Kaltental/Dachswald Angst ums Auto

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Die Situation im Elsental bleibt angespannt. Zwar gilt an der Straße zwischen Kaltental und Dachswald Tempo 30, doch eilige Autofahrer gängeln diejenigen, die sich daran halten oder überholen waghalsig. Das Ordnungsamt will nun ein Überholverbot anordnen.

Die Verkehrssituation an der Straße zwischen Kaltental und Dachswald hat sich trotz Tempo 30 nicht verbessert. Foto: Alexandra Kratz
Die Verkehrssituation an der Straße zwischen Kaltental und Dachswald hat sich trotz Tempo 30 nicht verbessert. Foto: Alexandra Kratz

S-Süd/S-Vaihingen - Das Interesse an der Straße Im Elsental ist wieder abgeflaut. Diesen Eindruck hat zumindest Sigrid Beckmann, die Vorsitzende des Bürgervereins Dachswald, wenn es um das Thema Verkehrsüberwachung geht. Nachdem die neue Bushaltestelle zwischen Kaltental und Dachswald in Betrieb genommen und damit Tempo 30 angeordnet wurde, hatten sowohl die Stadt als auch die Polizei dort immer wieder Radargeräte aufgestellt. Mittlerweile seien die Kontrolleure aber nur noch sehr selten vor Ort, so Beckmann.

Die Folge sei, dass man als Autofahrer Angst um sein heiliges Blechle und als Radfahrer gar um Leib und Leben haben müsse, sagt Beckmann. „Wer sich an Tempo 30 hält, wird von anderen Autofahrern massiv bedrängt“, so ihre Beobachtung. Das hätten ihr auch viele Menschen aus dem Dachswald berichtet. Häufig seien es Autofahrer mit auswärtigen Kennzeichen oder die „jungen Wilden“, die sich nicht an die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzung hielten und andere Verkehrsteilnehmer bedrängten. „Wenn ich im Elsental unterwegs bin, bekomme ich von Autofahrern hinter mir wilde Zeichen, die man zur Anzeige bringen könnte“, sagt Beckmann.

Ordnungsamt plant Überholverbot

Als besonders gefährlich empfinde sie, dass manche Autofahrer nicht einmal davor zurückschreckten, auf der kurvigen und abschüssigen Straße zu überholen – und zwar ausgerechnet in dem Bereich, in dem der Bus halte und viele Menschen die Straße überquerten. Diese Beobachtung machten auch die Mitarbeiter der städtischen Verkehrsüberwachung bei ihren Kontrollen. Seither überlegen sie, wie die Straße sicherer gemacht werden kann.

Als erste Maßnahme will das Ordnungsamt ein Überholverbot anordnen. Bislang stehen die entsprechenden Schilder aber noch nicht. In einem weiteren Schritt könnten im Bereich der Bushaltestelle Klemmfixe angebracht werden – also kniehohe Baken, die das Überholen unterbinden sollen. Sebastian Lübbe, Leiter der Dienststelle Bauausführung Mitte beim Stuttgarter Tiefbauamt, weiß jedoch nichts von einer entsprechenden Anordnung.

Die Stadt hatte am 14., 17. und 21. Mai Radargeräte im Elsental aufgestellt – mit erschreckenden Ergebnissen. Damals wurden Autofahrer mit mehr als 70 Sachen geblitzt. Auch die Polizei war in den Pfingstferien vor Ort, konnte da aber keine Verstöße feststellen. Die Polizei kündigte weitere Kontrollen an. Für Sigrid Beckmann ist die derzeitige Situation so oder so unbefriedigend. Sie sieht dringenden Nachholbedarf, um die Raser im Elsental zu bremsen.

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