Jugendbeteiligung in Köngen Pump Track mit Hollywoodschaukel

In der Gruppe mit Bürgermeister Otto Ruppaner bringen Kinder Ideen ein. Foto: Ines Rudel

Eine Anlage für BMX-Räder planen 50 Jugendliche aus Köngen mit. Bei der ersten Auflage des Forums „Jugend tut“ mit Bürgermeister Otto Ruppaner brachten viele Ideen ein.

Köngen - Mehr als 50 Kinder und Jugendliche sind ins Burgforum gekommen, um sich an der ersten Veranstaltung des Partizipationsformats „Jugend tut“ zu beteiligen. Mit den Plänen für einen Pumptrack, auf dem Mountainbiker und BMX-Radler ihre Runden drehen können, kam Bürgermeister Otto Ruppaner zu der Veranstaltung, um die jungen Leute von Beginn an in das Vorhaben einzubeziehen. „Uns ist einfach wichtig herauszufinden, was Ihr wollt“, sagte Ruppaner. Dass ein Pumptrack die Mehrheit der Anwesenden begeisterte, war an den Reaktionen deutlich zu spüren. Nun wird das Projekt weiter verfolgt.

 

Anja Weber und Andreas Steinle vom Köngener Jugendhaus „Trafo“, das im neuen Burgforum sein Domizil hat, haben das neue Partizipationsformat vorbereitet. „Ein Jugendgemeinderat würde in einer kleineren Gemeinde wie Köngen wenig Sinn machen“, ist die Sozialpädagogin überzeugt. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen an einem Projekt zu arbeiten, dessen Umsetzung sie dann mit eigenen Ideen und Vorschlägen begleiten, ist aus Webers Sicht der richtige Weg: „Die Vorschläge der Kinder und Jugendlichen müssen diskutiert und in die Tat umgesetzt werden.“

Stiftungen für die Finanzierung

Dass das in der Kommunalpolitik aber nicht so ganz einfach ist, vermittelte Bürgermeister Ruppaner den interessierten Grundschülern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „So ein Projekt muss natürlich finanziert werden“, sagte der Verwaltungschef. Gerade in Zeiten knapper Kassen geht er da manchmal auch kreative Wege. Deshalb führt er derzeit Gespräche mit der Ehmann-Stiftung, der Gerhard-und-Christa-Maier-Stiftung und seiner Bürgerstiftung, um die rund 350 000 Euro für die neue Anlage aufzubringen. Der Pumptrack soll zwischen dem Gemeinwesenhaus und dem Schützenhaus angelegt werden.

Bevor Ruppaner und das „Trafo“-Team aber ans konkrete Planen des Jugendprojekts gingen, wollten sie von den jungen Leuten wissen, was sie sich denn für Köngen wünschen. Mit bunten Filzstiften schrieben sie ihre Wünsche auf Zettel – oder mit abwaschbaren Stiften auf die Wand im Kreativraum. Das Spektrum der Wünsche reichte von „zwei Pools an der Burgschule“ über ein Trendsportfeld bis hin zu einem Café, das speziell auf junge Leute zugeschnitten ist.

Eine Strecke für Wettkämpfe

Danach stieg die Gruppe auch gleich in die konkreten Pläne für den Pumptrack ein. Bürgermeister Ruppaner skizzierte den ersten Entwurf für die Anlage, die aus zwei Teilen besteht. Neben der großen Strecke, deren Maße auch für Wettkämpfe geeignet sind, gibt es eine kleine Runde, auf der Anfänger üben können. Das hat den Grundschülern gut gefallen, die zum Jugendforum gekommen sind. Dass die jungen Köngenerinnen und Köngener richtig Lust haben, die neue Anlage mitzuplanen, zeigten die vielen Redebeiträge. Die Schülerin Annika hatte einen ganz besonderen Vorschlag: „Könnte man nicht eine Hollywoodschaukel an den Rand bauen?“ Das stieß bei den anderen ebenso auf Zuspruch wie der Vorschlag von Daniel, einen Unterstand für die Ausrüstung der Radfahrer zu bauen. Die Befürchtungen einiger Jugendlicher, dass es Probleme mit den Anwohnern im neuen Wohngebiet Burgweg West III geben könnte, zerstreute Bürgermeister Otto Ruppaner. Bei den Plänen habe man darauf geachtet, dass die Wohnbebauung entsprechend weit entfernt ist.

Bepflanzung ist ein wichtiges Thema

Auch über die Bepflanzung des Pumptracks haben sich die jungen Leute schon Gedanken gemacht. Ein Teilnehmer gab zu bedenken, dass man die Skateranlage an der Fuchsgrube im Sommer nur „mit einem mitgebrachten Besen“ benutzen könne, weil Zierkirschen die Bahnen verschmutzen: „Das kann gefährlich werden, wenn man schnell auf den Brettern unterwegs ist.“ Er und einige andere wiesen Bürgermeister Ruppaner zudem darauf hin, dass die Anlage nicht mehr im besten Zustand ist: „Viele wandern dann zum Beispiel nach Kirchheim oder nach Wendlingen ab.“ Das habe er nicht gewusst, sagte Ruppaner. Er nehme den Hinweis aber gerne mit und will sich mit seinem Verwaltungsteam darum kümmern.

Nach angeregter Diskussion schloss Anja Weber vom Jugendhaus „Trafo“ die erste Runde von „Jugend tut“. Sie freut sich darüber, dass viele Jugendliche und junge Erwachsene ihre E-Mail-Adressen hinterließen und auch weiterhin mitmachen wollen: „Bei diesem Format geht es um Nachhaltigkeit. Wir wollen die Teilnehmer am Prozess beteiligen.“

Neues Format für die Jugendbeteiligung

Jugend beteiligen
 Wie es gelingen kann, junge Leute für die Kommunalpolitik zu interessieren, ist in vielen Städten und Gemeinden Thema. Eigene Jugendgemeinderäte gibt es vor allem in großen Städten. In Köngen gehen die Verwaltung und das Team des Jugendhauses „Trafo“ nun einen eigenen Weg.

Küchengespräche 
Mit kommunalpolitischen Küchengesprächen hat Köngens Bürgermeister Otto Ruppaner begonnen, die jungen Leute einzubeziehen: „Das war ein voller Erfolg.“ Zwar habe er viele Anregungen der Jugend aufgreifen können, „aber wichtig ist es, die Jugend in die Prozesse einzubeziehen.

Neues Format
 Federführend hat das Team des Jugendhauses „Trafo“, eine Einrichtung des Kreisjugendrings Esslingen, das neue Format „Jugend tut“ mit entwickelt. Der Sozialpädagogin Anja Weber ist es wichtig, eine feste Gruppe zu etablieren, die sich um ein ausgewähltes Thema kümmert.  

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