Traditionsgeschäft in Stuttgart Spielwaren Kurtz ist gerettet

Von Martin Haar 

Bellybutton, ein Unternehmen von Dana Schweiger und Ursula Karven, kauft das Traditionshaus Spielwaren Kurtz aus der Insolvenzmasse der Muttergesellschaft Kanz. Bis September wird das Geschäft jedoch zunächst einmal wegen eines Umbaus geschlossen.

Früher war der Zugang von Spielwaren Kurtz am Marktplatz. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Früher war der Zugang von Spielwaren Kurtz am Marktplatz. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Spielwaren Kurtz, das Traditionshaus in der Stuttgarter Innenstadt, scheint gerettet. Dem Insolvenzverwalter Tobias Wahl ist zweieinhalb Monate nachdem die Kurtz-Muttergeselleschaft Kanz Financial Holding GmbH einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Tübingen gestellt hatte, gelungen, einen Investor für Kurtz zu finden. Die Spielwarenhäuser der Kurtz GmbH werden von der bellybutton International GmbH übernommen.

„Ich freue mich sehr, dass wir trotz der extrem schwierigen Ausgangslage und der verschärften Bedingungen aufgrund der Corona-Pandemie eine gute Zukunftslösung für die Kanz Gruppe finden konnten“, sagt Insolvenzverwalter Tobias Wahl. Besonders der Erhalt der traditionsreichen Spielwaren- und Kindermodefachgeschäfte sowie die Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze sei oberstes Ziel gewesen, so Wahl weiter. Die Kaufverträge wurden bereits unterzeichnet. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Hinter bellybotton verbirgt sich ein Textilhändler, der sich auf Umstands- und Kindermode, Pflege, Kinderausstattung sowie Geschenkartikel spezialisiert hat. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1997 unter anderen von den Prominenten Dana Schweiger, der Ex-Gattin von Schauspieler Til Schweiger, und der Schauspielerin Ursula Karven. In Branchen-Kreisen nennt man bellybutton daher auch den „Club der schönen Mütter“.

„Ab September starten wir dann komplett neu. Wir wollen unsere Kunden mit einem neuen, ausgesucht schönen Warensortiment und individuellem Service begeistern. Dazu werden die Spielwarenfachgeschäfte, allen voran in Stuttgart und Tübingen, umgebaut und mit einem modernen Ladenbaukonzept eröffnet“, sagt Harald Hepperle, Geschäftsführer von bellybutton. Das umfasse auch besonders die zeitgemäße Digitalisierung der Fachgeschäfte.

Näheres wurde nicht bekannt. Allerdings mutmaßen Handelsexperten, dass Spielwaren Kurtz nach dem Umbau ein völlig neues Gesicht haben könnte. Vom großen Spielwaren-Sortiment könnte nur ein kleiner Teil übrig bleiben. Das Angebot an Bekleidung, das Kurtz schon zuletzt hatte, dürfte sich stark ausweiten. Davon geht jedoch Handelsverbandsgeschäftsführerin Sabine Hagmann nicht aus: „Bellybutton hat ja selbst Spielwaren im Sortiment. Ich gehe zwar davon aus, dass sie das Sortiment anpassen werden, aber sie werden wohl kaum den einzigen Spielwaren-Spezialist in Stuttgart preisgeben. Das kann ich mir nicht vorstellen. Im Großen und Ganzen begrüße ich natürlich die Rettung, die gerade in diesen Zeiten nicht einfach war.“




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