Jugendherbergen in der Coronakrise Bilanz verhagelt – Aussichten schlecht

Hoffen auf bessere Zeiten: Die Jugendherbergen im Südwesten. (Symbolbild) Foto: dpa/Friso Gentsch
Hoffen auf bessere Zeiten: Die Jugendherbergen im Südwesten. (Symbolbild) Foto: dpa/Friso Gentsch

In Baden-Württemberg gibt es 47 Jugendherbergen. Die finanzielle Bilanz nach einem Jahr Coronakrise ist erschütternd: Die Zahl der Übernachtungen schrumpfte um 75 Prozent. Wie geht es jetzt weiter?

Stuttgart - Die Corona-Pandemie hat tiefe Spuren in den Bilanzen der baden-württembergischen Jugendherbergen hinterlassen. Klassenfahrten wurden untersagt, Gruppenreisen storniert, Herbergen zum Teil komplett und über Monate geschlossen oder zu Notunterkünften und Ambulanzen umfunktioniert. Die Folge: Die Zahl der Übernachtungen in den 47 Jugendherbergen im Südwesten ist im vergangenen Jahr um etwa 75 Prozent eingebrochen.

Es seien nur 284 712 Übernachtungen von 112 290 Gästen gezählt worden, teilte das Deutsche Jugendherbergswerk am Donnerstag mit. Ein Jahr zuvor waren es hingegen mehr als 1,1 Millionen Übernachtungen von fast 455 000 Gästen gewesen.

75 Prozent weniger Übernachtungen

Besonders schmerzhaft sei der Rückgang bei den Schulklassen. Im Vergleich zum Vorjahr stürzten die Zahlen hier um fast 93 Prozent ab, bei den Freizeitgruppen waren es 80 Prozent. „Andererseits entschlossen sich aber auch viele Reisende dazu, Urlaub im eigenen Land zu machen“, sagte die DJH-Landesvorsitzende Susanne Pacher. Familien hätten unter anderem die Jugendherbergen im Schwarzwald und am Bodensee für sich entdeckt.

Allerdings seien auch die Aussichten auf das laufende Jahr nicht rosig, hieß es. Weil vor allem Schulfahrten in der ersten Jahreshälfte nicht stattfinden sollten sowie Gruppenaufenthalte und Urlaubsreisen eingeschränkt würden, werde es Einbußen geben bei den Übernachtungs- und Gästezahlen sowie beim Umsatz.

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