Jugendhandball Die JANO reißt mit und scheidet aus
36:38 – der SC Magdeburg ist für die A-Jugend-Handballer von den Fildern auch im Viertelfinal-Rückspiel zu stark. Dennoch ist es „ein guter Abschluss“.
36:38 – der SC Magdeburg ist für die A-Jugend-Handballer von den Fildern auch im Viertelfinal-Rückspiel zu stark. Dennoch ist es „ein guter Abschluss“.
Zehn Minuten vor dem Spielende lag Laurin Huss mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem gelben Boden der Sporthalle 1. Gästetorhüter Anton Stemmer eilte sofort zu Hilfe, die Schiedsrichter unterbrachen und Physiotherapeutin Sina Ernst eilte aufs Feld. Etwas später war der Schmerz vergessen. „Es war nur ein Krampf“, erklärte Hiss, grinste breit und war „fix und fertig und emotional überwältigt“. Die A-Jugend-Handballer der JANO Filder sind im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft ausgeschieden. Die Hypothek der 31:45-Niederlage aus dem Hinspiel gegen den Magdeburg war wie erwartet zu hoch. Die JANO-Spieler verloren auch das Rückspiel mit 36:38 (20:20) – sie warfen in diesem aber alles rein, sodass die Zuschauer und die Filder-Handballer selbst zufrieden sein konnten. Huss’ Krampf kam nicht von ungefähr.
Magdeburgs Trainer Aaron Hahn war natürlich happy. Auch damit, dass er es geschafft hatte, die Spannung in seinem Team nach dem deutlichen Hinspielsieg („da haben wir am Optimum gespielt“) hoch zu halten. Der SC-Nachwuchs machte auch in Nellingen ein starkes Spiel und steht verdient im Halbfinale. Hahn freute sich aber auch an und über das „für die Voraussetzungen Top-Jugendhandballspiel“. In der Tat, die Stimmung auf den gut und mit viel Handball-Sachverstand gefüllten Rängen war trotz der klaren Ausgangslage fröhlich. Das Spiel hatte überhaupt nichts von Luft raus, auch nachdem früh klar war, dass das Aufhol-Wunder in weiter Ferne lag. Die JANO führte zwar nach einem stark abgewehrten Angriff schnell mit 2:0, doch die Magdeburger zogen vorbei und waren vor allem durch ihr bärenstarkes Eins-gegen-Eins-Spiel stets leicht im Vorteil.
Die JANO ließ aber nie abreißen und riss – auch, als die Kräfte erkennbar schwanden – die Fans noch einmal mit. „Wir haben uns gesagt: Das Hinspiel ist gelaufen, es kommen fast 1000 Leute, die uns sehen wollen“, sagte Huss. Auch angesichts der vielen Ausfälle lastete viel auf ihm. Aber auch alle anderen überzeugten. Die Außen steuerten sehenswerte Tore bei, auch die Defensive tat, was sie konnte – fand in den ebenfalls physisch starken Magdeburgern aber ihren Meister. Es war schon richtig gut, was die jungen Sachsen-Anhalter zeigten.
Auch JANO-Coach Magnus Gründig war mit der Situation im Reinen. Natürlich hatte er sich gewünscht, etwas weiter zu kommen und vielleicht sogar wie in der vergangenen Saison das Finale zu erreichen. Aber erneut unter den acht besten A-Jugend-Teams Deutschlands zu sein, ist zweifellos ein Erfolg. „Wir haben alles reingeworfen, was wir hatten“, sagte er, erkannte die Leistung der Magdeburger an und erklärte auch in diesem Moment sein Credo als Ausbilder: „Es geht ja nicht darum, maximale Ergebnisse zu holen, sondern sich zu entwickeln. Wenn man sieht, wie viele Spieler wir in die 4. und 3. Liga gebracht haben und dass schon einige von ihnen Profiverträge unterschrieben haben, dann ist es okay. Es war ein guter Abschluss.“
Der besagte (TVB-Stuttgart-)Profi des Kaders, Max Heydecke, saß wie sein U-19-Weltmeisterkamerad Nick Scherbaum verletzt draußen. Die beiden wurden aber wie achte weitere Spieler des Jahrgangs 2007 aus der Jugendzeit verabschiedet. Viele von ihnen spielen seit den Minis bei der JANO. Die Magdeburger, die im Halbfinale auf den TSV Burgdorf treffen, saßen dabei, genossen ihren Triumph und applaudierten mit. Und das war es auch, was Laurin Huss, der in der kommenden Saison weiter für den Männer-Drittligisten TSV Neuhausen auflaufen wird, so emotional überwältigte: „Natürlich wären wir gerne weitergekommen. Aber das hier mit dieser Mannschaft nimmt mir niemand.“
JANO Filder: Elger, Hösl; Sprößig (7/7), Huss (8), Balbuchta (1), Böhm (6), Hoppe, Nusser (5), Neumaier (3), Gatzweiler (3), Zemmel, Ruhmund (1), Hofer (2), Klein.
SC Magdeburg: Stemmer, Dobberitz; Pakebusch (2), Elze (2), Brigzinsky (1), Pillich (1), Thielicke (9/3), Böhme, Stops (1), Begic (7), Welsch (7), Bahr, Mäuer (3), Löbel (1), Kretzschmar (3), Großmann (1).
Schiedsrichter: Jan Lier / Manuel Lier (Korntal-Münchingen / St. Gallen).
Zuschauer: 800.
Zeitstrafen: 6:10 – zwei Mal zwei Minuten für Neumaier (Filfer), Thielicke (Magdeburg), zwei Minuten für Sprößig (Filder), Kretzschmar, Welsch, Böhme (Magdeburg).
Beste Spieler: Huss / Welsch, Thielicke.