Der Auftakt war ernüchternd, jetzt will der Handball-Bundesligist TVB Stuttgart im ersten Saison-Heimspiel gegen den HC Erlangen an diesem Donnerstag (19.05 Uhr/Porsche-Arena) ein anderes Gesicht zeigen. „Wir müssen kompakter auftreten und bereiter sein als in Kiel“, sagt Geschäftsführer Jürgen Schweikardt.
Herr Schweikardt, haben Sie die deftige Packung schon verdaut?
Für mich war vor der Saison der THW der Meisterschaftsfavorit Nummer eins. Das Spiel gegen uns hat mich darin bestärkt. Dass man dort verliert, ist nichts Außergewöhnliches, doch so deutlich hätte es nicht ausgehen müssen. Jetzt sind wir Tabellenletzter, was andererseits nach dem ersten Spieltag keine Aussagekraft besitzt.
Warum wurde es so deftig?
Wir waren ab der 15. Minute einfach nicht mehr gut genug. Wir haben uns im Angriff äußerst schwer getan und in der Abwehr keinen Fuß mehr auf den Boden gebracht. Zudem haben die 10 000 Zuschauer ihre Mannschaft mit einer dermaßenen Wucht nach vorne gepeitscht, das kannte ich so aus der Zeit vor Corona nicht.
Ihre Abwehr mit dem schwedischen Neuzugang Oscar Bergendahl und Keeper Silvio Heinevetter sollte doch das neue Prunkstück werden.
Wir erhoffen uns in dieser Saison deutlich mehr Stabilität, und daran ändert eine hohe Niederlage bei einem absoluten Topteam auch rein gar nichts. Oscar hat wegen Schulterproblemen drei Wochen gefehlt, Silvio hielt sehr solide. Aber wir können noch nicht eingespielt sein.
Welche Lehren ziehen Sie mit Blick aufs erste Heimspiel?
Wir müssen den gefühlten Vorbereitungsmodus schleunigst ablegen, die Abstimmungsprobleme im Innenblock beheben und von Spiel zu Spiel enger zusammenwachsen. Der HC Erlangen ist mit dem 31:27 gegen die HSG Wetzlar sehr gut gestartet, auf uns wartet ein dickes Brett, das es zu bohren gilt. Aber wir haben die Chance, zu Hause zu punkten, und diese Chance wollen wir unbedingt auch ergreifen. Dazu müssen wir kompakter auftreten und bereiter sein als in Kiel.
Zumal am Samstag bei den Füchsen Berlin gleich der nächste Titelkandidat wartet.
Unser Auftaktprogramm ist knüppelhart, aber daran können wir nichts ändern.
Wie wichtig ist ein Sieg im ersten Heimspiel?
Wichtig. Aber am zweiten Spieltag gibt es sicher noch kein Endspiel.
Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie in der Porsche-Arena?
Dass noch Sommerferien sind, ist ein elementarer Nachteil. Doch 3500 bis 4000 Zuschauer sollten es schon werden und auf ihre Unterstützung bauen wir.