Jubiläum in Esslingen Keimzelle und Motor der Hochschule

Dass die damalige Maschinenbauschule von Stuttgart nach Esslingen verlegt wurde, ist maßgeblich dem Fabrikanten Paul F. Dick zu verdanken. Foto: Hochschule Esslingen
Dass die damalige Maschinenbauschule von Stuttgart nach Esslingen verlegt wurde, ist maßgeblich dem Fabrikanten Paul F. Dick zu verdanken. Foto: Hochschule Esslingen

Die Fakultät Maschinenbau der Hochschule Esslingen blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Die Digitalisierung ist das Zukunftsthema schlechthin.

Esslingen: Wolfgang Berger (ber)
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Esslingen - Die Historie ist wichtig“, sagt der Dekan der Fakultät Maschinenbau an der Hochschule Esslingen, Steffen Greuling, mit Blick auf die 150-jährige Geschichte des Maschinenbaus in Esslingen. Doch noch mehr gilt das Augenmerk der Fakultät im Jubiläumsjahr der Zukunft. Digitalisierung, Internationalisierung und Vernetzung – das sind die Stichworte für die Herausforderungen, denen sich die Maschinenbauer gegenübersehen.

Technische Lösungen für das Alltagsleben werden entwickelt

Für den stetigen Wandel in der Produktion steht seit einigen Jahren stellvertretend der Begriff Industrie 4.0 – beim Einsatz von Elektronik und der Informationstechnologie zur weiteren Automatisierung der Produktion sind die Esslinger vorne mit dabei. So ist die Hochschule beispielsweise an der Transfer-Plattform Industrie 4.0 beteiligt. Eine besondere Rolle spielt die Fakultät Maschinenbau beim anvisierten Technologiezentrum im ehemaligen Eisenbahn-Ausbesserungswerk in Esslingen. Dort soll ein Elektromobilitätszentrum entstehen, bei dem auch die Maschinenbauer ihr Know how einbringen.

Ein weiteres Zukunftsprojekt ist eine neue Stiftungsprofessur der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen. Das Vorhaben in Kooperation mit der Fakultät Maschinenbau zielt auf die Entwicklung von Methoden, Konzepten, elektronischen Systemen, Produkten sowie Dienstleistungen, die den Alltag älterer und auch benachteiligter Menschen unterstützen.

1914 ist der Umzug von Stuttgart nach Esslingen perfekt

„Der Maschinenbau hat sich von einer reinen Lehranstalt zu einer Lehr- und Forschungsgruppe entwickelt. Sicherlich wird sich dieser Trend noch verstärken“, sagt Dekan Greuling. Diese Ausweitung auf dem Gebiet der Forschung ist eine Voraussetzung dafür, dass die Maschinenbauer gemeinsam mit den anderen technische wie sozialwissenschaftlich ausgerichteten Fakultäten den Motor der Hochschule Esslingen auf Touren halten. Keimzelle sind die Maschinenbauer ohnehin.

Denn im Jahr 1868 wurde die Maschinenbauabteilung an der Königlichen Baugewerkeschule eingerichtet. Diese befand sich zwar in Stuttgart. Doch das ficht die Esslinger nicht an. Denn angegliederte Fachschule für Maschinentechniker wurde 1914 nach Esslingen verlegt. Großzügige Spendenbeteiligungen zahlreicher Esslinger Bürger trugen dazu bei. Der entscheidende Impuls für die Verlegung ist untrennbar mit einem Namen verbunden: Der Fabrikant Kommerzienrat Paul F. Dick hatte bereits vom Jahr 1910 an den Umzug nach Esslingen gefordert.

Unternehmen suchen hochqualifizierte Ingenieure

„Man suchte hochqualifiziertes Fachpersonal für die Unternehmen der Region“, unterstreicht der Rektor der Hochschule Esslingen, Christian Maercker, den Stellenwert der Maschinenbau-Ausbildung. Daran hat sich bis heute nichts geändert. „Hier in der Region Stuttgart befindet sich die Crème de la Crème der deutschen Industrie. Und die braucht gut ausgebildete Ingenieure“, so skizziert der Prodekan für die Lehre, Alexander Friedrich, den Bedarf.

Die technikdominierte Region biete eine große Nähe zu vielen Firmen. „Von diesen sehr guten Kooperationen und dem gewachsenen Netzwerk profitieren natürlich auch unsere Studierenden“, sagt Christian Maercker. Viele dieser Unternehmen sind international aufgestellt. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an die Absolventen der Hochschule Esslingen.




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