Der Plochinger Lions Club hat zum elften Mal den Jugendsozialpreis an junge Menschen verliehen, die sich im sozialen Bereich engagieren.

Weil sie sich in besonderer Weise sozial engagieren, hat der Plochinger Lions Club jetzt fünf Jugendliche ausgezeichnet. Traditionell fördere der Club mit Einnahmen aus Benefizveranstaltungen und dem Glühweinverkauf am Weihnachtsmarkt soziale Projekte, erklärte der Präsident Uwe Müller-Kasporick bei der Preisverleihung im Alten Rathaus in Plochingen.

 

Die Preisträgerinnen und Preisträger kommen von der Marquardtschule, der Neckar-Fils-Realschule, dem Gymnasium sowie dem Jugendtreff „Place2b“ des CVJM Plochingen und wurden von ihren Schulleitungen sowie dem Leiter des Jugendtreffs Florian Stifel vorgeschlagen. Ihn unterstützt der 17-jährige Sascha Bojko seit mehreren Jahren bei Gartenarbeiten sowie dem Winterdienst rund um das Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Zudem hilft er beim Aufbau der Lettenäckerfeste und ist ehrenamtlicher Betreuer beim Ferienprogramm der Jugendfarm.

Von der Vorbereitungsklasse zum Tutor

Die Schulsprecherin Amana Hakrash aus der neunten Klasse der Marquardtschule teilt selbstständig und zuverlässig für die Grundstufe in den Pausen Roller, Fahrräder und Helme aus und setzt sich für andere ein. Derzeit macht sie ein Praktikum im Kinderhaus am Johanniterpark. Tarik Balija, Neuntklässler der Neckar-Fils-Realschule, ist ein „Multitalent der SMV“ (Schülermitverwaltung). Er besuchte vor drei Jahren noch die Vorbereitungsklasse (VKL) für neu Zugewanderte mit geringen Deutschkenntnissen, wechselte dann in die Regelschulklasse und setzt nun seine persönliche Erfahrung als VKL-Tutor ein, um anderen zu helfen und sie zu motivieren, damit sie aktiv am Schulleben teilnehmen können.

Lena Günther und Pauline Zinßer, Schülerinnen der Kursstufe eins des Gymnasiums, verfassten in dem Seminarkurs Demokratiebildung eine Rede, die sie in verschiedenen Gremien hielten und in der sie auf die Situation und Anliegen Geflüchteter aufmerksam machen. Sie nahmen damit an einem Schülerwettbewerb des Landtags teil und kooperieren mit dem Lokalen Bündnis für Flüchtlinge und dem Plochinger Begegnungscafé sowie mit anderen Schulen.

Laut Martin Kielkopf, der beim Lions Club für die Koordination des Preises zuständig ist, möchte der Club mit guten Taten dazu beitragen, „die Gesellschaft menschlicher zu machen“. Er trete für Verständigung und gesellschaftliche Mitverantwortung ein und stehe für „Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz“. Dieses Verständnis decke sich wunderbar mit der Preisverleihung.

Bürgermeister: In der Gesellschaft fehlt es am „Wir“

In der Gesellschaft stehe immer mehr das „Ich“ und weniger das „Wir“ im Vordergrund, bedauerte der Plochinger Bürgermeister Frank Buß, der Schirmherr des Jugendsozialpreises. Doch die Gesellschaft könne nur zusammenhalten, „wenn wir als Gemeinschaft funktionieren“. Daher gelte es, gute Beispiele in den Vordergrund zu stellen – eine Aufgabe, die der Lions Club übernommen habe. Die mit Urkunde und Geldgeschenk ausgezeichneten Jugendlichen übernähmen Aufgaben, welche die Zivilgesellschaft voranbrächten. Ihr Engagement sei zugleich „Ansporn für andere, sich anzuschließen“.

Für Kielkopf zeigen die Jugendlichen „genau dieses Engagement für die Gesellschaft, das wir mit dem Sozialpreis auszeichnen wollen“. Uwe Müller-Kasporick ergänzte: „Ihr Engagement tut der Gesellschaft gut.“