Jugendrat Stuttgart-Süd Mit Erfolg die Alten gepiesackt

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Der Jugendgemeinderat aus dem Stuttgarter Süden verabschiedet sich nicht wunschlos. Das nächste Projekt ist angeleiert – damit werden sich die neu gewählten Räte befassen.

Ohne den Jugendgemeinderat Süd gäbe es keine Calisthenics-Anlage. Foto: Tatjana Eberhardt
Ohne den Jugendgemeinderat Süd gäbe es keine Calisthenics-Anlage. Foto: Tatjana Eberhardt

S-Süd - Der Jugendrat-Süd hat heftig die Werbetrommel gerührt, auf Facebook, Instagram und in den Schulen haben die Räte versucht, Kandidaten für den neuen Jugendrat zu akquirieren. Die Mühe hat sich gelohnt: 23 Bewerber konnten sie gewinnen, darunter 17 neue, die bislang noch nie im Jugendrat saßen. Die Mindestbewerberzahl von 15 Leuten war so mit links überholt. Nach Abschluss der Prüfung der eingegangenen Bewerbungen wird vom 15. Januar bis zum 2. Februar (Tag der Auszählung) die Jugendratswahl abgehalten. Nicht nur im Süden, auch in 14 weiteren Bezirken wird an den Urnen in Schulen und Jugendhäusern gewählt: in Bad Cannstatt, Botnang, Degerloch, Feuerbach, Mitte, Möhringen, Mühlhausen, Nord, in den Oberen Neckarvororten, Ost, Sillenbuch, Süd, Weilimdorf, West sowie Zuffenhausen. In den vier Wahlbezirken Münster, Plieningen und Birkach, Stammheim und Vaihingen war übrigens die Mindestanzahl an Bewerbern nicht erreicht worden. Hier wird den Kandidaten die Beteiligung in einer Jugendrat-Projektgruppe angeboten. Der größte Andrang herrschte in Weilimdorf mit 30 Bewerbern, gefolgt vom Stuttgarter Westen, wo 26 junge Leute für den Jugendrat kandidieren wollten.

Gemeinsam etwas bewegen

Die Jugendräte aus dem Süden tagen am 10. Januar letztmals in alter Besetzung. Zuvor haben zwei von ihnen noch eine Sitzung des Bezirksbeirats beehrt – auch, um adieu zu sagen. „Man bekommt mit, wie Politik so abläuft, man kann nicht einfach machen, was man will. Man muss Anträge stellen und aufs Finanzielle schauen“, bilanzierte Moritz Zimmer, der für keine weitere Amtszeit kandidieren wird. Er und seine Jugendratskollegin Vivien Zippert lobten die Gemeinschaft der Jugendräte, die fabelhaft funktioniere, Freude und Freunde beschere. „Man bewegt etwas zusammen, und das macht richtig Spaß“, so Vivien Zippert, die sich abermals zur Wahl stellt.

Roland Petri, stellvertretender Sprecher der CDU-Fraktion, lobte den Jugendrat, der mit seiner Wahlkampf-Kampagne im Netz und an den Schulen „für seine eigene Nachhaltigkeit gesorgt“ habe. Petri erinnerte an die Erfolge des politischen Gremiums, an die Calisthenics-Anlage auf dem Südheimer Platz, die im Herbst 2016 eröffnet wurde, an die Aktion mit den Mülleimer-Graffities oder zur Belebung der Palunenbrücke. Dass sich diese Projekte mit Leben füllten, verdanke sich der Hartnäckigkeit der jungen politischen Akteure: „Man muss halt die Alten piesacken. Das führt zum Erfolg.“ Der kleinen Laudatio des CDU-Mannes schlossen sich die Kollegen der übrigen Fraktionen aus vollem Herzen an.

Kunst von wetterbeständiger Qualität

Natürlich waren Vivien Zippert und Moritz Zimmer zu ihrem Abschiedsbesuch im Bezirksbeirat nicht mit leeren Händen gekommen. Sie hatten noch ein Projekt im Gepäck, mit dem sich künftig der neue Jugendgemeinderat und der alte Bezirksbeirat befassen darf. Es geht um die Betonwand am Südheimer Platz. „Wir hatten anfangs an eine Graffiti-Gestaltung gedacht. Aber dann haben wir uns doch für etwas Hochwertigeres entschieden“, berichtete Zimmer. Man wolle die Firma Art-EFX aus Potsdam mit der Gestaltung der grauen Betonfläche betrauen, da seien erfahrene Profis am Werk, die Wertiges in wetterbeständiger Qualität lieferten. „Es soll ja auf dieser Wand der ganze Bezirk repräsentiert werden“, argumentierte Zimmer für diese mit mehreren Tausend Euro veranschlagten und vergleichsweise kostspieligen Variante der Wandbemalung. Bei der Recherche sei man auf Art-EFX gestoßen, das junge Unternehmen habe überzeugt. Und weil man ja immer auch „aufs Finanzielle schauen“ muss, blickten die jungen Räte in Richtung Stadtbezirksverwaltung, die zumindest wage signalisierte, dass möglicherweise noch irgendwo ein Topf herumstehen könnte, aus dessen Mitteln sich dieses Projekt ganz eventuell partiell subventionieren ließe.

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