Jugendliche aus Aidlingen Top in Erster Hilfe und in Teamwork
Das Aidlinger Jugendrotkreuz hat den DRK-Landeswettbewerb gewonnen. Das Erfolgsgeheimnis der Gruppe: Eine jahrelange Freundschaft.
Das Aidlinger Jugendrotkreuz hat den DRK-Landeswettbewerb gewonnen. Das Erfolgsgeheimnis der Gruppe: Eine jahrelange Freundschaft.
Jeden Donnerstag trifft sich die Aidlinger Jugendgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in ihrem Hauptquartier. Manchmal werden Spiele gespielt, manchmal wird zusammen gekocht, oder einfach nur gequatscht. Meistens gibt es allerdings etwas zu lernen. Die Jugendleiterinnen Nicole Reinhardt und Nicole Schmid bringen den Kids Grundlagen der ersten Hilfe, DRK-Geschichtswissen oder das Simulieren von Notfällen bei. Gelegentlich sieht man die Jugendlichen auch in Rollstühlen durch Aidlingen flitzen und die Barrierefreiheit der Gemeinde überprüfen.
Die wöchentlichen Unternehmungen haben die Gruppe innerhalb ihrer Altersstufen zusammengeschweißt. Dementsprechend ist es auch kein Wunder, dass die Altersstufe Zwei in diesem Sommer den DRK-Landeswettbewerb der Jugend gewonnen hat.
Dass die acht Jugendlichen ein gutes Team sind, haben sie bereits im vergangenen Jahr bewiesen. Schon damals erhielt die Gruppe den ersten Platz beim Kreisentscheid und hätte sich eigentlich für den Landeswettbewerb qualifiziert. „Damals konnten wir allerdings aus zeitlichen Gründen nicht mitmachen“, sagt Jugendgruppenleiterin Nicole Reinhardt.
Dafür habe die Gruppe den Wettkampf diesmal ordentlich „gerockt“. Aber wie genau sieht ein DRK-Landeswettbewerb eigentlich aus?
Wie die Antworten der Jugendlichen zeigen: sehr vielseitig. Jedes Team hat verschiedene Stationen zu durchlaufen. Einige Stationen befassen sich mit der DRK-Geschichte, andere mit Mannschaftsspielen. Aber auch die Simulation von Erste-Hilfe-Fällen gehört dazu. Wie die Jugendlichen schildern, hatte hier jedes Teammitglied eine andere Aufgabe. Zwei mussten die Opfer mimen, zwei sollten die Wunden realistisch mit Schminke aufmalen und zwei andere die Rolle der Ersthelfer übernehmen. „Die Ersthelfer wussten nicht, was dargestellt werden sollte“, erzählt Ben Reinhardt, der gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester Lilly am Wettbewerb teilgenommen hat. „Die mussten anhand der Verletzungen erkennen, was Sache ist.“
Der erste Fall stellte einen Rollerunfall von zwei Kindern dar. Die Opfer hatten hier eine gebrochene Hand, Hämatome und Schürfwunden erlitten. Die Station „Erste Hilfe +“ thematisierte eine noch unangenehmere Situation: Hier hatte sich das Opfer mit einer Holzhacke ins Bein geschnitten.
Während die Jugendgruppe ihre Aufgaben als Ersthelfer wahrnehmen, achtet die Jury nicht nur auf eine korrekte Ausführung, sondern auch auf Teamwork. „Bei dem Wettbewerb wird sehr auf Fairness geschaut“, sagt Nicole Reinhardt. „Unter so einer Stresssituation können die Emotionen ja schon mal hochkochen, deshalb fließt der Umgang der Kinder miteinander in die Wertung mit ein.“
Die gegenseitige Wertschätzung ist zum Glück einer der Aspekte, die das Team auszeichnen. Die Kinder verbindet nämlich eine jahrelange Freundschaft. Heute sind die Jugendlichen der Stufe zwei zwischen zwölf und 15 Jahre alt. Begonnen haben sie allerdings alle gemeinsam im Grundschulalter. Einige sind wie Ben und Lilly Reinhardt Geschwister. So zum Beispiel Emma und Mala Franke, die ebenfalls beim Landeswettbewerb mit dabei waren. Andere waren zusammen in einer Klasse. „Ohne das DRK hätten wir uns schon längst aus den Augen verloren“, weiß Celine Pochert, die durch ihren früheren Klassenkameraden Ben Reinhardt aufs DRK aufmerksam wurde.
Laut Emma Franke ist der Zusammenhalt der Gruppe aber nicht der einzige Grund für den Erfolg. „Wir ergänzen uns alle super“, sagt die 15-Jährige. „Die einen können gut schminken, die anderen gut mimen und wieder andere haben ein großes Wissen.“
Bei so viel Begeisterung sollte es eigentlich nicht überraschen, dass die Gruppe den Landeswettbewerb so erfolgreich bestritten hat. Gerechnet haben die Jugendlichen mit ihrem Sieg aber trotzdem nicht. „Das war ein sehr langer Tag und als wir dann gewonnen haben, sind wir doch ein bisschen emotional geworden“, gibt Emma Franke zu.
Als Preis hat es für die Sieger einen Pokal und ein paar Spiele gegeben. Die größte Überraschung war jedoch der Empfang, den die erwachsenen Aidlinger DRK-Mitglieder der Jugend bei ihrer Rückkehr gegeben haben. Mit rotem Teppich, Kindersekt und Vuvuzelas. Die ganz große Siegesfeier steht allerdings noch aus. „Jetzt sind ja Ferien“, sagt Nicole Reinhardt. „Aber wir überlegen uns da noch was.“