Kärcher in Bad Cannstatt Mit Hochdruck getüftelt

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Mit mehr als 11 000 Mitarbeitern agiert die Firma Kärcher heute weltweit. Gegründet wurde sie in einem Wohnhaus an der Nauheimer Straße in Bad Cannstatt. Eine Tafel des Historischen Pfads erinnert sein Kurzem daran.

Hans Betsch, der Chef von Pro Alt-Cannstatt, und Oliver Häuser von der Firma Kärcher enthüllen die neue Tafel. Foto: Barnerßoi
Hans Betsch, der Chef von Pro Alt-Cannstatt, und Oliver Häuser von der Firma Kärcher enthüllen die neue Tafel. Foto: Barnerßoi

Bad Cannstatt - Wenn diese Tafel des Historischen Pfads einmal schmutzig ist, müsste man sie eigentlich mit einem Dampfreiniger säubern. Eben „abkärchern“, wie es im Volksmund gerne heißt. Denn die Tafel, die den 101. bedeutenden Punkt in Bad Cannstatt kennzeichnet, hängt nun am einstigen Wohnhaus von Alfred Kärcher. 1935 hat der Ingenieur die heute weltweit bekannte Firma in jenem Gebäude an der Nauheimer Straße 57 gegründet.

„In den 30er Jahren sind allerorts solche Werkstätten entstanden“, sagte das Oberhaupt von Pro Alt-Cannstatt, Hans Betsch, bei der Enthüllung. Der Verein bringt die Tafeln zur Erinnerung an besondere Häuser, Menschen und Ereignisse im ganzen Bezirk an und erstellt daraus seit 1980 auch regelmäßig einen Stadtführer, in dem alle Punkte eingezeichnet sind. „So sind viele bedeutende Firmen in Cannstatt gegründet worden“, erzählte Betsch weiter. Ritter Sport oder natürlich auch Daimler sind weitere Beispiele für solche Pionierarbet im Stadtbezirk. „Aus Platzgründen sind sie dann aber irgendwann weggezogen“, sagte Betsch.

Weltweit hat Kärcher heute über 11 000 Mitarbeiter

So war es auch im Fall von Kärcher. Heute sitzt die Firma in Winnenden im Rems-Murr-Kreis. 2700 Mitarbeiter sind im Hauptsitz tätigt. Weltweit sind es mehr als 11 000, wie Oliver Häuser, Archivar von Kärcher, bei der Enthüllung der Tafel berichtete. Bekannt ist sie vor allem für ihre Hochdruck- und Dampfreiniger.

Die Tagel Foto: Barnerßoi
„Die spielten bei der Firmengründung allerding noch keine Rolle“, verriet Häusler. Begonnen hat alles in dem Wohnhaus an der Nauheimer Straße, die bis 1938 Olgastraße hieß, mit Tiegelöfen und sogenannte Salzbadöfen. In der „zweiten großen Erfindungsphase“, wie Oliver Häusler es nannte, entwickelte Alfred Kärcher dann Anwärmgeräte für Flugzeugmotoren. „Augenzeugen haben berichtet, dass diese auf dem Cannstatter Wasen ausprobiert wurden“, erzählte Häuser. Das eine oder andere Mal seien sie den Beteiligten dabei um die Ohren geflogen.

Zu dieser Zeit hatte Alfred Kärcher bereits mehrere Werkstätten, etwa in der Halden- und der Kreuznacher Straße. 1937 kaufte die Firma das heutige Areal in Winnenden, im Juli 1939 wurde Richtfest gefeiert. Erst einige Jahre später, acht Jahre vor dem frühen Tod von Alfred Kärcher, ist 1950 der erste Dampfreiniger entstanden, für den die Firma heute vor allem steht.

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