Seit 2004 wird im Rahmen der Filmschau Baden-Württemberg der Jugendfilmpreis vergeben. Mitmachen können alle Baden-Württemberger unter 22 Jahren. Am 8. Dezember 2022 startet das Nachwuchsfestival in den Innenstadtkinos – mit gewohnt starken Beiträgen.

Schon zum 19. Mal kann der cineastische Nachwuchs Baden-Württembergs zeigen, was er vor und hinter der Kamera drauf hat: Der Jugendfilmpreis Baden-Württemberg ist das wichtigste Filmfestival für die junge Filmbranche in Baden-Württemberg. Schulklassen, der Freundeskreis oder eine Eigenproduktion: Mitmachen kann jeder aus dem Ländle unter 22 Jahren.

Bühne für die Filmwelt von morgen

Wie wichtig der Jugendfilmpreis ist, zeigt sich in diesem Jahr exemplarisch: Die Filmschau Baden-Württemberg, die große Schwester des Nachwuchsfilmfestivals, wird am 7. Dezember 2022 von Anja Gurres’ „Balconies“ eröffnet – zehn Jahre, nachdem die Regisseurin als damals 17-Jährige am Jugendfilmpreis teilgenommen hat. Durch die Öffentlichkeit, dass lockere Netzwerken, die Preise und den Austausch hat die Filmwelt von morgen hier die Bühne, die sie zum Wachsen braucht. Und das eben seit 2004.

Wie ernst das Festival genommen wird, zeigt letztlich auch die Preisverleihung. Die findet am 11. Dezember 2022 statt – und zwar wie bei der Filmschau auch in der festlichen Kulisse des Alten Schlosses. Würdiger und motivierender kann man einen Jugendfilmpreis kaum gestalten – zumal er parallel zur Filmschau läuft und somit auch jede Menge Aufmerksamkeit bekommt.

Das sind die nominierten Filme

Davor gibt es aber jede Menge jungen Film aus Baden-Württemberg: Vom 8. bis zum 11. Dezember 2022 flimmert der Wettbewerb um die Jugendfilmpreis in vier Filmblöcken im Stuttgarter Kino Cinema über die Leinwand. Ins Rennen um zahlreiche Preise wie „Bester Film“, „Beste schauspielerische Leistung“, „Bestes Drehbuch“ oder „Beste Animation“ gehen 2022 folgende Produktionen:

Der geheimnisvolle Film „Der Koffer“ von Aaron Mayer, Sarah Wangs Doku „Der Prophet vom Arendsee“, „Free Runner“ von Kilian Falter Vidal, Silas Degens gefühlvolle Animation „Traumfänger“, der mysteriöse Streifen „Die Hand“ von Bennet Mergenthaler, der Kinderkrimi „Auch gute Noten können schaden“ von Emil Stefanidis, der Piratenfilm „Auf falschen Kurs“ vom Duo Melissa Bärtl und Levi Gutsche oder der Stop-Motion-Kunstwerk „Ich wünsche mir…“ von Anna Broghammer, Marie Freynik, Felix Günter und David Moosmann.

In „Der letzte Zug“ geht es um einen VVS-Praktikanten, dem plötzlich gar nicht mehr langweilig ist, während wir es in „Wohin gehst du heute“ von Marie Mühleck, Julia Bordon, Abbe Daumüller, Jakob Kühner und Iva Rajic ebenfalls mit der VVS und einen magischen Ticketautomaten zu tun bekommen. Härter geht es im Mafiafilm „Undercover“ vom KJR Esslingen e.V. zur Sache, aufwühlender im Außenseiterdrama „Entgleist“ von Franziska Borst und Malena Pasewaldt.

Leon Baders Musikvideo zum Song „Corvette“ von Yeva spielt mit Klischees, Sonja Kahls „It’s Not Always Simple“ vom Inklusion und Ausgrenzung. Außerdem gehen Andreas Dürrs Animation „Disconnected Head“, Cornelius Baums Superhelden-Story „Wasserbären-Boy“, Adrian Zackes Samurai-Film „Shin“, „Get Funky“ von Lars und Bastian Leucht, der entlarvende Kurzfilm „Leichenschmaus“ von Vin Benkelmann und Matthias Felix, Emily Kischs Musikvideo „Sun, Summer Sweet But Psycho“, Philip Nedeljkovics und Elisa Audrey Dinkels feinfühliges Mental-Health-Drama „Die fröhliche Kritik“, „Black Box“ von Jovana Engel, der One-Shot-Musikfilm „Anywhere To Nowhere“, Phil Albrechts „Die Vorführung“, Samuel Hohaus’ „Study Guide“ und Johannes Papes „Rivals“ an den Start.

In der Jury, die über die Preisvergaben entscheidet, sitzen Anna Leippe, Helgi Schmid, Katharina Parpart und Frederik Zeugke.

Starke Stoffe, vielseitige Themen

Die Auswahl an starken Stoffen ist groß, ebenfalls die genutzten Medien, Genres und Stilmittel. Der Wettbewerb 2022 zeigt aber eben nicht nur, wie viel Talent in der nächsten Filmgeneration schlummert; sondern wofür sie sich wirklich interessiert. Missbrauch, Inklusion, psychische Gesundheit und Zugehörigkeitsgefühl lassen auch die Jugendlichen im Land nicht unberührt.

Weil man mit der Kinoleidenschaft gar nicht früh genug anfangen kann, gibt es im Rahmen der Filmschau neue Abenteuer mit den „Animanimals“ aus der Feder von Filmaka-Absolventin Julia Ocker – und das für alle kleinen Cineasen ab zwei Jahren. Am Sonntag, den 11. Dezember 2022, gib es im Cinema ab 15 Uhr im sechs nigelnagelneue Abenteuer der schrullig-liebenswerten Trickfilmstars zu sehen – für nur fünf Euro. „Eichhörnchen“, „Katze“, „Tiger“ und „T-Rex“ feiern an diesem Tag ihre deutsche Kinopremiere, „Panda“ und „Ferkel“ sind sogar als Weltpremiere zu sehen. Für die Serie gab es sogar den Grimme-Preis.

Quo vadis, Filmland Baden-Württemberg?

Begleitend zum filmischen Programm für alle Altersklassen gibt es auch 2022 wieder hochspannende öffentliche Podien zu Themen rund um die Branche: Am Mittwoch, den 7. Dezember 2022, wird ab 17:30 Uhr im Gloria 2 der Filmstandort Baden-Württemberg analysiert – unter anderem vom neuen Staatssekretär Arne Braun. Am Freitag, den 9. Dezember 2022, geht es im Haus der Katholischen Kirche ab 18 Uhr darum, ob Filmfestivals zukunftsfähig sind, während am Tag darauf am selben Ort hinterfragt wird, wie Baden-Württemberg seine Relevanz als Filmstandort steigern kann. Also, in Sachen Nachwuchsförderung kann man schon mal kaum etwas besser machen.

Mehr Informationen: www.jugendfilmpreis.de