Jurist kandidiert für AfD Bewerberin sagt Job in Berliner Kanzlei ab

Der Berliner Rechtsanwalt Markus Roscher kandidiert für die AfD bei der Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 137 (Paderborn-Gütersloh III). (Symbolbild). Foto: dpa
Der Berliner Rechtsanwalt Markus Roscher kandidiert für die AfD bei der Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 137 (Paderborn-Gütersloh III). (Symbolbild). Foto: dpa

Eine junge Rechtsanwältin bewirbt sich bei einer Berliner Kanzlei um eine Stelle. Als sie feststellt, dass ihr Arbeitgeber für die AfD bei der Bundestagswahl kandidiert, sagt sie ihm ab. Auf Twitter erhält die Frau dafür prominente Unterstützung.

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Berlin/Paderborn - Mit einer solchen Absage hatte der Berliner Rechtsanwalt Markus Roscher-Meinel wohl nicht gerechnet: Wegen seiner Kandidatur für die AfD bei der kommenden Bundestagswahl hat eine Rechtsanwältin die ihr angebotene Stelle in seiner Kanzlei abgelehnt.

Roscher-Meinel veröffentlichte den Vorfall bei Twitter. Statt Zustimmung bekam er zumeist Gegenwind. Mehr als 450 Likes gab es für seinen Beitrag, doch bereits die erste Antwort auf seinen Tweet gefiel mehr als 1600 Nutzern.

Christian Ulmen mischt sich ein

Auch von prominenter Seite gab es Unterstützung. Regisseur und Schauspieler Christian Ulmen schaltete sich in die Twitter-Diskussion ein. Daraufhin entflammte zwischen Anwalt und Entertainer ein reger Schlagabtausch. Ulmen empfahl der Bewerberin künftig einen „Rechtsextremisten-Check“. Der Berliner Jurist erwiderte daraufhin, dass sich der TV-Mann auf dünnem Eis bewege, er aber von einer Unterlassungsklage absehe.

Markus Roscher-Meinel wurde in Paderborn geboren. Er ist Fachanwalt für Strafrecht und Erbrecht und betreibt eine Kanzlei in Berlin. Vor Gericht vertrat er unter anderem Uschi Glas und ihren Sohn Benjamin Tewaag sowie die Modemarke Thor Steinar. Außerdem vermittelte Roscher-Meinel zwischen Boney-M.-Sängerin Maizie Williams und Frank Farian im Streit um Künstlerlizenzen.

Politisch wechselte er mehrfach das Lager. Zunächst war er für die FDP tätig, danach ging er zum Bund freier Bürger (BfB), bei denen er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden aufstieg. 2001 kandidierte er für die CDU bei den Berliner Abgeordnetenhauswahlen. Kurzzeitig unterstützte er die Piratenpartei. Nun engagiert er sich für die AfD im Kreisverband Paderborn.




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