mit dem obersten Wirtschaftsförderer der Region Stuttgart führt man am besten dort, wo man die Wirtschaft im wörtlichsten aller Sinne fördert: in einer Gaststätte, genau gesagt bei einem Frühstück im Café Planie am  Charlottenplatz. Walter Rogg, 58, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS), löffelt Eier im Glas und grübelt. Wie er anderen Menschen seinen Beruf erklärt? „Das ist schwer in einen Satz zu fassen“, sagt er.

Rogg leitet die WRS seit ihrer Gründung im Oktober 1995. Dass es ihm schwerfällt, eine einfache Definition der Arbeit eines Wirtschaftsförderers zu finden, mag daran liegen, dass ein Großteil davon nicht von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird. „Wenn wir unsere Arbeit richtig gut machen, bekommt man von Wirtschaftsförderung nichts mit.“

Der Mann mit den raspelkurzen grauen Haaren und der randlosen Brille weiß, wovon er spricht. Nach dem Fall der Mauer zog es den gelernten Journalisten nach Dresden, wo er die Wirtschaftsförderung Sachsen mit aufgebaut hat. „Dort ging es darum, Unternehmen anzusiedeln, und zwar um jeden Preis“, sagt Rogg. Doch in der wirtschaftsstärksten Region Baden-Württembergs ist das anders. „So etwas wie Amazon in Pforzheim wollen wir hier gar nicht“, sagt Rogg beinahe trotzig. Große Flächen für Industriebetriebe sind zumindest im Stuttgarter Kessel ohnehin Mangelware.

Mobilität ist das zentrale Thema

Während Rogg drinnen darüber spricht, dass in den kommenden 15 Jahren bis zu 100 000 Menschen zusätzlich in die Region ziehen werden, rollen draußen die Autos dicht an dicht auf der B 14. Der Verkehr ist in dieser prosperierenden Gegend eines der großen Probleme. Und deshalb auch ein Thema für die WRS. Jeder Einzelne will möglichst bequem von A nach B kommen.

Die Automobilbranche, nach wie vor einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in der Region, steht vor Veränderungen – durch Entwicklungen wie Elektromobilität, Vernetzung und autonomes Fahren. Große Herausforderungen zwar, aber nicht zu vergleichen mit den Problemen in der Gründungszeit der WRS: 1995 herrschte Krisenstimmung in der Automobilbranche, damals wurden in der Region zahlreiche Stellen abgebaut. „Auch deswegen wurde die WRS ins Leben gerufen“, sagt Rogg.

Der Start vor 20 Jahren war holprig. „Die umliegenden Landkreise und die Stadt Stuttgart wollten die regionale Wirtschaftsförderung gar nicht“, erinnert sich Rogg. Die Angst vor Fremdbestimmung war groß. „Heute ist das anders, das Misstrauen gibt es nicht mehr.“ Die Wirtschaftsförderer der Kreise sind mittlerweile sogar bei der WRS angestellt.

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