Jugendtreff Zazenhausen Holzpavillon soll im Oktober gebaut werden

Von Georg Friedel 

Für die Jugendlichen im Stadtteil Zazenhausen fehlt ein Ort, an dem sie sich treffen können. Eine vorübergehende Lösung auf einem städtischen Grundstück am Entenweg bahnt sich aber an.

Ein Flurstück    unterhalb des ehemalige Kita-Grundstücks am Entenweg 20    kommt als   Jugendtreff-Standort in Frage. Foto:  
Ein Flurstück unterhalb des ehemalige Kita-Grundstücks am Entenweg 20 kommt als Jugendtreff-Standort in Frage. Foto:  

Zazenhausen - Wir hätten gern einen festen Ort, wo wir uns ungestört treffen können und unter uns sein können“, fordern Jugendliche im Stadtteil Zazenhausen schon länger. Doch bisher blieb der Wunsch unerfüllt. Räume für einen Jugendtreff gibt es in Zazenhausen bis dato nicht. Also treffen sich die Jugendlichen notgedrungen im Freien.

Doch das Thema „Jugendräume für Zazenhausen“ steht auch schon länger auf der politischen Agenda der Kommunalpolitiker in Zuffenhausen. In der vergangenen Sitzung diskutierte der Bezirksbeirat das weitere Vorgehen. Grundsätzlich, so fasste Bezirksvorsteher Gerhard Hanus zusammen, sollten zwei Ziele im Auge behalten werden: Einerseits müsse nach einer langfristigen Lösung für Räume gesucht werden. Andererseits werde aber relativ kurzfristig ein Jugendtreff für Teenager im Alter von 15 bis 19 Jahren benötigt. „Mein Vorschlag ist, beide Themenkomplexe zu trennen, wobei wir das eine tun sollten und das andere nicht lassen“, sagte Hanus. Für eine schnelle Lösung steht ein städtisches Flurstücks unterhalb des ehemaligen Kita-Grundstücks am Entenweg 20 zur Verfügung. Dort könnte ein Holzpavillon gebaut werden. Das dazu benötigte städtische Wiesengrundstück befindet in der Nähe des Sportfliegerclubs Stuttgart und ist nur wenige Schritte vom Feuerbach entfernt.

Ein Pächter für die Fläche ist gefunden

Rund 11 000 Euro würde die Realisierung dieses Projektes kosten, die Finanzierung sei aus einem Sondermittel-Budget möglich, sagte Carola Flad vom Jugendamt in der Sitzung des Bezirksbeirates. Aber nicht nur die Finanzierung steht. Auch das Problem, einen Pächter zu finden, ist inzwischen gelöst. Eigentlich befinde sich die Fläche im Zuständigkeitsbereich des Liegenschaftsamtes, betonte Flad von der Abteilung Jugendhilfeplanung. Um die Pflege des Geländes kümmere sich allerdings schon seit Jahrzehnten das Garten-, Friedhofs- und Forstamt. Letztere Behörde sei nun bereit, als Pächter der Fläche zu fungieren.

„Die Verwaltung der Fläche, auf dem der Unterstand als Treffmöglichkeit gebaut werden soll, wird daher nun vom Liegenschaftsamt in die Obhut des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes gegeben“, sagte Hanus. Damit stehe der Realisierung des Projektes nichts mehr im Wege. „Mit dem Bau kann im Oktober begonnen werden“, sagte Flad. Geplant ist, dass die Jugendlichen mitanpacken. Durch deren Mitwirkung könne eine solche Holzkon­struktion innerhalb von drei Tagen fertig gebaut werden. Der Bezirksbeirat stimmte diesem Vorhaben einstimmig zu.

Prüfauftrag an die Stadt

Einen darüber hinausgehenden Antrag brachte die SPD-Fraktion ein. Sie forderte, die Stadtverwaltung solle prüfen, ob im Rahmen der Erweiterung der Grundschule Zazenhausen, dort auch Jugendräume realisiert werden könnten. Der Standort liege genau zwischen dem Neubaugebiet Hohlgrabenäcker und dem Bestandsgebiet von Zazenhausen. Die Verbindung von Schulsozialarbeit und gemeinwesenorientierter Sozialarbeit böte vielfältige Chancen. Eine Befragung der Jugendlichen habe zudem ergeben, dass sich diese bereits heute gerne auf dem Gelände verabreden würden. Auch der örtliche Arbeitskreis habe in Kooperation mit der Jugendhilfeplanung diese Idee positiv bewertet. Was allerdings fehle sei die Beteiligung der Anwohner, betonte Bezirksvorsteher Hanus: „Mit uns hat bisher keiner gesprochen“, meinte eine Bürgerin am Rande. Eben dieses forderte CDU-Sprecher Hartmut Brauswetter: „Alle sollten im weiteren Verlauf des Verfahrens einbezogen werden.“ Nicht nur die Anwohner, sondern auch die Schulleitung, die Lehrer, Eltern und die Vereine in Zazenhausen. „Es ist ein Projekt, das nur dann gelingen kann, wenn alle an einem Strang ziehen“, sagte Brauswetter.

Offener Jugendtreff und Schulsozialarbeit

Karlheinz Schmid (FDP) äußerte gar den Verdacht, dass hier das Fell des Bären bereits verteilt werden solle, bevor er erlegt sei. Er sehe in diesem Fall gar keinen so großen Bedarf: „Es gibt in Zazenhausen ein sehr, sehr gut funktionierendes Vereinswesen mit vielen guten Angeboten für Jugendliche“, betonte der Sprecher der Liberalen.

Aus Sicht des Jugendamtes sei ein offener Jugendtreff ebenso wie die Schulsozialarbeit entsprechend dem Stuttgarter Modell gut in ein solches Konzept integrierbar, meinte Flad vom Sozialamt. Letzteres hatte die SPD ebenfalls beantragt. Und als drittes forderten die Sozialdemokraten in dem Antrag, was der Bezirksbeirat bereits im Jahr 2014 einstimmig beschlossen hat: „Bis zu einer Klärung dieser Option bleibt das Gelände Entenweg 20 in städtischer Hand.“ Der Bezirksbeirat stimmte trotz Bedenken einzelner Bezirksbeiräte allen drei Punkten mehrheitlich zu.

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