Jugendhandball – Bundesliga JANO gegen Füchse: alles dran und alles drin

Druckvoll: Max Heydecke auf dem Weg zum Tor. 1000 Menschen schauen zu. Foto: Jörn Kehle

Die A-Jugend der JANO Filder gewinnt das begeisternde Viertel-Hinspiel um die deutsche Meisterschaft gegen die Füchse Berlin knapp mit 31:30.

Reporter: Sigor Paesler

Große Kulisse, großer Sport – und die Spannung bleibt. Die A-Jugendhandballer der JANO Filder haben am Freitagabend vor 1000 Zuschauern das Viertelfinal-Hinspiel um die deutsche Meisterschaft gegen die Füchse Berlin mit 31:30 (16:16) gewonnen. Die Entscheidung über den Einzug ins Halbfinale fällt nun am kommenden Samstag in Berlin.

 

„Auf einer Skala von 0 bis 10 ist es 12“, sagte JANO-Kreisläufer Max Heydecke klatschnass geschwitzt und völlig ausgepumpt auf dem Spielfeld stehend auf die Frage, wie erschöpft er sei. „Ich habe alles reingeworfen.“ Aber er hatte ein Lächeln auf den Lippe und ein Leuchten in den Augen: „Es war so eine geile Stimmung, richtig cool.“ Das mit dem alles reinwerfen galt für alle Akteure auf beiden Seiten. Der Nervosität und am Ende den schwindenden Kräften geschuldet machten sie alle Fehler. Aber es war Handball auf hohem Niveau. Und vor allem ein Spiel auf Augenhöhe. Dass der JANO-Nachwuchs das von sich in einem Duell mit den Füchsen sagen kann, haben sich die Jungs und hat sich die Spielgemeinschaft erarbeitet. Wenn es eines weiteren Beweises bedurft hätte, dass sie im Konzert der großen Namen mitspielen, dann wurde er in dieser Begegnung geliefert.

Und die Leute interessiert es. Die Halle war nicht nur ausverkauft. Es was das Who is Who der Handballszene der Region und darüber hinaus da. Spieler, ehemalige Spieler, Trainer, ehemalige Trainer, darunter Frauen-Bundestrainer Markus Gaugisch.

Kusches emotionale Rückkehr

Einer, der das Ganze auf dem Spielfeld genoss, war Julian Kusche. Der Mitte-Spieler war einst von der JANO ausgezogen, um im Füchse-Internat handballerisch und menschlich weiter zu reifen. Obwohl er nach eigener Aussage mächtig nervös war, zeigte er, was er draufhat. Er lenkte das Spiel der Berliner, erzielte neun der ersten 13 Tore seiner Mannschaft. Wenn einer die insgesamt gut funktionierende offensive Abwehr der Filderfalken wie Slalomstangen umkurvte und traf, dann war es er. „Es war für mich kein Spiel wie jedes andere. In meiner früheren Halle gegen die früheren Kameraden zu spielen und das vor dieser Kulisse, war etwas Besonderes“, sagte er. Aber Kusche sprach schon wie ein Großer. „Wir gehen hier mit minus eins raus. Wir haben noch 60 Minuten in Berlin, um weiterzukommen“, erklärte er. Heydecke konterte ebenso abgeklärt: „Es ist noch alles drin. In Berlin geht es praktisch bei null los.“

Dann wird bei der JANO vermutlich Linus Schmid wieder dabei sein. Der Rückraumwerfer hatte sich am Morgen des Spiels krank abgemeldet. So gab es bei den Filderfalken mit Ausnahme von Laurin Huss niemanden mehr für die so genannten leichten Tore. Aber auch bei den Füchsen fehlten zwei Leistungsträger, die möglicherweise in Berlin wieder auflaufen können.

„Wir wollten mit einer möglichst guten Ausgangslage für das Rückspiel hier rauskommen“, sagte JANO-Trainer Magnus Gründig und war sich bei aller Zufriedenheit mit der Leistung und Stolz auf die Spieler nicht ganz sicher, inwieweit das gelungen war. Es war der angestrebte Sieg. „Aber es hätten vielleicht auch vier Tore Vorsprung sein können“, sagte Gründig, wusste aber, dass auch die Füchse hätten gewinnen können. Das war das mit der Augenhöhe: Beide Teams hatten mehrmals das Momentum auf ihrer Seite, hätten wegziehen können. Aber entweder vergaben sie dann gute Chancen oder die andere Mannschaft kämpfte sich zurück. Die Zuschauer hatten ihren Spaß daran.

Kusche hatte aufseiten der JANO in Nick Scherbaum einen starken Gegenpart, Heydecke am Kreis in Berlins Tim Schröder einen harten und guten Gegner. Das Torhüterduell allerdings entschied Filderkeeper Till Elger klar für sich.

Hinterher waren die Spieler beider Teams platt und mit sich im Reinen. Sie hatten alles gegeben. Und sie wussten, dass im Rückspiel alles drin ist – mit vielleicht einem kleinen Vorteil für die dann gastgebenenden Füchse. Einer der 1000 Zuschauer verließ die Halle ebenso zufrieden und mit den Worten: „Einige von den Jungs wird man in ein paar Jahren im Fernsehen sehen.“

JANO Filder: Elger, Dotzauer, Schwartz; van der Mei (2), Huss (7), Scherbaum (8), Heydecke (4), Balbuchta, Böhm (4), Nusser, Priebe (1), Schwab, Bauer (2/2), Hofer (3), Zemmel.

Füchse Berlin: Lahuis, Glamann; David, Reichardt (4), Grüner (4/2), Beutler, Parke, Kusche (13), Stark, Losch (1), Nowak (2), Schröder (4), Poppe (2).

Schiedsrichter: Nicolas Jaros / Felix Thrun (Waldstetten / Lauterstein).

Zuschauer: 1000.

Zeitstrafen: 8:10 – zwei Mal zwei Minuten für van der Mei (Filder), Grüner (Berlin), zwei Minuten für Heydecke, Huss (Filder), Parke, Kusche, Reichardt (Berlin).

Beste Spieler: Heydecke, Elger, Scherbaum / Kusche, Schröder.

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