„Paris hat tierisch Spaß gemacht, es war ein Riesenhighlight, das absolute i-Tüpfelchen auf meine Nationalmannschaftskarriere“, schwärmt Häfner, der nach 154 Länderspielen (361 Tore) künftig nicht mehr für Deutschland spielen wird. Dass der 35-Jährige weiter in der Bundesliga zum Sprungwurf ansetzen will, steht außer Frage. Und zwar nicht nur in der am 8. September (15 Uhr) mit dem Spiel beim SC DHfK Leipzig beginnenden kommenden Bundesliga-Saison, sondern auch darüber hinaus.
Häfner fühlt sich topfit
„Ich fühle mich absolut fit. Mindestens ein bis zwei Jahre möchte ich auch danach auf jeden Fall noch spielen. Wenn das weiter in Stuttgart wäre, wäre das eine coole Sache, aber es gehören immer zwei dazu“, sagt Häfner schmunzelnd. Sein Vertrag läuft am 30. Juni 2025 aus, noch gab es wegen einer möglichen Vertragsverlängerung keine Gespräche.
Der volle Fokus liegt zunächst auf dem Start in die neue Runde. „Wir sollten relativ schnell in die Spur kommen, doch die Leistungsdichte ist noch größer geworden. Wir haben zwar ein neues Team mit hochtalentierten jungen Spielern, doch größtenteils ist für sie die Liga Neuland. Hinzu kommen nach wie vor unsere verletzungsbedingten Ausfälle“, warnt Häfner vor zu großen Erwartungen.
Quartett vor Bundesliga-Debüt
Der Grieche Achilleas Toskas (19), der Spanier Bruno Reguart (21) sowie die Kroaten Luka Krivokapic (22) und Gianfranco Pribetic (24) feiern erst noch ihr Debüt in der Bundesliga. Jonas Truchanovicius, Lukas Laube und Max Häfner fehlen noch verletzt. Kai Häfner will nicht als Schwarzmaler dastehen, doch er hält es für vermessen, nach Vorjahresplatz elf nun die Top Ten als Ziel auszugeben.
Mit seiner jugendlich-unbekümmerten Art blickt der zweite Stuttgarter Olympia-Teilnehmer den anstehenden kniffligen Aufgaben etwas forscher entgegen: „Bei Olympia hat man doch gesehen: Wenn man mit Spaß an die Sache rangeht, dann ist es möglich, fast alle Spiele zu gewinnen. Warum soll das nicht auch in der Bundesliga gelingen“, sagt der spanische Bronzemedaillengewinner Daniel Fernandez. Der 23-Jährige bestätigte mit der Wahl ins Olympia-All-Star-Team seine überragende Bundesliga-Saison 2023/24.
Vom TVB zum FC Barcelona
„Dani ist, was Tempo, Wurfvariabilität, Wurfqualität und Ballgewinne betrifft, kaum zu toppen“, lobt ihn Trainer Michael Schweikardt. Zudem war der Linksaußen in der abgelaufenen Runde mit einer Quote von 86 Prozent gemeinsam mit Hans Lindberg bester Siebenmeterwerfer der Liga. Dass er den TVB am Saisonende in Richtung FC Barcelona verlassen wird, gilt als offenes Geheimnis, der Transfer ist vom katalanischen Weltclub und vom TVB nur noch nicht offiziell bestätigt.
Abstand zu Abstiegsplätzen
Bis das so weit ist, wollen er, Häfner und das komplette TVB-Team noch einiges erreichen. Doch auch Coach Schweikardt ist weit davon entfernt, nach dem Umbruch zu hohe Ziele auszugeben: „Die Ausgeglichenheit der Liga ist noch größer geworden. Wir wollen zunächst einen gewissen Abstand zu den beiden Abstiegsplätzen sicherstellen und uns dann an Platz zehn orientieren.“
Der schon in der vergangenen Saison weitestgehend gut funktionierende variable und kreative Angriff soll weiter verfeinert werden. Dringend verbessert und deutlich stabiler werden muss die Abwehr, denn der TVB kassierte nach dem HSV Hamburg die zweitmeisten Gegentore. Das gilt vor allem für die Spiele in fremden Hallen. In der Auswärtstabelle der Saison 2023/24 rangiert der TVB mit 4:30 Punkten und nur einem Sieg auf dem letzten Platz, hinter Lokalrivale Frisch Auf Göppingen (5:29 Punkte).
Auswärtsbilanz verbessern
Schweikardt: „Was wir auswärts gezeigt haben, war ungenügend. Das Thema werden wir in den Fokus stellen und alle in die Verantwortung nehmen.“ Dass die beiden Olympia-Medaillengewinner dabei eine besondere Rolle spielen, liegt in der Natur der Sache.
Termine
Bundesliga
SC DHfK Leipzig – TVB Stuttgart (8. September, 15 Uhr), TVB – SG Flensburg-Handewitt (15. September, 16.30 Uhr), HC Erlangen – TVB (20. September, 19 Uhr), TVB – VfL Gummersbach (25. September, 19 Uhr), TVB – HSG Wetzlar (29. September, 16.30 Uhr), THW Kiel – TVB (5. Oktober, 19 Uhr), TVB – MT Melsungen (10. Oktober, 19 Uhr), TBV Lemgo Lippe – TVB (20. Oktober, 16.30 Uhr), TVB – SC Magdeburg (27. Oktober, 15 Uhr), TSV Hannover-Burgdorf – TVB (31. Oktober, 19 Uhr). (jüf)