Judoka aus Fellbach Das Ziel bleibt Paris 2024

Sven Heinle blickt noch immer auf die Olympischen Spiele. Foto: Maximilian Hamm

Der SVF-Judoka Sven Heinle möchte bis zu den Olympischen Spielen weitermachen, obwohl er in den Ergänzungskader zurückversetzt ist.

Als Andre Breitbarth in Rio de Janeiro im Sommer 2016 in der ersten Runde ausschied, war Sven Heinle als Zuschauer daheim. Auch die Auftaktniederlage von Johannes Frey in Tokio im vergangenen Jahr hat der Fellbacher Judoka auf der heimischen Couch verfolgt. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen blieb dem 30-jährigen Schwergewichtler verwehrt. Doch Sven Heinle hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Bereits im Sommer 2024 steht das nächste Großereignis in Paris auf dem Programm, und da möchte er in der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm auf der Matte stehen. Doch danach sieht es zurzeit nicht aus. Nach größeren Umbaumaßnahmen beim Deutschen Judo-Bund (DJB) im Präsidium und im Trainerteam ist Sven Heinle zurückversetzt worden. Anstatt im Olympiakader oder im Perspektivkader ist er nunmehr in den Ergänzungskader abgerutscht.

 

Mangelnde Kommunikation zwischen dem DJB und einigen Athleten

Im vergangenen Jahr, von der Coronapandemie geprägt, haben alle Kaderathleten ihren Status behalten. Der neue Bundestrainer Pedro Guedes musste also gleich zu Beginn seiner Amtszeit im Herbst die Weichen für das neue Jahr stellen und die Kader neu sortieren. Pedro Guedes hatte seine Rolle angenommen, nachdem der ehemalige Bundestrainer Richard Trautmann in einem undurchsichtigen und wohl auch fragwürdigen Verfahren aus dem Amt gedrängt worden war. In diesem Zusammenhang steht auch die mangelnde Kommunikation zwischen den Verantwortlichen des DJB und einigen Athleten wie zum Beispiel Sven Heinle.

Trotz Enttäuschung bleibt Paris 2024 das Ziel

Der Judoka des SV Fellbach, der mit einem Zweitstartrecht auch für den KSV Esslingen in der Bundesliga auf die Matte steigt, hatte Ende des vergangenen Jahres eine Einladung vom Verband bekommen. Darin stand im Kleingedruckten, dass er fortan im Ergänzungskader stehe. Nach Enttäuschung und Unverständnis bleibt für Sven Heinle die Teilnahme an den Olympischen Spielen das Ziel: „Ich quäle mich nicht, um die dritte oder vierte Geige zu spielen; ich möchte wieder ganz vorn angreifen.“

Gold beim Turnier in Warschau

Der 30-Jährige möchte in den nächsten Monaten, unterstützt von seinem persönlichen Trainer Daniel Gürschner, sportlich überzeugen. Den ersten Schritt hat er bereits gemacht. Bei der Etappe der europäischen Turnierserie in Warschau gewann er Ende Februar die Goldmedaille. Er besiegte nacheinander Ignas Mecajus (Litauen), Adrien Geoffroy (Frankreich), Jamal Feyziyev (Aserbaidschan) und den Georgier Irakli Demetrashvili. Eigentlich hätte Sven Heinle am vergangenen Wochenende auch beim Turnier in Prag starten sollen, doch ein positiver Coronatest hat ihn daran gehindert. An diesem Mittwoch könnte er aus der Quarantäne kommen, dann müsste er einen weiteren Test überstehen, um wieder bei internationalen Wettkämpfen starten zu dürfen. „Ich muss mit Leistung überzeugen. Wenn ich so weiterkämpfe bei den kleineren Turnieren, bekomme ich bestimmt wieder eine Chance“, sagt er.

Die Europameisterschaften Ende April sind auch ein Ziel

Während Sven Heinle in Warschau kämpfte, fand in Tel Aviv/Israel ein höherklassiges Grand-Slam-Turnier statt. In der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm startete Losseni Kone anstelle des Fellbacher Schwergewichtlers im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Der 20-Jährige schied in der zweiten Runde gegen den Weltranglistenzweiten Rafael Silva (Brasilien) aus. Diesen Spitzenathleten möchte Sven Heinle auch bald wieder gegenüberstehen. Die nächsten Chancen, falls er nominiert wird, wären Anfang April das Grand-Slam-Turnier in Antalya/Türkei oder Ende April die Europameisterschaften in Sofia/Bulgarien.

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