Das Jahr 2023 ist kalendarisch längst Geschichte. Der Veranstaltungsreigen zum 300. Geburtstag des wegweisenden Mathematikers, Astronomen und Kartografen Tobias Mayer aus Marbach läuft aber erst jetzt langsam aus. Ein Schlussstrich unter das Jubiläum wird nach der Mayer-Woche vom 15. bis zum 21. Februar und einem Musikprojekt einer Schulklasse aus Steinheim am 7. und 8. März in der Stadthalle gezogen. Das zeigt schon, welchen Kraftakt der Tobias-Mayer-Verein seit dem Einstieg in das Jubeljahr am 17. Februar 2023 mit einem beeindruckenden Festabend geleistet hat.
Entsprechend erleichtert ist der Vorsitzende Rainer Abbenseth, dass er nun durchatmen kann. Rund 50 Events habe man auf die Beine gestellt. Das habe geschlaucht, sagt er. Ein Engagement, das sich aber allem Anschein nach gelohnt hat. „Es ging uns ja auch darum, Tobias Mayer bekannter zu machen“, betont Abbenseth. Gefühlt sei das gelungen, wenngleich sich das nicht messen lasse. Bei Führungen durch das Museum sei die Begeisterung der Besucher zu sehen gewesen, die Nachfrage nach Rundgängen habe angezogen. Die Stadt habe ferner ihre Signatur geändert, weise sich nun explizit auch als Geburtsstadt von Mayer aus – und nicht nur von Schiller. Abbenseth macht aber keinen Hehl daraus, dass trotz all der Feierlichkeiten bis heute viele mit dem Namen des Wissenschaftlers nichts anfangen könnten, selbst in Marbach nicht.
Positiv für den Verein ist, dass die Besucherzahlen im Museum in der Altstadt nach den Corona-Jahren wieder angezogen haben. Rund 2500 Frauen, Kinder und Männer haben sich die Exponate angeschaut. Damit ist man allerdings ein gutes Stück von den mehr als 3000 Gästen aus dem Jahr 2019 entfernt. Doch das, streicht Abbenseth hervor, sei auch das Eröffnungsjahr für das neu gebaute Museum gewesen, insofern die Zahlen nicht ganz zu vergleichen. Froh ist der Vorsitzende um jeden, der sich für die Ausstellungen interessiert. Schließlich betreibe man das Haus komplett ehrenamtlich, abgesehen von einem kleinen Zuschuss der Stadt.
Gerade weil der Verein vom Einsatz der Freiwilligen lebt, wäre Abbenseth froh, wenn die Vorstandsriege breiter aufgestellt wäre. Doch in der Hinsicht habe das Jubiläumsjahr nichts zum Positiven bewirkt, konstatiert er. Immerhin seien 16 Mitglieder dem Verein beigetreten. „Das ist gut. Wir sind jetzt bei 190“, sagt Abbenseth, der sich freilich keinen Illusionen hingibt. Das Potenzial sei endlich, man müsse mit dem naturwissenschaftlichen Thema auch etwas anfangen können.
Gut möglich aber, dass die Veranstaltungen in der Post-Jubiläums-Ära dem Verein einen weiteren Schub geben. „Es steht wieder vieles an“, kündigt Abbenseth an. Zum Beispiel die schon angesprochene Mayer-Woche im Februar, bei der ein Film gezeigt wird, der nachzeichnet, wie das früher an dieser Stelle stehende Haus abgerissen und stattdessen das heutige Museum entstand.
Der ehemalige Vorsitzende Armin Hüttermann beschäftigt sich zudem in einem Vortrag mit Porträts von Mayer. Unter anderem wird es um ein bislang unbekanntes Bild gehen, das bei einer Auktion aufgetaucht ist. Ziel sei, die Mayer-Woche rund um den Geburtstag des Wissenschaftlers am 17. Februar als Pendant zur Schiller-Woche im November zu etablieren, sagt Abbenseth. Der Verein werde sich überdies an der Astronomie-Woche in Kornwestheim im Mai mit einer Lesung beteiligen. Darüber hinaus sei im Juli eine Sonderausstellung über „Messinstrumente und ihre Anwendung zur Positionsbestimmung“ und im selben Monat eine Wiederauflage des Theaterspaziergangs vom Theater unter der Dauseck geplant, das im Jubiläumsjahr ein Publikumsmagnet gewesen sei.