Kabarettist bei Demo in Stuttgart Florian Schroeder sollte schon in Berlin auftreten

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Der Auftritt des Kabarettisten Florian Schroeder auf der Querdenken-Demo in Stuttgart erntet im Internet Begeisterung. Stuttgart war jedoch nicht von Anfang an als Ort des Satiriker-Streiches geplant.

Florian Schroeder testet in Stuttgart, ob seine Meinung zu Corona ankommt. Foto: Patricia Sigerist
Florian Schroeder testet in Stuttgart, ob seine Meinung zu Corona ankommt. Foto: Patricia Sigerist

Stuttgart - Verkehrsbehinderungen wegen einer großen Demonstration – das kann schon mal passieren. Das ist nur dann etwas unpraktisch, wenn man eigentlich bei der Kundgebung auf die Bühne will und nicht durchkommt. So ist es dem Kabarettisten Florian Schroeder ergangen, als er am 1. August bei der Demo der Initiative Querdenker in Berlin auftreten sollte. Das erläuterte er in einem am Montag auf Facebook veröffentlichten Video der Satiresendung Extra 3. Darin erfährt man nicht nur, warum Schroeder nach Stuttgart kam, statt in Berlin zu sprechen. Sondern auch, dass der Weg zur Bühne in Berlin sein erster Auftritt mit Sicherheitspersonal zu seinem Schutz war.

Zum tatsächlichen Auftritt kam es erst in Stuttgart. In Berlin kam Schroeder nie bei der Demo an: Entweder waren Straßen gesperrt oder er kam aus Sicherheitsgründen nicht durch die Polizeiabsperrungen. So kamen die Stuttgarter Querdenker in den Genuss des satirischen Auftritts mit ernstem Hintergedanken: Genau eine Woche nach der Demo, deren Teilnehmerzahl die Berliner Polizei mit etwa 17 000 angab, sprach Schroeder in Stuttgart. Laut der Polizei waren hier etwa 1500 Demonstrierende, die Veranstalter kamen auf die Zahl von 5000.

Schroeder erzählt in dem Video auch, wie es zu der Einladung kam: Eine Nummer von ihm, Ende Juli vom NDR aufgezeichnet und ausgestrahlt, wurde von den Veranstaltern der Demo offensichtlich fehlinterpretiert. Darin mimt er einen Verschwörungstheoretiker, der angeblich aufdeckt, dass der Virologe Christian Drosten gar kein Wissenschaftler sei. Ein Ausschnitt davon verbreitete sich auf Youtube und sei für bare Münze genommen worden, „obwohl alle drei Sekunden Comedy eingeblendet wird“, wie Schroeder erklärt. Die Einladung nahm er an, und drehte den Spieß um – indem er auf der Bühne die Meinungsfreiheit thematisierte. Als er seine Meinung sagt, dass er Corona gefährlich findet, wurde er ausgebuht.




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