Jugendliche verbreiten Kinderpornografie Echte Vergehen

BKA-Expertin Sabine Vogt informiert über eine bundesweite Durchsuchungsaktion. Foto: dpa/Andreas Arnold

Jugendliche verbreiten immer öfter pornografische Bilder im Netz. Das ist kein Kavaliersdelikt und fordert nicht nur die Strafverfolger zu konsequentem Handeln auf, kommentiert Bärbel Krauß.

Politik/Baden-Württemberg : Bärbel Krauß (luß)

Stuttgart - Was für eine schreckliche Vorstellung: Jugendliche und junge Erwachsene schicken sich über das Internet Filme von der Vergewaltigung eines Zehnjährigen zu und finden das lustig, wie beigefügte Emojis oder Sprüche belegen. Das ist in dieser Tätergruppe meistens zwar nicht kinderpornografisch motiviert, wie auch das Bundeskriminalamt betont, sondern wohl eher ein Zeichen mangelnder Reife. Aber auch was Pubertierende und Postpubertierende in der Phase der sexuellen Selbstfindung verbreiten, verschlimmert die Situation der Opfer von Kinderpornografie. Ihre Rechte werden durch jedes Weitersenden und jeden Klick erneut verletzt.

 

Deshalb ist es richtig, dass die Strafverfolger mit aller Konsequenz ermitteln – auch, wie jetzt geschehen, mit Durchsuchungen und Beschlagnahmen. Nicht nur die Behörden müssen deutlich machen, dass im Netz nicht alles erlaubt ist. Dass man niemals Nacktaufnahmen von Minderjährigen verbreiten sollte, dass man generell unterlassen sollte, andere Personen – und auch sich selbst – im Netz zu entblößen, sind einfache Grundsätze, die Eltern ihren Kindern auf dem Weg zum Erwachsenwerden mitgeben können – und sollten.

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