Jugendhaus in Wangen Eine bunte Burg für den Nachwuchs
Das neue Wangener Kinder- und Jugendhaus B 10 wurde jetzt feierlich eröffnet. „Ein Schmuckstück mit vielen Möglichkeiten“, wie die Gäste lobten.
Das neue Wangener Kinder- und Jugendhaus B 10 wurde jetzt feierlich eröffnet. „Ein Schmuckstück mit vielen Möglichkeiten“, wie die Gäste lobten.
Wangen - Besser hätten die Verantwortlichen des neuen Jugendhauses B 10 die Rahmenbedingungen zum Einweihungsfest nicht planen können. Bei herrlichem Sonnenschein konnten die Gäste einen großen architektonischen Vorzug des neuen Gebäudes erleben: die große Terrasse im ersten Stock. Sie bietet nicht nur genügend Platz für die Festgäste, sondern diese konnten bei der Einweihung sowohl die Kraft der Sonne als auch den fantastischen Ausblick zur Wangener Höhe genießen. Dass nur wenige Meter „hinter“ dem neuen Kinder- und Jugendhaus der Rushhour-Verkehr sechsspurig auf der Bundesstraße 10 vorbeirollte, realisierten die meisten Besucherinnen und Besucher erst, als sie beim Rundgang durchs Haus aus den Bullaugenfenstern der Rückseite auf den Fahrzeugstrom schauten. Wie eine dreigeschossige Trutzburg schützt die massive Hinterwand des Betonbauwerks die Heimat des Wangener Nachwuchses gegen den Verkehrslärm. „Das Gebäude stellt sich einerseits selbstbewusst auf und schirmt gleichzeitig den Lärm ab“, sagt Architekt Lukas Brenner vom Planungsbüro plus+ aus Neckartenzlingen.
So massiv der Baukörper für die Autofahrer auf der B 10 wirken mag, so offen und einladend präsentiert sich das neue B 10 von der Vorderseite. „Es ist ein Schmuckstück entstanden, das den Kindern, Jugendlichen und den Betreuern eine Vielfalt von Möglichkeiten eröffnet“, gratulierte Jasmin Meergans als Gesellschafterin der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft. Es zeige sich, dass die Jugendlichen bei der Gestaltung des Hauses mitwirken konnten. „Die Architekten haben die Wünsche der künftigen Nutzer ernst genommen und sich an deren Ideen orientiert“, so Jasmin Meergans. Zwischen der Terrasse und dem Laubengang im zweiten Obergeschoss spannt sich die eingepasste Freitreppe, sodass das künftige Jugendhaus von innen nach außen und umgekehrt genutzt werden kann. Den Mittelpunkt bildet wieder das Jugendcafé mit einer Theke. In einer Nische können Jugendliche E-Sport-Fußballmatches oder weiter hinten „echtes“ Tischtennis spielen.
Über eine große Innentreppe erreichen die Besucher die Obergeschosse. Farbenfrohe Graffiti-Sprüche an der Wand des Treppenhauses wie „Let’s create our future“ sind Programm. In den oberen Geschossen befinden sich der große Medienraum, das Büro zur Berufsvorbereitung, Gruppenräume, in den man Hausaufgaben machen, Projekte vorbereiten oder diskutieren kann. Der sogenannte Zockerraum, Werkstattbereiche und der Tanzsaal unterm Dach laden die Kinder und Jugendlichen auch zum Entspannen und Spaß haben ein.
„Das neue B 10 bietet viele neue räumliche und technische Möglichkeiten und knüpft doch an seinen Vorgänger an“, lobte auch Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer das Kinder- und Jugendhaus. Denn, so Bezirksvorsteherin Beate Dietrich, der Abschied vom „alten“ Jugendhaus B 10 schmerzte viele Wangener doch. Wangener Jugendliche packten 1983 bei Bau des ersten Jugendhausesmit an, gewannen die Burg aus Holz lieb. Doch nach 38 Jahren war das Bauwerk marode, musste abgerissen und an gleicher Stelle der Neubau errichtet werden.
Das Tolle: Das Planungsbüro plus+ kannte den Charme und die Geschichte des Vorgängerbaus bestens. Es hatte bereits 1983 das erste Jugendhaus konzipiert. „Und jetzt wieder ein Gebäude geschaffen, das ebenfalls zu einer Institution in Wangen werden wird“, sagt Beate Dietrich.
Mit einem Festprogramm startet das B 10 in die erste Woche. An diesem Dienstag, 27. Juli, öffnet das Kinder- und Jugendhaus ab 15 Uhr für Kinder ab sechs Jahren die Pforten.