Kalendarischer Frühling Sechs Fakten zum Frühlingsanfang

Die Krokosblüte lockt jedes Jahr viele nach Husum. Foto: dpa/Gregor Fischer 8 Bilder
Die Krokosblüte lockt jedes Jahr viele nach Husum. Foto: dpa/Gregor Fischer

Die Meteorologen sind schon am 1. März in den Lenz gestartet. Aber nach dem Kalender geht es erst am Samstag, 20. März, los. Sechs Fakten zum Frühlingsanfang.

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Berlin - Nach dunklen Monaten sehnlich erwartet, steht jetzt endlich der Frühling vor der Tür. Wir haben Fakten zum Saisonstart zusammengetragen.

Ungleichheit

Der kalendarische Frühling beginnt, wenn die Sonne im Zenit über dem Äquator steht. In diesem Jahr ist es in Mitteleuropa am 20. März um 10.37 Uhr soweit. Astronomen definieren diesen Tag auch als Tagundnachtgleiche, da jede Erdregionen genau 12 Stunden Tageslicht erhält. Und dennoch vergehen am Samstag mehr als 12 Stunden zwischen dem Auf- und dem Untergang der Sonne. In Kassel, das etwa in der Mitte Deutschlands liegt, sind es fast 11 Minuten mehr Tageslicht. Das liegt daran, dass als Sonnenaufgang der Zeitpunkt definiert wird, zu dem der oberste Rand der Sonne am Horizont sichtbar wird; Sonnenuntergang hingegen erst, wenn der oberste Rand der Sonne wieder hinter dem Horizont verschwindet.

Meteorologisch ist der Frühlingsanfang immer am 1. März. Dieses Datum ist fixgesetzt. Denn die Wetterexperten teilen die vier Jahreszeiten unabhängig vom Wetter immer in drei volle Monate ein, den Frühling etwa in März, April und Mai.

Wanderschaft

Die Pflanzenwelt zeigt ihren eigenen Frühling an. Die Phänologie, griechisch für „Lehre von den Erscheinungen“, leitet aus Blütezeiten die einzelnen Phasen des Jahres ab. Während der astronomische Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel immer gleich ist, regt sich die Pflanzenwelt abhängig vom geografischen Längen- und Breitengrad. Aus dem Südwesten Europas, der Küste Portugals, wandert der phänologische Vollfrühling täglich 30 bis 40 Kilometer und trifft etwa Mitte April mit der Apfel- und Kastanienblüte in Deutschland ein. In Finnland warten die Menschen sogar bis Ende Mai auf die Blütezeit. Zu den Jahreszeiten gibt es auch viele Bauernregeln.

Emotionen

Frühlingsgefühle kommen auf, wenn die Tage länger werden. Sonnenlicht setzt Glückshormone frei und vertreibt den Winter-Blues. Die höheren Temperaturen sind nicht der Auslöser für bessere Stimmung, so der Mainzer Stoffwechsel-Experte Matthias Weber. Vielmehr werde durch die zunehmende Lichteinwirkung über das Auge in der Zirbeldrüse im Gehirn das Schlafhormon Melatonin reduziert. Dies führe zu hormonellen Veränderungen. „Das Glückshormon Serotonin steigt, aber auch Dopamin und Noradrenalin. Man fühlt sich aktiver und wacher.“

Schutzherr

Unser Name für den Frühlingsmonat März leitet sich vom lateinischen „Martius“ ab, der im alten Rom lange Zeit der Beginn des Kalenderjahres war. Benannt war der Monat denkbar unromantisch nach dem Kriegsgott Mars, denn diese Jahreszeit sollen die Römer traditionell für den Auftakt ihrer Eroberungsfeldzüge genutzt haben.

Feiern

Frühlingsfeste gibt es in vielen Kulturen. Inder zum Beispiel begrüßen den Frühling mit einem spirituellen, Holi genannten Fest der Farben (2021: 28. März). Dabei lassen sie buntes Pulver vom Himmel regnen. In China gilt das Neujahrsfest als Frühlingsbeginn (2021: 14. Februar), 15 Tage lang wird gefeiert. Für Kurden und andere Völker im Mittleren und Nahen Osten steht das Newroz- oder Norouz-Fest (2021: 20. März) nicht nur für den kalendarischen Frühlingsbeginn, sondern auch für den Anfang eines neuen Jahres, den sie mit Freudenfeuer, Kostümierungen und Familienfeiern begehen.

Blütezeit

Frühblüher wie Krokusse, Primeln, Stiefmütterchen oder Tausendschönchen begleiten den Start ins Gartenjahr. Viele Anbieter haben angesichts des Corona-Lockdowns um ihre Umsätze gebangt – die Saisonware ist verderblich. Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn haben aber Gartencenter, Blumenhändler und Gärtnereien wieder öffnen können. Die Erfahrungen des vergangenen Jahres dürften die Branche optimistisch stimmen: In Zeiten von Homeoffice und Reisebeschränkungen haben die Deutschen mehr Geld für Garten und Balkon ausgegeben. Die Gartenbaubranche hat nach vorläufigen Zahlen 2020 ein Umsatzplus von mehr als neun Prozent erzielt, so der Industrieverband Garten. Auch Swimmingpools im eigenen Garten sind beliebter geworden.




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