Nach dem Wahldebakel der SPD fordern die Jusos im Kreis Esslingen den Rücktritt des gesamten Landesvorstandes der SPD. Die Begründung.

Chefredakteur: Johannes M. Fischer (jmf)

Die Jusos im Kreis Esslingen fordern den Rücktritt des gesamten Landesvorstandes der SPD in Baden-Württemberg. „Ich habe Respekt vor Andreas Stoch, dass er unverzüglich seinen Rückzug verkündete. Gleiches sollte nun auch für den gesamten Landesvorstand gelten“, sagte Jannik Kegler, Co-Kreisvorsitzender der Jusos im Kreis Esslingen. Lara Kern, ebenfalls Co-Kreisvorsitzende, sieht es ähnlich. „Dieses Ergebnis ist vernichtend. Die Landtagsfraktion und die Parteispitze haben die Sozialdemokratie in Baden-Württemberg mit Vollgas gegen die Wand gefahren.“

 

Die SPD verlor stark im gesamten Bundesland, so auch im Kreis Esslingen. Gewinner der Wahl waren Grüne und CDU, wobei die Grünen knapp vor der CDU ins Ziel einliefen und voraussichtlich den kommenden Ministerpräsidenten stellen.

Jusos fordern Wandel

Die Jusos im Kreis Esslingen fordern nun nach dem historisch schlechten Wahlergebnis von 5,5 Prozent für die Landes-SPD eine umfassende Aufarbeitung sowie konsequente personelle und inhaltliche Veränderungen im SPD-Landesverband. „Wo sind wir als SPD eigentlich angekommen, dass ich am Wahlsonntag hoffen muss, dass wir nicht noch aus dem Landtag fliegen?“ fragte Kegler.

Kegler kritisierte das Wahlprogramm: „Mit einem Landtagswahlprogramm, dass sich wie ein Koalitionsvertrag liest, gewinnt man nichts.“ Dabei seien es sozialdemokratische Fragen, die die Baden-Württemberger umtrieben. Wie sicher ist der eigene Arbeitsplatz? Wann wird endlich die Schule saniert? „Mit solchen Themen hat man der SPD einen Elfmeter aufs leere Tor gegeben. Diesen Elfmeter haben die Fraktion und der Parteivorstand mit Anlauf verschossen“, sagte Kegler.

Jannik Kegler von den Jusos fordert einen radikalen Neuanfang für die SPD. Foto: Caroline Holowiecki

Kritik übte Kern am Engagement einiger Sozialdemokraten. „Wir hatten tolle Kandidierende im ganzen Land, die oftmals trotz aussichtslosem Listenplatz alles für diesen Wahlkampf und für die SPD gegeben haben“, betont Kern. „Bei manchen Abgeordneten auf den aussichtsreicheren Listenplätzen habe ich dieses Engagement vermisst.“