Jugendkulturtage Göppingen Neue Perspektiven für coronamüde Kinder und Jugendliche

Unter anderem findet bei den Jugendkulturtagen wieder ein Tanzflashmob statt. Foto: Giacinto Carlucci
Unter anderem findet bei den Jugendkulturtagen wieder ein Tanzflashmob statt. Foto: Giacinto Carlucci

„Ich sehe was. . . !“ Das ist das Motto der Jugendkulturtage Göppingen. Jugendliche und junge Erwachsene können von Anfang Juli an neue Sichtweisen entdecken und sich mit gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen.

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Göppingen - Das Spektrum ist so breit wie die Lebenswelt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen (und auch von Erwachsenen): Die Jugendkulturtage Göppingen laden von Anfang Juli an zu zahlreichen Veranstaltungen in und rund um die Stadtkirche ein. „Wir richten unseren Blick über den Horizont der aktuellen Einschränkungen hinaus und wollen – gerade für Kinder und Jugendliche – die Hoffnung und den Anspruch aufrechterhalten, dass zum Leben mehr gehört als Homeschooling und Abstand halten“, bekräftigt Tobias Comtesse.

„Ich sehe was . . . !“ ist die diesjährige Veranstaltung überschrieben. Sie will „Raum geben, überraschende Sichtweisen zu entdecken und andere Blickwinkel einzunehmen“. Die Jugendkulturtage seien aus den Werkstatttagen hervorgegangen. Hier waren Schulklassen in die Stadtkirche eingeladen, „die wir ganz ausgeräumt hatten, um Kirche als Freiraum erlebbar zu machen“. Schulklassen arbeiteten mit Künstlern und waren gefragt worden, welche Angebote sie sich wünschen würden.

Jugendliche organisieren selbst Veranstaltungen

So haben sich die Jugendkulturtage zu einer Veranstaltung entwickelt, in die sich auch die Jugendlichen selbst einbringen. „Sie sind im „Jugendforum Project X“ vernetzt und werden etwa einen Zirkus-Workshop oder eine Autorenlesung selbst organisieren. „Das sind beglückende Momente. Denn genau dies ist unser Ziel“, bekräftigt der Jugendpfarrer.

Unter dem Dach des evangelischen Kirchenbezirks bringen sich aber nicht nur die Jugendlichen ein. Eine ganze Reihe von Kooperationspartnern lädt zur Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen ein. Am Eröffnungssamstag am 3. Juli etwa findet eine Klimawanderung in Jebenhausen statt oder ein Moderationsworkshop. Am 5. Juli eröffnet Oberbürgermeister Alex Maier die von Schülern des Werner-Heisenberg-Gymnasiums konzipierte Ausstellung „Jugendliche können die Welt verändern“, und sie werden gefragt, was sie an Göppingen cool finden. Jungs sind eingeladen zu „Let’s talk about Porno“. „Sicher unterwegs – Gewalt gegen Frauen im öffentlichen Raum“ richtet sich an Mädchen. Am 8. Juli findet ein Abend der Inklusion statt.

Auseinandersetzung mit Zivilcourage

In der Druck-Werkstatt oder beim Trommel-Workshop ist die Kreativität der Teilnehmer gefragt. Ein weiterer Workshop stellt Achtung, Toleranz und Zivilcourage in den Mittelpunkt. Der Autor Stefan Knösel wird aus seinem Jugendroman „Panic Hotel – letzte Zuflucht“ lesen. Das interaktive Theaterstück „AM Limit“ lädt ebenfalls zu Auseinandersetzung mit Zivilcourage, Gewalt, Mobbing und Empathie ein. Abgeschlossen wird der Veranstaltungsreigen mit einem Cleanup-Tag, bei dem das gesamte Stadtgebiet vom Müll befreit werden soll.

Höhepunkte werden sicherlich der Jugendball am Eröffnungssamstag in der Stadtkirche sein und die Möglichkeit, sich am 6. Juli vom Turm der Stadtkirche abseilen zu lassen. Am 10. Juli findet ein Open-Air-Festival auf dem Schlossplatz statt. Dort kann Kleidung getauscht werden, und die Offene Werkstatt „Schafferei“ druckt Ersatzteile für Defektes. Körpergefühl ist gefragt bei einem Zirkus-Workshop und bei „Jugger“, einer Mischung aus Fechten, Stockkampf, American Football und Rugby. Ab 15 Uhr lädt „Ricky Gairing“ auf der Schlosshofbühne zum Konzert, und Tobias Comtesse diskutiert unter anderen mit dem Oberbürgermeister und einem Vertreter von „Fridays for Future“ über Klimagerechtigkeit. Es gibt eine Modenschau und einen Tanzflashmob und ab 18 Uhr Livemusik mit verschiedenen Bands. Zu den Jugendkulturtagen gehört auch ein Gewinnspiel.

Mit einer Bühnenshow in der Göppinger Stadtkirche sind die Jugendkulturtage des evangelischen Kirchenbezirks Göppingen vor zwei Jahren in dieser Form zum ersten Mal gestartet. Es gab viele Mitmach-Angebote und Infoveranstaltungen für junge Menschen. Ein Höhepunkt war die Verleihung des Semmler-Preises für Mut und Zivilcourage durch die Göppinger Bürgermeisterin Almut Cobet. Dies geschah im Rahmen eines Open-Air-Konzerts.




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