Herr Schweikardt, gab’s schon mal ein Pflichtspiel des TVB an einem Montag?
Ich kann mich möglicherweise nicht an die kompletten vergangenen 70 Jahre erinnern, aber zumindest in der Bundesliga und in der zweiten Liga haben wir noch nie an einem Montag gespielt, es sei denn es war eventuell ein Feiertag.
Ändert der Montag etwas?
Für alle Hauptamtlichen nicht, und für die Ehrenamtlichen sind die Abläufe auch nicht anders, als ein Spiel an einem Donnerstag.
Finden Sie es denn gut, dass seit dieser Saison auch montags Handball-Bundesligaspiele stattfinden?
Ich persönlich freue mich schon, dass sich auch an einem Montag die Möglichkeit bietet, Handball zu schauen. Jeden Verein trifft dies ja nur rund einmal pro Halbserie. Aber wir merken schon, dass wir viel arbeiten müssen, um am Montag die Halle gut zu füllen. Mit bisher rund 3900 verkauften Tickets sind wir jedoch ganz zufrieden.
Der Spielplan ist noch mehr auseinandergerissen als in den vergangenen Jahren.
Stimmt, für uns ist es aber erfreulich, dass wir vermehrt freitags und samstags spielen können. Was ich mir wünschen würde, wären einheitliche Anwurfzeiten. Mal spielt man sonntags um 16.30 Uhr, dann wieder um 18 Uhr. Auch freitags beginnen die Spiele mal um 19 Uhr, mal um 20 Uhr. Wer nicht so drin ist im Thema, kann schon mal den Überblick verlieren.
Die Spiele wird seit Saisonbeginn live bei Dyn präsentiert. Sind Sie zufrieden?
Absolut, ja. Vielleicht sind, anders als zuvor bei Sky, ein paar Quer-Zuschauer aus dem Fußball verloren gegangen. Etwas schade finde ich auch, dass keine Spieltags-Konferenz mehr angeboten wird. Andererseits bietet Dyn dem Handball eben auch zwischen den Spielen eine Plattform.
Für das DHB-Pokal-Drittrundenspiel am 4. Oktober (19 Uhr) gegen den ThSV Eisenach wechseln Sie die Halle – es geht in die Scharrena. Warum?
Dauerkarten und Sponsorings kommen im Pokal ja nicht zum Tragen. Wir sehen es deshalb als tolle Chance an, für dieses Spiel mal wieder in unsere alte Heimspielstätte zurückzukehren. Wir versprechen uns an einem Wasen-Mittwoch ein volles Haus – und selbstverständlich wollen wir ins Achtelfinale einziehen.
Zunächst aber geht es am Montag gegen den VfL Gummersbach. Wie groß ist der Druck in Anbetracht von 2:6 Punkten?
Natürlich wollen wir nicht mit 2:8 Punkten dastehen. Von daher gibt es gewissen Druck, ja.
Wo muss das Team zulegen?
Vor allem in der Abwehr. 23 Gegentore in der ersten Halbzeit zu bekommen, wie das bei unserer 27:35-Niederlage bei der MT Melsungen der Fall war, sind indiskutabel. Wir müssen stabiler auftreten, so wir das bei unserem souveränen 28:22-Heimspielsieg gegen den ThSV Eisenach getan haben. Wenn wir daran anknüpfen, können wir jedes Spiel gewinnen, wenn nicht, wird in dieser Liga jedes Spiel eine Riesenherausforderung für uns.
Zur Person
Karriere
Jürgen Schweikardt wurde am 23. April 1980 in Waiblingen geboren und begann mit sechs Jahren beim TV Bittenfeld mit dem Handballspielen. Lediglich in der Saison 2001/02 lief Schweikardt kurzzeitig für den TV Kornwestheim auf.
Persönliches
Schweikardt ist verheiratet. Seine Zwillingssöhne Mika und Niko spielen auch Handball. Hobbys sind neben Handball Tennis und Skifahren. (jüf)