Jugendhaus Areal in Leinfelden Jugendliche sind unzufrieden mit Neubauplänen

Von Janine Beck 

Seit vielen Jahren ist ein neues Jugendhaus Areal in Leinfelden-Echterdingen immer wieder zum Greifen nah. Wegen Uneinigkeiten und Konzeptänderungen haben sich die Bauarbeiten jedoch wieder und wieder nach hinten verschoben. Derzeit soll es, mal wieder, in zwei Jahren losgehen.

Der Altbau des Jugendhauses „Areal“ muss noch mindestens bis 2020 standhalten. Das diesjährige 35-jährige Bestehen des Gebäudes taugt nicht zum Feiern. Foto: Janine Beck
Der Altbau des Jugendhauses „Areal“ muss noch mindestens bis 2020 standhalten. Das diesjährige 35-jährige Bestehen des Gebäudes taugt nicht zum Feiern. Foto: Janine Beck

Leinfelden - Der Lack ist ab, jedenfalls an einigen Stellen: Rost frisst sich ins Metall, Schaum quillt aus der Wand und Löcher lassen tiefer in den Bau blicken, als einem recht ist. Außerdem sind die Wände des Jugendhauses „Areal“ nicht nur bunt wegen der verschiedenen Wandfarben, sondern auch wegen der vielen Flecken.

Seit einigen Jahren ist dieser Zustand bekannt. Ein Neubau war immer wieder zum Greifen nah – und rückte wieder in die Ferne (siehe Text unten). Bereits 2008 galt der Areal-Altbau als sanierungsbedürftig. Die Stadt wollte sich im Zuge der neuen Gebietserschließung „Schelmenäcker“ dem Problem annehmen. 2010 beschloss die Stadt, dass ein Neubau sinnvoller – und preiswerter – ist. Seitdem versuchen sich die Beteiligten an den Bauplänen bei Kosten, Größe und Gestaltung zu einigen.

Die Jugendlichen wollen mehr einbezogen werden

Baubürgermeisterin Eva Noller erklärt die Wartezeit mit der „komplexen Sache, die ganzen Bauvorhaben zu koordinieren. Das braucht viele Abstimmungen.“ Der Leiter des Areals Jürgen Metzger sagt: „Leute müssen sich zusammen an einen Tisch setzen und reden. Begegnung ist der erste wichtige Schritt.“ Das ist in den zwei Planungsphasen 2010 und 2016 mit Jugendlichen geschehen. In der ersten Runde wurden sie nach ihrer Meinung zur Raumplanung gefragt. In der zweiten Runde arbeiteten die Architekten sogar mit ihnen zusammen. Zwei Jugendliche waren auch Teil des Preisgerichts.

Der 20-jährige Daniel Krusic hätte sich dennoch mehr Einbindung der „direkt Betroffenen“ gewünscht. Krusic ist Sprecher des Jugendgemeinderats von Leinfelden-Echterdingen. Für ihn ist klar, dass nicht nur das Areal, sondern auch andere Einrichtungen für Kinder und Jugendliche Platz brauchen. Deshalb ärgert ihn, dass das Jugendhaus schrumpfen soll. „Ein gutes Drittel fällt weg. Ich denke, wir brauchen ein großes Jugendhaus, das genauso viele beherbergen kann wie jetzt.“ Die Lage ist ein weiteres Thema. Laut Krusic befinde man sich künftig auf dem „Präsentierteller“ anstatt an einem Rückzugsort zu sein. „Natürlich sind die Jugendlichen nicht mehr allein auf der Wiese, es wird ein Stück Stadt entstehen. Der Raum für Rückzug ist das Haus selbst,“ sagt hingegen die Baubürgermeisterin Noller.

Der Jugendgemeinderat möchte ein zweites Jugendhaus

Krusic stört jedoch vor allem, dass Jugendliche nur bei Nachfrage miteinbezogen würden, wie etwa beim Preisgericht des Architektenwettbewerbs. Jugendliche im Areal hin und wieder zu fragen, was sie von Ideen halten, hält Krusic „nicht für eine riesige Aufgabe.“ Metzger wiederrum spricht von einem guten Verhältnis zu den Ämtern und hält eine bessere Einbindung der Jugendlichen nicht für möglich. Das Problem bleibe die Zeit. „Pläne mit Jugendlichen müssen zeitnah umgesetzt werden. Sie haben kein Verständnis, wenn eine Umsetzung so lange braucht. Das macht die Jugendlichen unzufrieden,“ sagt der Jugendhausleiter.

Doch die Jugendlichen müssen weiter warten. Denn aus Platzmangel für die Kleinen soll laut Noller erst der Kindergarten neben dem Areal, dann das Jugendhaus für die Großen entstehen. Für die Zeit der Bauarbeiten, nun ab 2020, suche die Stadt nach Ausweichräumen in Schulen und kirchlichen Einrichtungen. Auch eine Verlängerung der Öffnungszeiten des Jugendcafés Domino in Echterdingen sei im Gespräch.

Das neue Areal lässt damit weiter auf sich warten. Die Räume des zukünftigen Baus sind dagegen schon für die Areal-Veranstaltungen und Kooperationsprojekte verplant. Zudem ist im Gespräch, ob auch die Musikschule die Proberäume mitnutzen kann.Dabei sind diese schon heute ausgelastet, im älteren, größeren Jugendhaus. Die neueste Entwicklung daher: Der Jugendgemeinderat möchte ein Konzept für ein zweites Jugendhaus vorstellen. Schließlich bedeuten mehr Kita-Kinder heute mehr Jugendliche von morgen.




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