Nun kann der Sportdirektor insgesamt elf Millionen Euro für Neue ausgeben, und zunächst einmal gilt es, noch einen Transfer über die Bühne zu bringen: Chris Führich. Der Offensivspieler soll vom SC Paderborn kommen. Mit ihm sieht sich der VfB personell gut aufgestellt, um in der Bundesliga erneut den Klassenverbleib als Saisonziel zu erreichen. Ein Überblick.
Torwart
Gregor Kobel ist weg. Dafür hat der VfB Florian Müller verpflichtet. Oder in Zahlen ausgedrückt: 15 Millionen Euro haben die Stuttgarter von Borussia Dortmund an Ablöse kassiert und fünf davon wieder investiert. Sie wurden quasi an den FSV Mainz 05 weitergeleitet. Unter dem Strich bleiben zehn Millionen Euro und ein starker Torhüter. Hinter Müller, der sich nach wenigen Vorbereitungstagen zum Olympiaturnier verabschiedet, steht in Fabian Bredlow ein zweiter Mann, der das Vertrauen der Mannschaft, der Trainers Pellegrino Matarazzo und des Sportdirektors Sven Mislintat genießt.
Abwehr
Die zentrale Säule bleibt Waldemar Anton. Und Sven Mislintat ist froh, dass er Konstantinos Mavropanos noch einmal für ein Jahr ausleihen konnte. Diesmal existiert eine Kaufoption für den griechischen Verteidiger vom FC Arsenal. Sie beläuft sich auf drei bis vier Millionen Euro. Sollte Mavropanos eine nahezu verletzungsfreie und gute Saison spielen, dürfte sie der Sportdirektor ziehen. Um ihn zu behalten – oder den Abwehrspieler für mehr Geld zu verkaufen.
Unklar ist nach wie vor, wie es mit Marc Kempf weitergeht. Der Abwehrspieler lässt den Markt für sich sondieren. Bei Eintracht Frankfurt könnte sich ein Plätzchen ergeben, wenn Martin Hinteregger oder Evan N’Dicka gehen sollten. Aber auch beim VfL Wolfsburg, falls sich John Anthony Brooks verabschiedet. In der Liga gilt Matthias Ginter als gewichtiger Dominostein. Fällt er, beziehungsweise verlässt der Nationalspieler Borussia Mönchengladbach, löst das eine Kettenreaktion aus.
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Sechs bis acht Millionen Euro könnte der VfB für Kempf erhalten. Geld, das er am liebsten in Nico Schlotterbeck stecken würde. Doch der SC Freiburg beharrt auf mindestens zehn Millionen Euro an Ablöse – zu viel. Zumal Schlotterbeck auch von Bayer Leverkusen umworben ist. Doch die Stuttgarter verfügen noch über die Abwehrtalente Clinton Mola und Hiroki Ito. Der Engländer Mola war lange an der Hüfte verletzt und soll zu alter Stärke finden. Dem Japaner Ito wird viel Potenzial attestiert, aber ebenso Zeit zur Eingewöhnung zugestanden.
Mittelfeld
In Gonzalo Castro ist der Kapitän nicht mehr dabei. Dennoch gibt es zwei Fixpunkte im Mittelfeld: Wataru Endo und Orel Mangala. Um Castros Einsatzzeiten sollten die jungen Lilian Egloff und Naouirou Ahamada konkurrieren. Doch bei Eigengewächs Egloff ist nicht absehbar, wann er aufgrund seiner Mittelfußverletzung zum Team stößt. Über Möglichkeiten verfügt Trainer Pellegrino Matarazzo aber genug. Vom routinierten Daniel Didavi über den begabten Ömer Beyaz (Fenerbahce Istanbul) bis zum zurückgeholten Nikolas Nartey (SV Sandhausen).
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Zu den Alternativen zählen auch Philipp Klement und Erik Thommy. Noch. Denn Klement wird mit dem 1. FC Köln in Verbindung gebracht, und Thommy hat seine Wunschrolle beim VfB bisher nicht gefunden. Einen Neustart gibt es im besten Fall für Pablo Maffeo. Der Spanier ist nach einigen Missverständnissen zurück in Stuttgart. Notgedrungen, aus seiner Sicht, da der Vertrag bis 2023 läuft und die SD Huesca ihn nach einer Leihe nicht fest verpflichtet hat. Ein Abnehmer wäre durchaus willkommen – für 2,5 Millionen Euro.
Angriff
Silas Katompa Mvumpa fällt verletzt aus, und Nicolas Gonzalez streift bald ein neues Trikot über. Zudem wird Sasa Kalajdzic mit anderen Clubs in Verbindung gebracht. Der Angriff könnte zur Problemzone werden. Doch im Fall Kalajdzic liegt kein Angebot vor – und den Preis bestimmt der VfB. Überzeugt ist Sportdirektor Sven Mislintat davon, dass dem Österreicher eine weitere Saison bei den Stuttgartern guttun würde – um sein Leistungsvermögen zu stabilisieren und körperlich nach einer zuvor langen Verletzungspause weiter zuzulegen.
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Als Ersatz für Gonzalez, der für 23,5 Millionen Euro zum AC Florenz wechselt, soll Chris Führich kommen. 2,5 Millionen Euro bietet der VfB für den Flügelspieler des SC Paderborn. Als Empfehlung bringt der 23-Jährige 16 Tore aus der vergangenen Zweitligasaison mit. Dazu erhofft sich Mislintat noch Treffer und Entwicklungsschritte von den Nachwuchskräften Tanguy Coulibaly, Momo Cissé oder dem aus Australien verpflichteten Alou Kuol.
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