Jugendhaus Renningen Gespräche sind offen und ungezwungen

Von Kathrin Klette 

Tim Dietterle ist der neue Jugendsozialarbeiter und vor allem in der Jungenarbeit aktiv.

Der neue Mann im Jugendhaus Old School: Tim Dietterle. Foto: factum/Granville
Der neue Mann im Jugendhaus Old School: Tim Dietterle. Foto: factum/Granville

Renningen - Das Tolle an dieser Arbeit ist für mich, dass man hier offenen und ungezwungenen Kontakt zu den Jugendlichen hat“, findet Tim Dietterle. Der 23-Jährige ist seit Ende vergangenen Jahres neuer Mitarbeiter bei der Jugendsozialarbeit Renningen. Er betreut unterschiedliche Projekte an Schulen und im Jugendhaus und kümmert sich schwerpunktmäßig um die Jungenarbeit. „Ein besonderer Reiz ist für mich, dass man hier sehr frei in seiner Arbeit ist und auch kreativ werden und eigene Projekte verwirklichen kann“, erzählt er.

Tim Dietterle stammt ursprünglich aus Dagersheim. Nach seinem Abitur im Jahr 2013 machte er ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten, später arbeitete er noch in einer Krippe, bevor er ein duales Studium begann. Dabei arbeitete er bereits für den Verein für Jugendhilfe, der in Renningen die Jugendsozialarbeit betreibt. Den ersten Kontakt mit der offenen Jugendarbeit sammelte er denn auch während des Studiums: bei einem Praktikum im Jugendhaus in Weil der Stadt. „Dadurch bin ich schon ein bisschen auf den Geschmack gekommen.“

Von Jungengruppe bis Streetwork

Durch die Arbeit in Weil der Stadt war ihm die Stadt Renningen bereits ein Begriff, als er sich für die Stelle bei der Jugendsozialarbeit entschied. Hier teilt er sich die Aufgaben mit Jasmina Wiehe und Dorothe Riedl. Sein Hauptaugenmerk liegt als einziger Mann im Team auf der Jungenarbeit. Die kam vor seiner Anstellung ein wenig kurz, da die Lücke, die sein Vorgänger hinterlassen hatte, nicht sofort geschlossen werden konnte. Nicht nur hat das Team mit einem zusätzlichen Mitarbeiter nun wieder mehr Kapazitäten, „man hat in der Jungenarbeit als Mann schon einen Vorteil“. Ab einem bestimmten Alter öffnen sich Jugendliche eben eher einem Mitarbeiter desselben Geschlechts. Derzeit ist Dietterle unter anderem dabei, der Jungengruppe wieder Leben einzuhauchen, die nach dem Weggang seines Vorgängers ein wenig eingeschlafen ist.

Doch Tim Dietterles Aufgaben beschränken sich längst nicht nur auf die Arbeit mit den Jungs. Wie seine Kolleginnen deckt er das komplette Spektrum der Jugendarbeit ab. Er ist in Schulprojekten aktiv und geht ebenso nach draußen auf die Straße zum Streetwork. Dabei gehen die Jugendsozialarbeiter Brennpunkte in der Stadt ab, an denen sich öfter Jugendliche treffen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. „Das Wichtigste ist, dass man locker auf sie zugeht, freundlich und respektvoll ist, dann sind sie auch freundlich und respektvoll zu einem selbst“, sagt Tim Dietterle. Zum Streetwork gehört aber auch, darauf zu achten, wenn die betreffenden Jugendlichen eben keinen Wert auf ein Gespräch legen.

„Unser Ziel ist es, Kontakt herzustellen, auch zu den Jugendlichen, die uns noch nicht kennen.“ Ein anderer Aspekt ist die Vermittlerfunktion: Gibt es in einem Bereich wie neuerdings im Stadtteilpark in Schnallenäcker II vermehrt Beschwerden von Anwohnern, „sehen wir zu, dass wir in den Dialog mit beiden Seiten gehen“.

30-Prozent-Stelle bei der Familienhilfe

Darüber hinaus hat Tim Dietterle in Renningen noch eine weitere Aufgabe. Seine Stelle bei der Jugendsozialarbeit ist nämlich nur eine 70-prozentige. Die übrigen 30 Prozent füllt er bei der Familienhilfe aus – diese befindet sich im ersten Stock des Jugendhauses. Die Arbeit der Familienhilfe läuft über das Jugendamt. Meldet sich dort jemand, egal ob Kind, Eltern oder Lehrer, weil es Probleme gibt, gehen deren Mitarbeiter zu den Familien nach Hause, um sie zu beraten.

Seine Arbeit bei der Jugendsozialarbeit ist da natürlich deutlich lockerer und ungezwungener. Selbst seine Hobbys kann Tim Dietterle dabei einfließen lassen. „Ich spiele gerne Fußball, bei unserem Sportangebot am Schulzentrum kann ich das gut einbringen.“ Weitere Projekte nicht ausgeschlossen. Zum Beispiel interessiert er sich sehr für Musik und spielt Keyboard, „in diese Richtung könnte man etwas machen. Ich habe auch Kampfsport betrieben, auch da könnte ich mir ein Projekt vorstellen“. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht, erst will der 23-Jährige in Renningen richtig Fuß fassen. „Ich möchte es natürlich auch davon abhängig machen, was die Jugendlichen sich überhaupt wünschen.“