Kammerorchester Stuttgart Dirigent Matthias Foremny reicht den Stab weiter

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Matthias Foremny blickt gerne auf die Projekte zurück, die er und das Stuttgarter Kammerorchester gemeinsam realisiert haben.

Matthias Foremny war fünf Jahre lang Chefdirigent des Stuttgarter Kammerorchesters Foto: Gero Breloer
Matthias Foremny war fünf Jahre lang Chefdirigent des Stuttgarter Kammerorchesters Foto: Gero Breloer

Beim Stuttgarter Kammerorchesters (SKO) übergibt Matthias Foremny den Di­rigierstab. Er freut sich auf Neues, blickt aber ebenso gerne zurück.

Wie war für Sie der Weg, den Sie mit dem Orchester gegangen sind?

Die vergangenen fünf Jahre waren geprägt vom vollständigen Generationswechsel innerhalb dieses wunderbaren Orchesters. Die Erfahrung und das Klangideal der langjährigen Mitglieder galt es zu kombinieren mit der Virtuosität, der Flexibilität und der großen stilistischen Bandbreite der neu hinzugekommenen Musiker, was meiner Meinung nach in dieser Zeit überzeugend und erfolgreich gelungen ist.

Was haben Sie an der Zusammenarbeit immer besonders geschätzt?

Dadurch, dass an jedem Pult extrem versierte Musiker sitzen, zeichnet sich der Probenprozess eher durch ein Moderieren als durch eine eindeutige Vorgabe meinerseits aus. Es gibt die Möglichkeit des künstlerischen Austausches zu allen die Interpretation betreffenden Fragen. Auch ich habe viel gelernt in dieser Zeit.

Welche Projekte haben einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen?

Alle Projekte waren mir wichtig und lieb. Besonders erinnere ich mich an die Aufführung der „Ode an Napoleon“ von Arnold Schönberg mit Nicolas Hodges und Angela Lutz, „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“ in der Orchesterfassung von Joseph Haydn mit der Akademie für gesprochenes Wort und die Aufführungen der Streichersinfonien von Peteris Vasks und Arthur Honegger sowie zahlreiche spannende Uraufführungen.

Welche Bedeutung hatte für Sie die Jugendarbeit?

Es gab beim SKO schon immer die Möglichkeit für Kinder und Jugendliche, die Proben zu besuchen, oder dass das Orchester in die Schulen gekommen ist. Unter meiner Leitung konnten wir immer mehr künstlerische Projekte mit Jugendlichen etablieren. Ein großes Improvisationsprojekt zu Bartóks Divertimento, zwei aufwendige Tanzprojekte und eine Aufführung von Bernd Frankes „Yellow Clouds“ mit dem Jungen Streichorchester Weil im Schönbuch, mit welchem das SKO nun eine offizielle Patenschaft verbindet. Das war mir immens wichtig und weist den Weg in die Zukunft.

Welche Station wird Ihre nächste sein?

Was meine persönliche Zukunft angeht, freue ich mich auf viele Gastspiele mit nationalen und internationalen Orchestern und die Premiere von Viktor Ullmanns „Sturz des Antichrist“ an der Oper Leipzig 2020.

Am 7. Juli sind Matthias Foremny und das Stuttgarter Kammerorchester auf der Spardawelt Freilichtbühne Killesberg mit „Klassik im Park“ zu erleben. Solist ist der Geiger Iskandar Widjaja. Beginn ist um 19 Uhr. Tickets unter 07 11 / 550 660 77 oder online.