Jubiläum im Freilichtmuseum Beuren Junge Menschen für alte Dinge begeistern

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Der Förderverein Freilichtmuseum Beuren feiert seinen 25. Geburtstag. Von Beginn an hat er die Entwicklung des Museums finanziell und ideell begleitet. Beim Museumsfest kann man sich einen Einblick verschaffen.

Der Förderverein bringt Leben ins Beurener Museumsdorf. Foto:   5 Bilder
Der Förderverein bringt Leben ins Beurener Museumsdorf. Foto:  

Beuren - Wie jeder eingetragene Verein hat auch der Förderverein des regionalen Freilichtmuseums in Beuren eine Satzung. Den Satz aber, mit dem der Vereinsvorsitzende Hans Weil das Wesen des Vereins auf den Punkt bringt, sucht man in den verwaltungstrockenen Formulierungen allerdings vergebens. „Wir begeistern junge Menschen für alte Dinge“, sagt Weil.

Das tut der Förderverein nun schon seit 25 Jahren. Mehr noch: Im Jahr 1994, ein Jahr vor der Eröffnung des Freilichtmuseums ins Leben gerufen, hat der Verein den Auf- und Ausbau des Museumsdorfes am Albtrauf bisher mit Zuwendungen in Höhe von rund einer Million Euro unterstützt. Ohne das finanzielle und ideelle Engagement der Vereinsmitglieder gäbe es wohl weder die im Jahr 1998 eingeweihte Pädagogikscheuer noch den Tante-Helene-Lädle genannten Museumsladen, noch das in Kirchheim vor dem Abriss gerettete und im Jahr 2003 im Freilichtmuseum wieder aufgebaute Tageslicht-Fotoatelier Hofmann. „Das ist ein europaweit einmaliges Dokument aus der Pionierzeit der Atelierfotografie“, sagt die Museumsleiterin Steffi Cornelius, die kraft Amtes gleichzeitig Zweite Vorsitzende des Fördervereins ist. Auch das neueste Projekt, der Aufbau eines Erlebnis- und Genusszentrums in dem aus Geislingen umgezogenen Gartensaal der Traditionsgaststätte Wilhelmshöhe, wäre ohne den 340 000-Euro-Zuschuss des Fördervereins nicht in die Gänge gekommen.

Neustes Projekt ist die Schauküche im Erlebnis- und Genusszentrum

Das Geld fließt in den Einbau einer Schauküche, in der die alten Sorten vom Acker oder aus dem Garten an Ort und Stelle schmackhaft zubereitet werden, aber auch in die Finanzierung einer neuen Stelle. „Damit decken wir die museumspädagogische Seite des Erlebnis- und Genusszentrums komplett ab“, sagt Weil.

Das Zentrum, das am Dienstag, 17. September, eingeweiht werden soll, ist für Steffi Cornelius nur eines von vielen Beispielen für das Wirken des Vereins, der ihren Worten zufolge „von Anfang an einen wichtigen Beitrag zum Ausbau des Museums als Lern- und Erlebnisort leistet“. Ein wichtiger Pfeiler in der Museumsarbeit sind die in zehn Teams organisierten rund 100 Volunteers, die im Auftrag des Vereins die Museumsleitung dauerhaft unterstützen – sei es im Backteam, im Ausschankteam, im Gartenteam oder im Tante-Helene-Team. Allein hier sorgen 55 Fördervereinsmitglieder im Wechsel dafür, dass der Museumsladen an allen sechs Öffnungstagen des Museums für Besucher zugänglich ist.

Zahl der Mitgliedschaften hat die 1000er-Grenze geknackt

Das Engagement des Fördervereins bringt nicht nur Häuser aufs Gelände und Käufer in den Laden, sondern auch Besucher ins Museumsdorf. Unter den mittlerweile 1121 Fördervereinsmitgliedschaften machen die 663 Familienmitgliedschaften und die 133 Großeltern-Enkel-Kombinationen den mit Abstand größten Teil aus. Für einen Mitgliedsbeitrag von 40 Euro pro Jahr bekommen die Familien und die Großeltern mit ihren Enkelkindern ein Jahr lang freien Eintritt in das vom Landkreis Esslingen getragene Museum.

„Hinter den 1121 Mitgliedschaften stehen immerhin rund 3000 Einzelpersonen“, rechnet Weil vor. Luft nach oben sieht der rührige Vereinschef noch bei den juristischen Mitgliedschaften. Bisher sind dort 55 Organisationen, Städte, Gemeinde und Firmen gelistet. „Für meinen Geschmack haben wir zu wenig Firmenmitgliedschaften“, sagt Weil und kündigt eine Offensive in diese Richtung an. „Wir müssen deutlich machen, welchen Mehrwert Firmen haben, wenn sie mit Geschäftspartner aus dem Ausland einen Tag im Museum gestalten“, sagt Weil.

Museumsfest am 14. Juli

Der ideale Tag, um den Stellenwert und das Wirken des Fördervereins kennenzulernen, ist das Jubiläumsfest am Sonntag, 14. Juli. Vorführungen, Mitmachaktionen, Musik und allerlei Schmackhaftes beleben dabei das Museumsgelände. Das Regionale Freilichtmuseum Beuren wird vom Landkreis Esslingen getragen. Am Beispiel von 25 am Albtrauf wieder aufgebauten Häusern werden deren Geschichte und die Geschichte der Hausbewohner lebendig. Seit der Eröffnung am 12. Mai 1995 wird das Museum von Steffi Cornelius geleitet. Ihr stehen 11,5 Personalstellen zur Verfügung. In den Öffnungsmonaten von April bis Oktober zählt das Museum regelmäßig zwischen 70 000 und 80 000 Besucher.

Der Förderverein des Freilichtmuseums ist im Jahr 1994 aus der Taufe gehoben worden. Damals zählte der Verein, der 22 Jahre lang von Wolfgang Maier geleitet wurde, 130 Mitgliedschaften. Seit vier Jahren ist Hans Weil, der ehemalige Bürgermeister von Köngen, Vorsitzender des inzwischen 1121 Mitgliedschaften zählenden Vereins. Im Laufe seiner Geschichte hat der Verein (www.foerderverein-freilichtmuseum-beuren.de) eine Million Euro in Museumsprojekte investiert.




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