Jugendmusikschule in Ditzingen Ausschuss empfiehlt höheren Zuschuss für 2019

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Bei allem Lob für die Jugendmusikschule: Beim Thema finanzielle Beteiligung aus Hemmingen werden die Ditzinger Stadträte deutlich. Allzu deutlich aus Sicht des Rathauschefs.

Die Ditzinger Jugendmusikschule ist kreisweit die älteste. 2015 feierte sie ihr 60-jähriges Bestehen. Foto: factum/Granville
Die Ditzinger Jugendmusikschule ist kreisweit die älteste. 2015 feierte sie ihr 60-jähriges Bestehen. Foto: factum/Granville

Ditzingen - Einmal im Jahr mindestens ist die Ditzinger Jugendmusikschule den Stadträten ein dickes Lob wert. Spätestens nämlich, wenn die Einrichtung im Winter den finanziellen Zuschuss für das Folgejahr beantragt, betonen die Räte bei ihrer fraktionsübergreifenden Zustimmung, wie sie die Arbeit der Einrichtung schätzen. Ditzingen könne man sich ohne die Jugendmusikschule nicht mehr vorstellen, sagte etwa die Stadträtin Ulrike Sautter (Grüne) am Montagabend im Ausschuss für Finanzen, Kultur und Soziales.

Zuschuss in Höhe von mehr als einer halben Million Euro

Die von einem Verein getragene Jugendmusikschule beantragte einen Zuschuss von rund 553 000 Euro, der Gemeinderat wird das auf Empfehlung des Ausschusses wohl genehmigen. Im Vergleich zum laufenden Jahr entspricht das einem Plus um die Tariferhöhung der Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst. So unstrittig der Zuschuss bei den Ditzingern ist, so deutliche Worte fanden die Stadträte zur finanziellen Beteiligung aus Hemmingen. Schüler von dort können die Schule zum gleichen Tarif besuchen wie diejenigen aus Ditzingen. Hemmingen hat aber vor drei Jahren die Höhe des Zuschusses für die Jugendmusikschule gedeckelt, auf jährlich rund 58 200 Euro. Das werde 2019 erstmals nicht ausreichen, wie der Schulleiter Manfred Frank auf Nachfrage aus dem Gremium darlegte. Eine Summe von rund 5100 Euro ist demnach offen. Zum ersten Mal müsse man daher für Hemmingen eine Unterdeckung ausweisen, so Frank. Gleichwohl sei bereits ein Gespräch mit den Hemmingern terminiert.

Beteiligung wurde zuletzt gedeckelt

Die Ditzinger Stadträte ließen das dennoch nicht unkommentiert. „Es kann nicht sein, dass einer bezahlt und einer nur profitiert“, polterte etwa der Chef der Unabhängigen Bürger, Dieter Schnabel. Es könne nicht sein, dass Ditzingen den Rest trage, wenn Hemmingen seit drei Jahren seinen Zuschuss nicht erhöht habe.

Die Diskussion über das Thema hatte der Freie-Wähler-Fraktionschef Manfred Grossmann eröffnet. Er hatte angemerkt, Hemmingen „stellt sich restriktiv auf, was die Gemeinschaftsschule betrifft“. Er spielte damit auf die laufende Diskussion über die Glemstalschule an. Die Gemeinschaftsschule wird von den Gemeinden Schwieberdingen und Hemmingen getragen. Sie muss saniert und erweitert werden. Doch nach der jüngsten Schätzung verdoppeln sich die Kosten. Das schreckte zwar auch die Schwieberdinger, aber die Hemminger sehen sich nun erst recht darin bestätigt, dass die zusätzlich diskutierte gymnasiale Oberstufe nicht zu realisieren sei. Die gymnasiale Oberstufe wird von vielen Eltern gewünscht. Nicht nur, aber am deutlichsten lehnen sie die Hemminger ab.

Schulleiter nimmt Ditzingern die Sorge

Jugendmusikschulleiter Frank nahm derweil den Ditzingern die Sorge, das Verhalten der Hemminger könne ihnen zum Nachteil gereichen. Im Zweifel gebe es ein separates „Hemminger Gebührenmodell, was wir immer vermeiden wollten“. Hemminger hätten dann höhere Gebühren zu bezahlen als Ditzinger Musikschüler.

Mancher Stadtrat hätte die Debatte vermutlich weitergeführt, wenn der Oberbürgermeister Michael Makurath die Debatte nicht unterbunden hätte mit den Worten, man möge diese nun beenden. „Wir sind davon nicht negativ tangiert, was in Hemmingen passiert“, sagte er, „wir haben keinen Nachteil davon.“ Aus dem Blickwinkel einer gelingenden Nachbarschaft, so führte er aus, sei es angebracht, „vor der eigenen Haustür zu kehren“.

Zur inhaltlichen Arbeit der Jugendmusikschule ergab sich im Gremium lediglich eine kurze Aussprache. Die Angebote für die Jüngsten, also etwa die Zwergenmusik, werde von allen Bevölkerungsgruppen angenommen, so Frank. Der Schulleiter widersprach damit der Einschätzung, das Angebot werde nur von einer bestimmten Klientel genutzt. „Wir gehen mit dem Angebot in die Breite“, sagte Frank.




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