Genki Haraguchi ist ein Fußballprofi, wie ihn sich Trainer wünschen. Er ruft konstant seine Trainingsleistung ab, er fügt sich tadellos in die Mannschaft ein, er bringt positive Energie in die Gruppe ein. Dennoch steht der 32-Jährige beim VfB Stuttgart in der zweiten Reihe. Einmal hat ihn Sebastian Hoeneß in der aktuellen Bundesligasaison eingewechselt, für 20 Minuten im vergangenen August in Leipzig. Seither steht meist in seiner Statistik: ohne Einsatz im Kader.
Doch Haraguchi soll beim VfB bleiben. „Genki ist eine stabile Größe in unserem Kader. Seine Rolle ist nicht die einfachste, aber er ist hochprofessionell und hängt sich voll rein. Dazu verfügt er über reichlich Erfahrung. Er wird uns in dieser Saison noch helfen“, sagt Fabian Wohlgemuth. Der Sportdirektor hat den Japaner vor einem knappen Jahr verpflichtet – für etwas weniger als eine Million Euro von Union Berlin. Sein Vertrag läuft noch bis Sommer und diesen soll er erfüllen.
Haraguchi wird beim Tabellendritten aufgrund seines Charakters und seiner Flexibilität geschätzt. Der Routinier kann im Mittelfeld auf mehreren Positionen agieren. Sollte er bis zum 1. Februar selbst gehen wollen, bräuchten die Stuttgarter Ersatz. Ohnehin gilt das zentrale Mittelfeld als der Bereich, den der VfB in der Breite stärken will. Auch, weil Lilian Egloff, ein direkter Konkurrent Haraguchis (Stiller, Karazor und Millot sind gesetzt), verletzt ist. Das 21-Jährige Eigengewächs laboriert an einem Außenbandriss im Knie.
Egloffs Kontrakt endet ebenfalls am 30. Juni 2024 – und die mit dem Techniker verbundenen Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Auf fünf Erstliga-Einsätze kommt er in dieser Saison und lief auch in der Regionalliga auf. Seinem Talent entspricht das nicht. „Lilian hat zuletzt in der U 21 mit guten Leistungen überzeugt. Nun muss er zunächst seine Verletzung vollständig auskurieren. Danach hat er wieder die Möglichkeit, sich für die Bundesliga anzubieten“, sagt Wohlgemuth.
Trotzdem ist die Zukunft an der Mercedesstraße ungeklärt. Dagegen kann Roberto Massimo (Vertrag bis 2024) jetzt schon gehen, da der 23-jährige Flügelspieler nicht mehr als eine Ersatzkraft darstellt. Oft nicht im Kader und in den vergangenen Wochen mit muskulären Problemen. Nur: Massimo ist auf dem Transfermarkt wenig nachgefragt und kassiert ein recht hohes Gehalt beim VfB.