Jungwinzer-Cup in Fellbach Routinier punktet mit Taktik und Chardonnay trocken

Erster Jungwinzer-Cup im  Soccer-Olymp: Moderator und Sommelier Philipp Berg, Daniel Kuhnle, Christoph Klopfer, Christoph Kern und  Adrian Beurer (von li.). Foto: Eva Herschmann
Erster Jungwinzer-Cup im Soccer-Olymp: Moderator und Sommelier Philipp Berg, Daniel Kuhnle, Christoph Klopfer, Christoph Kern und Adrian Beurer (von li.). Foto: Eva Herschmann

Der 35-jährige Daniel Kuhnle gewinnt im Soccer-Olymp das Finale des ersten Jungwinzer-Cups. Mit einem trockenen Chardonnay des Jahrgangs 2019 hat Daniel Kuhnle die Konkurrenten, die Riesling, Sauvignon Blanc und Rosé ins Rennen schickten, aus dem Feld geschlagen und souverän den ersten Jungwinzer-Cup nach Strümpfelbach geholt.

Fellbach: Eva Herschmann (eha)

Fellbach - In der entscheidenden Phase des Wettkampfs hat der Älteste sein ganzes Können und seine Erfahrung in die Waagschale geworfen. Mit einem trockenen Chardonnay des Jahrgangs 2019 hat der 35-jährige Daniel Kuhnle die Konkurrenten, die Riesling, Sauvignon Blanc und Rosé ins Rennen schickten, aus dem Feld geschlagen und souverän den ersten Jungwinzer-Cup nach Strümpfelbach geholt.

Den Modus haben sie sich von der Fußball-Europameisterschaft abgeschaut

Die Siegertrophäe für den Wein-Wettstreit über alle Sorten hinweg, die Weinstadts Oberbürgermeister Michael Scharmann in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins Remstal Tourismus, (der Verein Remstal-Route wurde vor Kurzem umbenannt), überreichte, soll der bedeutendste Wanderpokal der Weinwelt werden. Das sagen augenzwinkernd die beiden Organisatoren, Christoph Kern, der Geschäftsführer der Jungwinzer, und sein Stellvertreter Adrian Beurer.

Den Modus haben sie sich von der Fußball-Europameisterschaft abgeschaut, die in diesem Jahr abgesagt wurde. 16 Nachwuchs-Wengerter aus der Region waren im Juli in die Gruppenphase gestartet. In einem Online-Voting entschieden Testtrinker, die sich eines der Wettbewerbs-Weinpakete gesichert hatten, über den besten Tropfen jeder Sorte. Die Konkurrenz war hart. Für einige im Vorfeld hoch gehandelte Teilnehmer war bereits nach der ersten Runde Schluss. Nicht ins Vierer-Finale schafften es der Fellbacher Johannes B. mit seinem Sauvignon Blanc „Partie fumé“ und der Riesling der „Next Generation“ der hiesigen Weingärtner.

Die Zuschauer vor Ort saßen am Spielfeld und verfolgten jeden Zug der Akteure

Die vier Gruppensieger aus den Weingütern Beurer, Kern, Klopfer und Kuhnle, die unterschiedlicher nicht sein konnten, standen sich im Finale gegenüber, das am Freitag im Soccer-Olymp in Schmiden ausgetragen und live im Internet übertragen wurde. Um 19 Uhr gab der Sommelier Philipp Berg, der unter anderem auch schon für die Weinauswahl in den Stuttgarter Spitzenrestaurants Speisemeisterei und Olivo verantwortlich war, das Zeichen zum Anstoßen mit Stielgläsern.

Die Zuschauer vor Ort saßen am Spielfeld und verfolgten jeden Zug der Akteure. Aber sie waren nicht nur Beobachter, sondern durften die Finalistenweine kosten. Denn auch ihre Stimmen entschieden mit über den Sieger. Den ersten Vorstoß in Richtung Gegner wagte der Stettener Adrian Beurer mit seinem „Gutswein“, dem Siegerwein der Sorte Riesling. Der 21-Jährige landete gleich einen Treffer. „Sicher haben alle Weine, die dabei sind, Qualität.

Routinier Daniel Klopfer hielt sich mit Sprüchen zurück und punktete mit Taktik

Aber der Riesling ist und bleibt die Königin der Reben.“ Christoph Kern aus Rommelshausen nutzte die äußeren Bedingungen, um mit seinem „Turmrössle“ zu kontern: „Der fruchtig-frische Rosé ist perfekt für den Sommer.“ Der Weinstädter Christoph Klopfer verzichtete auf Fairplay, und verkündete vollmundig, sein Gundelsbach Sauvignon Blanc sei einfach der Beste.

Routinier Daniel Klopfer hielt sich mit Sprüchen zurück und punktete mit Taktik. Er habe einige Weinpakete gekauft und an gute Kunden weitergegeben, verriet der Weinmacher aus Strümpfelbach augenzwinkernd. Sein Einsatz zahlte sich aus. Im Online-Voting führte sein trockener Chardonnay klar vor Beurers Riesling. Der Vorsprung war groß genug, um Klopfers Sauvignon Blanc, der bei den Fans in Schmiden Favorit war, auf Platz zwei zu verweisen. „Schade, dass ich den Wanderpokal nächstes Jahr nicht verteidigen darf, weil ich mit 36 Jahren kein Jungwinzer mehr bin“, sagte Kuhnle und spekuliert mit einer Sonderspielerlaubnis.




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