Jugendrat in Stuttgart-Degerloch Von Poetry-Slam-Partys bis Graffiti-Mülltonnen

Von Tilman Baur 

In den zwei nächsten Jahren soll sich einiges tun für Jugendliche in Stuttgart-Degerloch. Jedenfalls wenn es nach dem neuen Jugendrat geht. Die Bezirksvorsteherin ist bei einer Idee allerdings eher skeptisch.

Mülltonnen mit Graffiti versehen? Das würde manchen Jugendlichen im Stadtbezirk gefallen. Foto: dpa
Mülltonnen mit Graffiti versehen? Das würde manchen Jugendlichen im Stadtbezirk gefallen. Foto: dpa

Degerloch - Erst zwei Sitzungen hat der Jugendrat von Degerloch absolviert, darunter die konstituierende im März. Ideen haben die Jugendlichen allerdings bereits in rauen Mengen. Los gehen soll es mit einer teambildenden Maßnahme. „Wir treffen uns demnächst im Jugendhaus, um uns alle besser kennenzulernen“, sagt Benjamin Graf. Der 16-Jährige ist neu gewählter Sprecher des Jugendrats. Die Abläufe seien nach zwei Sitzungen natürlich noch nicht so rund, sagt er.

Das bestätigt Luna Poguntke. „Am Anfang war es ziemlich angespannt, man kannte sich ja noch nicht, keiner wollte reden“, sagt die Jugendrätin. In der zweiten Sitzung sei es aber schon viel lockerer zugegangen. Das Brainstorming förderte allerhand zutage, und eine Prioritätenliste gibt es für all das auch schon. Ganz oben steht auf dieser eine Umfrage: „Wir wollen herausfinden, was die Jugendlichen in Degerloch wollen“, sagt Benjamin Graf.

Ein Tag bei den Kickers

Und was wollen die Degerlocher Jugendräte? Partys mit Poetry-Slams zum Beispiel. Die sind fest eingeplant und sollen im Jugendhaus Helene P. stattfinden. Auf der Agenda steht außerdem ein Projekt, bei dem Menschen aus der Degerlocher Flüchtlingsunterkunft mithilfe eines Sponsors einen Tag bei den Profis der Stuttgarter Kickers verbringen dürfen. Den Vorschlag hatte die Degerlocher Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold als Vorschlag ins junge Gremium eingebracht.

Ein Fußballturnier ist für den Herbst geplant. „Daran können alle Degerlocher teilnehmen, wir wollen noch Flyer verteilen“, berichtet Benjamin Graf. Und die Jugendräte plädieren dafür, dass die SSB die Buslinie 70 wieder aufnimmt – ein Vorhaben, dass ihre älteren Kollegen im Bezirksbeirat auch schon mehrmals eingefordert haben. Manche Ideen hätten sich aber als schwer umsetzbar entpuppt, sagt Graf. Eine Jobbörse für Jugendliche gehört zum Beispiel dazu.

Graffiti-Aktion ist geplant

Anlässlich der Verabschiedung der UN-Menschenrechtscharta am 10. Dezember 1948 will der Degerlocher Jugendrat zudem einen Kunstwettbewerb zum Tag der Menschenrechte ins Leben rufen.

Künstlerisch anspruchsvoll sollen künftig auch die Mülltonnen in Degerloch aussehen, wenn es nach dem Willen des Jugendrats geht. Unter einer künstlerischen Anleitung will das Gremium eine Graffiti-Aktion ins Leben rufen, bei der die Teilnehmer Mülleimer besprühen. „Da war Frau Kunath-Scheffold aber eher skeptisch“, sagt Luna Poguntke. Sie selbst ist aber zuversichtlich: „Eine Graffiti-Aktion kann man sicher auch am Jugendhaus machen.“

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