Jugendtreff in Stuttgart-Zazenhausen Jugendliche können endlich unter sich sein

Von Bernd Zeyer 

Seit zweieinhalb Jahren haben sich junge Leute aus Zazenhausen für einen Jugendtreff engagiert, nun ist er endlich eingeweiht worden.

Patrick Steinwand (mit Schere) durchschneidet zusammen mit anderen Jugendlichen das Eröffnungsband für den Holzpavillon. Foto: Bernd Zeyer
Patrick Steinwand (mit Schere) durchschneidet zusammen mit anderen Jugendlichen das Eröffnungsband für den Holzpavillon. Foto: Bernd Zeyer

Zazenhausen - Zweieinhalb Jahre lang haben Zazenhäuser Jugendliche sich dafür engagiert, dass sie im Stadtteil einen Ort bekommen, an dem sie unter sich sein können, ohne die Nachbarn zu stören (wir berichteten). Nun ist ihr Wunsch endlich in Erfüllung gegangen: Am Freitagabend ist auf dem Flurstück 56/2, das zwischen der ehemaligen Kindertagesstätte am Entenweg 20 und dem Feuerbach liegt, ein Holzpavillon eingeweiht worden.

„Jetzt haben wir endlich einen Ort, an dem wir uns treffen können. Die Mühe hat sich gelohnt“, sagte Patrick Steinwand, bevor er das Band durchschnitt und damit den Holzpavillon offiziell einweihte. Mittlerweile ist der junge Mann 18 Jahre alt. Als er, zusammen mit anderen Jugendlichen aus dem Stadtteil, sein Engagement startete, war er noch zweieinhalb Jahre jünger. Die jungen Leute stellten ihr Anliegen damals bei der Hauptversammlung des Zazenhäuser Bürgervereins ebenso vor wie im Zuffenhäuser Bezirksbeirat. Das sympathische Auftreten der Teenager zeigte Wirkung, sowohl der Bürgerverein als auch die Bezirksbeiräte unterstützten das Vorhaben. Regelmäßige Arbeitsgruppen, Workshops und eine Ortsbegehung mit Vertretern aus Politik und Verwaltung folgten. Schließlich einigte man sich auf das Flurstück 56/2 als Standort für einen zunächst provisorischen Treff. Nach wie vor, das sagte Reinhold Weible, der Vorsitzende des Bürgervereins, sei man auf der Suche nach einer langfristigen Lösung.

Aufgebaut worden ist der Pavillon aus Robinienholz in der ersten Juli-Woche. Dass er am 5. Juli geliefert werden soll, erfuhren die Beteiligten erst relativ kurzfristig. Trotzdem haben ein knappes Dutzend Jugendliche tatkräftig beim Aufbau mitgeholfen. Dadurch konnte einiges Geld gespart werden. Ursprünglich waren die Kosten auf 17 000 Euro veranschlagt worden, 15 500 Euro sind es nun geworden. 80 Prozent davon bezahlt die Stadt, den Rest haben die Jugendlichen selbst zusammengebracht. Sie waren auf „Betteltour“ bei privaten Spendern und bei Firmen, außerdem haben sie auch übers Internet Geld gesammelt.

Die Bedeutung des neuen Treffpunkts betonte auch Jana Hepp von der Mobilen Jugendarbeit Zuffenhausen. Es sei herausragend, wie viel Energie und Zeit die Jugendlichen in das Projekt gesteckt hätten. Sie hätten sich nicht entmutigen lassen und wären immer am Ball geblieben.

Einen Wunsch gibt es noch: Der Treff braucht einen ordentlichen Mülleimer. Zunächst wird es eine provisorische Lösung geben, kommendes Jahr dann wohl eine richtige Tonne. Um die Wiese wird sich das Gartenamt kümmern, die Mobile Jugendarbeit möchte regelmäßig vorbeischauen. Der Treffpunkt ist frei zugänglich und rund um die Uhr offen. Wohnbebauung gibt es in der unmittelbaren Umgebung nicht. „Wir hoffen auf gute Nachbarschaft“, sagte Patrick Steinwand. Falls es doch mal etwas lauter werde, sollten die Nachbarn einfach vorbeikommen und Bescheid sagen.

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