Kältebus in Stuttgart So können Sie Obdachlosen helfen

Von Mara Bartle 

Hilfe bei frostigen Temperaturen: Der DRK-Kältebus fährt die Schlafplätze der Menschen an, die trotzdem im Freien übernachten. Hier erfahren Sie, wie Sie Obdachlosen helfen können.

Das Kältebus-Team verteilt warmen Tee, Schoko-Riegel, Hundefutter, Isomatten, Schlafsäcke und warme Kleidung. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Das Kältebus-Team verteilt warmen Tee, Schoko-Riegel, Hundefutter, Isomatten, Schlafsäcke und warme Kleidung. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Spätestens bei Minusgraden wird es für Obdachlose besonders ungemütlich draußen. Der Kältebus des Deutschen Roten Kreuzes ist im Winter wieder mit Verpflegung und warmer Kleidung unterwegs. Denn kein Mensch dürfe erfrieren, wie Sozialamtsleiter Stefan Spatz sagt. Doch wie reagiert man als Passant richtig, wenn man einen Wohnsitzlosen in der Kälte sichtet? Wir haben einige Ratschläge der Kältebus-Sozialarbeiterin Sandra Welsch für Sie aufgeschrieben.

Was tun?

Es ist besonders im Winter ratsam, aufmerksam durch die Straßen und Passagen zu gehen. „Sehen Sie jemanden in der Kälte nächtigen, achten Sie bitte auf ein regelmäßiges Atmen und die entsprechende Ausstattung mit Schlafsäcken und Isomatten“, sagt Welsch. Schlafe die Person und sehe „warm eingepackt“ aus, sei das soweit in Ordnung. Wer mag, kann den Schlafplatz trotzdem über die Hotline (weiter unten) an den Kältebus melden.

Was, wenn die Person nicht ansprechbar ist?

Bei nächtigenden Obdachlosen ist laut Welsch auf Auffälligkeiten zu achten. Wenn keine Decken oder Ähnliches vorhanden sind, kein Atem festzustellen ist oder die Situation in einer Weise gefährlich erscheint, empfiehlt Welsch zunächst, die Person aufzuwecken und Hilfe anzubieten. „Ist dies nicht möglich, bitte sofort der Notruf über 112 verständigen“, sagt sie.

Lieber ein Mal zu viel anrufen als ein Mal zu wenig?

Der Kältebus Stuttgart arbeitet eng mit der Streifenpolizei und dem Notruf zusammen. „Kommt Ihnen eine Situation bedrohlich vor oder Sie sorgen sich einfach um die Nächtigenden, die Sie auf dem Heimweg gesichtet haben, können Sie telefonisch Hilfe anfordern“, sagt Welsch. Die zuständigen Einsatzkräfte seien dankbar für Unterstützung aus der Bevölkerung.

Wie kann man persönlich helfen?

„Es spricht nichts dagegen, einem Obdachlosen eine Tasse Tee oder etwas zu essen zu besorgen“, sagt Sandra Welsch. Wer mag und auf dem Heimweg ist, dürfe auch gern Handschuhe oder Mütze abgeben. Die Hilfebedürftigen freuen sich – das sei aber kein Muss.

Wann und wo fährt der Kältebus?

Der Kältebus ist ab Temperaturen unter null Grad von 22 Uhr bis ca. 3 Uhr unterwegs. Die Route variiert und wird eingegangenen Hinweisen stetig angepasst. Es ist also sicher, dass Meldungen von Schlafplätzen nicht ins Leere laufen.

Die Kältebus-Hotline ist unter der Nummer 0711/21 95 47 76 zu erreichen. Wer vor 17 Uhr um einen Rückruf bittet, wird direkt zurückgerufen, spätere Anrufe werden direkt durchgestellt. Hinwemise zu Schlafplätzen der Obdachlosen werden über einen Mitschnitt direkt weitergeleitet und spätestens am darauffolgenden Tag in die Route aufgenommen.

Erfahren Sie mehr über die Kältebus-Helfer in unserem Video:

 

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