„Das große Fest wird am 1. und 2. Oktober in Bebenhausen stattfinden“, sagt der Geschäftsführer des Naturparks Schönbuch, Mathias Allgäuer. Es wird einerseits einen Festakt geben und andererseits eine Feier, die rund um das Kloster bis hinauf in den Wald stattfinden soll.
Für Jung und Alt wird im Programm etwas dabei sein: Neben einem Festgottesdienst am 2. Oktober wird beispielsweise auch ein Zauberer auftreten. Selbst eine Autorenlesung ist geplant. An Ständen werden regionale Produkte angeboten und auf einem drei Kilometer langen Parcours können sich Schönbuch-Interessierte bei Förstern über verschiedene Themen wie Imkerei oder Brennholz informieren. m Laufe des Jahres gibt es auch noch weitere Veranstaltungen wie beispielsweise eine Jubiläumswanderung, die der Naturführer Roland Bengel im Juni anbietet. Unter anderem ist auch noch eine Ausstellung in Kooperation mit der Universität Tübingen vorgesehen, die sich um alte Waldnutzungen drehen soll.Im März 1972 wurde der Schönbuch zum Naturpark gemacht.
Schutz für Pflanzen- und Tierarten
Dieser Tatsache hätten wir heute zu verdanken, dass es sich um ein riesiges, zusammenhängendes Waldgebiet handelt: „Man kann von Bebenhausen aus rund 20 Kilometer wandern, ohne über eine öffentliche Straße zu müssen“, sagt Mathias Allgäuer. Doch nicht nur das: Der Naturpark, der zu 86 Prozent aus Wald besteht, bietet auch vielen Pflanzen- und Tierarten Schutz. So lassen sich dort Wasseramsel, Eisvogel, Juchtenkäfer oder der Farn „Natternzunge“ finden. Im Vergleich zu den anderen Naturparks in Baden-Württemberg hat der Schönbuch außerdem den größten Anteil an Schutzgebieten. Dazu zählen beispielsweise Bannwälder wie die Silbersandgrube in Altdorf oder der Eisenbachhain zwischen Dettenhausen und Walddorfhäslach.
1972 erhielt der Schönbuch das Prädikat Naturpark
Auch Schonwälder sind im Schönbuch ausgewiesen: In diesen Gebieten, wie dem Diebsteig am südlichen Hang des Brombergs, werden alte Bewirtschaftungsformen des Waldes erhalten. Im Gegensatz zu einem Nationalpark wird ein Naturpark aber nicht allein zur Erholung genutzt, in dem der Natur freien Lauf gelassen wird. „Wir müssen den Spagat zwischen Naturschutz, Holzernte und den Ansprüchen der Besucher unter einen Hut bringen“, sagt der Naturpark-Geschaftsführer. Hier hätten die Förster vor allem bei der Holzernte oftmals viel zu tun, da in dieser Zeit Wege in Mitleidenschaft gezogen werden. Dass der Schönbuch ein Rückzugs- und Erholungsort ist, war nicht immer selbstverständlich. In den 60ern plante die Landesregierung sogar einen Flughafen, der auf einer Fläche von 1100 Hektar bei Bebenhausen und Walddorfhäslach gebaut werden sollte. Aus heutiger Sicht eine „unvorstellbar große Fläche“, sagt Mathias Allgäuer. Alle zwei Minuten sollte dort ein Flugzeug landen und starten.
Keine Teststrecke für Daimler
Doch schnell formierte sich ein Bündnis, das gegen das Vorhaben protestierte, sodass die Landesregierung einlenkte. Kurz darauf – im Jahr 1972 – erhielt der Schönbuch dann das Prädikat Naturpark. „So sollte das Gebiet dauerhaft vor solchen Eingriffen geschützt werden“, sagt Mathias Allgäuer. So musste auch die Firma Daimler-Benz vor einigen Jahren von einer Teststrecke in der Nähe von Einsiedel absehen. „Daran hatte die Schutzkategorie Naturpark bestimmt auch ihren Anteil“, vermutet der Geschäftsführer, der bereits seit 24 Jahren beim Naturpark tätig ist.
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Seither hat sich viel getan: „Wir konnten uns über die Jahre personell verstärken und erhalten für unsere Projekte auch mehr Geld von der Politik“, sagt er über seine Arbeit. So konnten beispielsweise Projekte wie die Naturparkschulen Schönbuch oder Blühender Naturpark ins Leben gerufen werden.
Aktion zum Jubiläum
Zum 50-Jahr-Jubiläum des Naturparks Schönbuch startet die Böblinger Kreiszeitung eine Bilder-Aktion: Schicken Sie uns an redaktion@krzbb.de (Betreff: „Schönbuchbild“) ein besonderes Foto aus dem Schönbuch – am besten mit einer kurzen Beschreibung, um welchen Ort es sich handelt und was Sie damit verbindet.