Jugendgewalt in Stuttgart Erste Verhaftung nach der Messerstecherei

Die Polizei hat nach der Messerstecherei in Vaihingen einen Tatverdächtigen gefasst (Symbolbild). Foto: imago images/Fotostand K. Schmitt
Die Polizei hat nach der Messerstecherei in Vaihingen einen Tatverdächtigen gefasst (Symbolbild). Foto: imago images/Fotostand K. Schmitt

Zwei Jugendgruppen geraten im Stadtbezirk Vaihingen heftig aneinander – es gibt vier Verletzte nach Messerstichen. Die Aufklärung des Falls vom Dezember 2021 ist mühsam.

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Stuttgart - Einen Monat nach der blutigen Auseinandersetzung unter zwei Jugendgruppen am Vaihinger Markt hat die Ermittlungsgruppe „Tuna“ der Kriminalpolizei einen ersten Tatverdächtigen festgenommen. Dabei handelt es sich um einen 17-Jährigen, der im Stadtbezirk wohnt. Am Dienstag setzte ein Richter den beantragten Haftbefehl in Vollzug und schickte den Jugendlichen hinter Gitter.

Die Tatsache, dass die Bluttat vom 10. Dezember letzten Jahres erst jetzt einen ersten Ermittlungserfolg brachte, lässt die mühsame Aufklärungsarbeit der Beamten erahnen. Denn offenbar zeigen auch die Opfer kein größeres Interesse an einer strafrechtlichen Verfolgung der Täter. Stumm wie die Fische sozusagen. Dabei hatten die Betroffenen im Alter von 16 und 17 Jahren teils lebensgefährliche Verletzungen erlitten.

Der Verdächtige kommt aus dem Bezirk

Gegen 21.20 Uhr waren zwei Jugendgruppen in der Fußgängerzone am Vaihinger Markt aneinandergeraten. Dabei gab es auch mehrere Messerstiche, bei denen zwei 16- und ein 17-Jähriger schwerste Verletzungen erlitten. Von einem nahen Sandwich-Imbiss wurde die Polizei alarmiert, die Jugendlichen konnten aber entkommen. Zwei der Opfer wurden im Marienhospital im Stuttgarter Süden aufgespürt. Sie waren vom Tatort in einer Stadtbahn zur Klinik geflüchtet, wo sie operiert werden mussten.

Man kannte sich offenbar ganz gut – denn der 17-jährige Tatverdächtige stammt aus dem Bezirk. Er wurde am Montag festgenommen – ziemlich genau einen Monat nach den blutigen Ereignissen. „Er ist bei der Polizei zumindest kein Unbekannter“, sagt Polizeisprecherin Ilona Bonn. Es dürfte sich zudem um „keine Zufallsschlägerei“ gehandelt haben, so die Polizeisprecherin. Ob die Auseinandersetzung verabredet war und welche Rolle der 17-Jährige konkret gespielt hatte, das wird weiter ermittelt. Das Netz der Ermittlungsgruppe „Tuna“ hat noch nicht alle dicken Fische in dieser Sache eingefangen.




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