Ins Schwitzen kommen und dabei dennoch Spaß haben: Jumping-Fitness ist anstrengend, bereitet aber auch Freude. Foto: /Stefanie Schlecht
Muskeln kräftigen, Koordination verbessern, Kalorien verbrennen – und das alles auch noch gelenkschonend? Jumping-Fitness kann das. Bei der Breitensportabteilung des TSV Ehningen gehört das Work-out auf dem Trampolin längst zum festen Programm.
Harald Rommel
25.03.2025 - 13:01 Uhr
Spring’ in den Frühling. Wie schon im Vorjahr sagte die rührige Breitensport-Abteilung des TSV Ehningen dem Winter mit einer kurzweiligen Jumping-Party auf ganz eigene Weise endgültig Ade.
In dem energiegeladenen, gut einhundertminütigen Event kam jeder ordentlich ins Schwitzen – egal ob blutige Anfänger oder geübte Fortgeschrittene. Sie alle hatten vor allem eines: mächtig viel Spaß. „Der steht bei uns immer im Vordergrund“ erklären die drei Trainerinnen Birgit Bäuerle, Susanne Hamburger und Miriam Gorhan. Das Trio wechselte sich nicht nur auf dem erstmals eingesetzten Instruktoren-Podest („da können die Teilnehmer die Schritte besser sehen“) ab, sondern traf mit seinen selbst kreierten Work-outs und den passenden Beats haargenau den Geschmack der gut zwei Dutzend Sportler.
„Es ist zwar anstrengend, aber macht auch höllisch Freude“, ist der Ehninger Christof Walz zusammen mit seinem fünfjährigen Sohnemann Constantin zwar der einzige männliche Vertreter an diesem Morgen in der Sporthalle Schalkwiesen, jedoch sofort Feuer und Flamme für diesen Trend, der so neu gar nicht ist. „Seit 2017 haben wir das im Programm“, blickt Miriam Gorhan auf den rappelvollen wöchentlichen Kursplan mit gut und gerne 50 Angeboten, wo allein ein halbes Dutzend Mal Jumping-Fitness auftaucht. Fünfmal für Erwachsene, einmal für Kids unter zehn.
Damit die Teilnehmer die Schritte besser sehen können: Das Instruktoren-Podest kam erstmals zum Einsatz. /Stefanie Schlecht
Jumping-Fitness hat es schnell ganz weit nach vorne in der Beliebtheitsskala gebracht und ist regelmäßig ausgebucht. „Diese Sportart spricht nahezu alle Altersgruppen und vor allem fast alle Muskelgruppen an“, nickt Miriam Gorhan. Bei dem Ganzkörper-Work-out werden sage- und schreibe 400 Muskeln im Körper trainiert.
„Ein sehr effizientes Training, das viele positive Effekte hat.“ Das Springen auf dem Trampolin verbessert die Ausdauer, stärkt die Muskulatur und damit den Bewegungsapparat. Der Gleichgewichtssinn wird ebenso verbessert wie die Koordinationsfähigkeit. „Das Springen ist dabei äußerst gelenkschonend“, verweist die Trainerin explizit auf das Abfedern der Füße.
Dies kann die Grafenauerin Lydia Kusio nur bestätigen, die geradezu ins Schwärmen gerät: „Ausdauer trainieren, Körper kräftigen – ein Komplettprogramm.“ Die 64-Jährige hat sich an diesem Vormittag einmal mehr mit ihrer Nichte Paula Dörich verabredet. „Der ideale Ausgleich. Ein tolles Training, das sich die Kursleiterinnen da ausgedacht haben“, lobt die 22-Jährige, die regelmäßig mitmischt und wann immer es geht den Sport in den Alltag einbindet. Denn wer das Work-out dauerhaft und beständig ausübt, profitiert außerdem davon, dass er langfristig mehr Kalorien pro Einheit verbraucht.
Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es zurück auf das kleine, sechseckige Trampolin, an dem vorne eine Haltestange mit Griff angebracht ist. An dieser können sich die Jumper für mehr Halt bei schnellen Sprüngen abstützen. Das Training enthält Elemente aus der klassischen Aerobic und besteht aus langsamen und schnellen Phasen.
Dies beherrscht Birgit Bäuerle aus dem Effeff. „Das ist ein ideales Miteinander für Körper und Geist“, findet sie. „Jumping-Fitness ist Abwechslung pur.“ Der Reiz bestehe für sie darin, „dass man schnell Fortschritte erkennt und Verbesserungen erreicht. Man bekommt mehr Körperspannung, trainiert die Tiefenmuskulatur, und der Beckenboden wird gekräftigt.“ Der Körper muss gegen den Widerstand des Trampolins arbeiten.
Diese Erfahrung hat auch Susanne Hamburger gemacht, die einst eine von vielen Kursteilnehmerinnen war und sich vor gut drei Jahren zur Jumping-Fitness-Trainerin ausbilden ließ. „Jede von uns hat ihren eigenen Stil, kann sich dabei selbst austoben“, schmunzelt sie. Wie auch Miriam Gorhan und Birgit Bäuerle lässt sie sich ständig neue Choreografien, Ideen und Schritte einfallen. „Wir tauschen uns da ständig aus.“
Dafür steht bei ihr zu Hause – natürlich auch sehr zur Freude der Tochter – längst ein Jumping-Trampolin. „Da werden dann von mir im Vorfeld die Übungen einstudiert.“ Passend zur Musik. „Je nach Jahreszeit sind dann schon mal Weihnachtslieder oder Faschings-Hits dabei.“
Auch in anderen Abteilungen des TSV Ehningen gibt sie immer wieder Jumping-Stunden, unlängst begeisterte sie den Fußballnachwuchs. Auch dort staunte man nicht schlecht, wie die Muskeln von Bauch, Beinen, Po, Armen und Rumpf bei den unterschiedlichen Übungen beansprucht werden. Besonders davon profitieren zum Beispiel die Knie. Das Trampolintraining stärkt die Kniemuskulatur und erhöht die Dehnbarkeit und Flexibilität dieser Gelenke.
„Unheimlich vielseitig“, stellt auch Christof Walz, dessen Frau Sybille Jumping-Fitness vor einem halben Jahr für sich entdeckt hat („sie ist so begeistert, dass wir einfach mitgekommen sind“), bei seiner Premiere auf dem Trampolin schnell fest. „Das fördert auch die Konzentration, denn man muss aufpassen, was als nächstes kommt.“ Sein Urteil steht schnell fest: „Jumping-Fitness kann man nur jedem empfehlen.“